Der Film basiert auf dem Erfolgsroman „die Eleganz des Igels“ und handelt von einer Concierge, die allen Klischees entspricht: sie ist hässlich, unauffällig, kittelbeschürzt und weiß alles über jeden der Bewohner des noblen Fünfparteienhauses in Paris.
Doch sie hütet ein kleines Geheimnis: Sie liest anspruchsvolle Literatur, die sie in einem Nebenzimmer hütet wie ihren Augapfel. Zum Schein lässt sie bis in die Nacht den Fernseher laufen, damit die Fassade der einfachen untertänigen Concierge gewahrt bleibt. Solange bis eines Tages der stolze Japaner Herr Ozu einzieht und ihr bei deren Begegnung ein literarischer Spruch herausrutscht, den Ozu zu erwidern und zu deuten weiß.
Die übrigen Bewohner des Hauses sind überreiche Personen, die ihre Tage mit Blumengießen und anderen langweiligen Tätigkeiten totschlagen. Unter ihnen auch das blitzgescheite Mädchen Paloma, die ihre Geschichte erzählt und mit einer Kamera dokumentiert. Sie will nicht so werden und enden wie die anderen und beschließt mit eisernem Willen ihren Selbstmord an ihrem 12. Geburtstag.
Lange bleibt Paloma die eigentliche Hauptperson, wie sie oft treffend ihre Mitmenschen charakterisiert und den Zuschauer durch ihre Art fesselt. Erst später erfahren wir mehr über Madame Michel, die sich mehr und mehr öffnet, je öfter sie mit Herrn Ozu zusammentrifft. Anfangs nur eine Widerrede, später auch eine totale optische Veränderung und am Ende ist sie ein anderer Mensch mit einem selbstbewussten Auftreten. Dazwischen immer das unbarmherzige Fortschreiten der Zeit, die dem geplanten Selbstmord Palomas näher rückt. Der Kinobesucher sympathisiert schnell mit der schroffen Madame Michel, wie auch mit der aufgeweckten Paloma und dem gebildeten Japaner Ozu und fragt sich, ob und welches Ereignis wohl Paloma davon abbringen kann sich selbst zu töten?
Das alles ist mit solcher Feinfühligkeit und Sinn für kleine Details erzählt, dass Die Eleganz der Madame Michel zu den ganz großen Französischen Filmen gezählt werden muss (zusammen mit der fabelhaften Welt der Amelie oder Willkommen bei den Sch’tis). Hinreißend!




