Filmkritik: United – Die große Manchester United-Story

Nicht nur in Großbritannien hat der legendäre Fußballverein Manchester United sich seinen Kultstatus erkämpft. Die ebenso legendäre Fußball-Hymne „United“ ist dem englischen Team auf den Leib geschrieben, denn Zusammenhalt und Weiterkämpfen war und ist die Maxime des Teams. Was jedoch nicht viele wissen: In den Fünfzigerjahren hatte ManU eine tragische Bewährungsprobe jenseits des Platzes zu meistern, die im Film „United“ beeindruckend erzählt wird.

Manchester United zählt mit 676,3 Millionen Euro Umsatz zu den umsatzstärksten Fußballvereinen der Welt – und mit rund 660 Millionen Fans weltweit auch zu den beliebtesten. Seit der Vereinsgründung 1878 hat der im nordwestenglischen Stretford bei Manchester beheimatete Club sage und schreibe 20 Meistertitel geholt und hebt sich mit diesen Erfolgen von anderen englischen Fußballvereinen ab. Die feurige Rivalität zwischen Manchester United und dem FC Liverpool ließ die Seelen der britischen Fußballfans vor allem ab 1970 hochkochen. Mit dem Gewinn des Triple im Jahr 1999 setzte ManU der Fehde noch die Krone auf und manifestierte sein Portfolio mit einer weiteren Riesenleistung: Das Team gewann als einer von nur fünf Clubs weltweit den UEFA-Pokal, den Europapokal der Pokalsieger sowie die Champions League. 

In letzterer Liga trat das Team erst kürzlich gegen die deutschen Bullen aus Leipzig an. In der Gruppe H der diesjährigen Champions League müssen die Briten gegen die Leipziger durchsetzen. Betrachte man sich den aktuellen Stand scheinen die Engländer hart zu kämpfen zu haben, denn Red Bull Leipzig setzte ihnen in Folge richtig zu. Kein Wunder, da sich die Spieler aus Sachsen an allen Sportfronten kampfesfreudig zeigen und auch in den heimischen Bundesliga-Quoten trotz Rückschlägen nach vorn preschen: Mit einer aktuellen Quote von 11,00 (Stand: 8.1.) sind sie Platz 2 der Top-Favoriten.


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Doch ManU zeigt sich ausdauernd und hartnäckig. Die Mannschaft aus dem Nordwesten Englands hat schon andere Kämpfe geschlagen. Schlagzeilen dramatischer Art machte Manchester United in den Fünfzigerjahren unter Trainer Matt Busby. Regisseur James Strong setzte dieser Episode im Jahr 2011 ein sehenswertes filmisches Denkmal, das inhaltlich und optisch begeistert.

Darum geht’s im Film

Im Europa der Nachkriegsjahre ist der Hunger nach Teamspirit, Sport und freudigen Events immens. Fußballtrainer Matt Busby (Dougray Scott) übernimmt den Verein 1945. Die Spieler von ManU sind fortan als „Busby Babes“ berühmt und holen sich einen Sieg nach dem anderen. Mit dem Shootingstar Bobby Charlton (Jack O’Connell) gewinnt Manchester die Premier League 1956/57. Als der Erfolgsverein am Europapokal teilnimmt und auswärts gegen Roter Stern Belgrad antritt, widerspricht die Football League einer Spielverschiebung und zitiert die Engländer schnellstmöglich zurück nach Hause – sonst droht Punktabzug. Um das Timing einzuhalten, entscheidet der Trainer, mit dem Flugzeug zum wichtigen Heimspiel durchzustarten.

Der Flug steht jedoch unter keinem guten Stern: Nach einer Zwischenlandung in München kommt es beim Start zu technischen Komplikationen. Ein weiterer Start führt direkt ins Unglück: Der Flieger stürzt ab. Acht Spieler sterben und nur Matt Busby, Bobby Charlton und Keeper Harry Gregg (Ben Peel) überleben. Ohne das komplette Team der Busby Babes soll ManU vom Wettbewerb ausgeschlossen werden, doch Vizetrainer Jimmy Murphey (David Tennant) will das nicht hinnehmen.


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Bewegend und spannend

Ein glänzender Cast aus Hollywoodstar Dougray Scott, David „Doctor Who“ Tennant und Jack O’Connell macht den sagenhaften Zusammenhalt von Manchester United greifbar. Feine Dialoge und packende Spielsituationen nehmen Fans und Geschichtsinteressierte mit auf eine perfekt ausgestattete Zeitreise in die Fünfzigerjahre.