Die Friseuse

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Die Friseuse Nachdem Kathi König, stark übergewichtig und mit Tochter im Marzahner Plattenbau wieder einmal eine Absage als Friseurin bekommt, wächst in ihr der Traum, einen eigenen Salon zu eröffnen. Das Problem ist aber vor allem das Startkapital. Von windigen Geschäften, über erniedrigende Szenen bei der Bank bis hin zum schwarz verdienten Geld versucht Kathi alles, um sich diesen Traum zu erfüllen.
Doris Dörrie schafft es dieser realitätsnahen Geschichte fast schon dokumentarisches Flair einzuhauchen. Dementsprechend fühlt und leidet man mit den Problemen der Hauptdarstellerin (Gabriela Maria Schmeide). Hier verbietet es sich oftmals, über komische Szenen lauthals zu lachen.
So viel intime Nacktheit bei einem für die Allgemeinheit unästhetischen Körper hat man zuvor höchstens in Andreas Dresens Wolke 9 gesehen. Einer der intensivsten Momente ist die Sexszene zwischen Kathi und einem der eingeschleusten Vietnamesen. Typische Rolle auch für Rolf Zacher als Kleinganove.
Am Ende schafft es Kathi wenigstens ihre Tochter für sich zu gewinnen, wenn es auch mit dem eigenen Salon nicht ganz klappen soll.
Äußerst sehenswertes über die Gesellschaft unserer Zeit, auch wenn neben der Hauptfigur die anderen Charaktere zu kurz kommen: Kathi füllt die Geschichte von der ersten bis zur letzten Minute voll aus.