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Filmkritiken

Beim Schreiben von Filmkritiken lege ich weniger Wert auf ausführliche Beschreibungen, sondern eher auf ein kurzes, prägnantes Fazit.

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» Road to Perdition
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» Spielzeugland
» Star Trek - Nemesis
» Star Wars Episode II
» Star Wars Episode III
» Staub
» Stilles Chaos
» Sunshine Cleaning
» Survival of the Dead

 

Nicht auflegen

Nicht auflegen Stu Shepard ist ein energiegeladener, smarter Medienjongleur. Im schicken Designeranzug eilt er durch die Straßen Manhattans und pokert über zwei Handys gleichzeitig mit Kunden und Redakteuren. Er lügt, er droht, er schmeichelt, er scherzt, und zwischendrin findet er sogar ein paar charmante Worte für seine Ehefrau Kelly. Ruhe sucht er in der letzten abschließbaren Telefonzelle auf der 53. Straße. Von hier aus ruft er Pamela an, eine junge Schauspielerin, mit der er seine Frau betrügt. Als Stu die Telefonzelle wieder verlassen will, klingelt es. Instinktiv nimmt er den Hörer ab und gerät in eine höllische Falle. Der unbekannte Anrufer ist ein Scharfschütze und Serienkiller. Aus irgendeinem Hochhausfenster hat er sein Präzisionsgewehr auf ihn gerichtet. Er weiß alles über Stu; er will, dass Stu seine Sünden bekennt. Seine Botschaft lautet: Wenn du den Hörer auflegst, bist du ein toter Mann. Dieser Streifen schafft es, mit recht wenig Aufwand durch seine dichte Atmosphäre eine unverhältnismäßig große Spannung zu erzeugen und diese über die gesamte Filmlänge weitestgehend zu halten und das, obwohl NICHT AUFLEGEN nur an einer location spielt. Vor allem die tiefgreifenden psychologischen Wandlungen und die allgegenwärtige Bedroh- ung durch das „Unbekannte" fesseln den Zuschauer an den Sitz. Dieser Film braucht keine großen Effekte um eine schwache Story zu überdecken.

 

Nord

Nord Der ehemalige Skiläufer Jomar arbeitet nach einem Nervenzusammenbruch als Liftwärter. Er hasst seinen Job und will weg. Eines Morgens steht ein alter Freund vor der Tür und teilt ihm mit, dass er Vater eines Kindes ist, das im Norden des Landes lebt. Jomar beschließt, sich auf den Weg zu seinem Sohn zu machen. Unterwegs trifft er auf unterschiedliche Leute, die ihm jeweils auf seinem Weg helfen und bei denen sich stets skurrile Begebenheiten ereignen. Skurril trifft es wohl am besten, was Jomar auf seiner Reise mit seinen Bekanntschaften erlebt. Solch absurde Ideen sind typisch für die Nordische Filmkultur. Ähnlich abgedrehte Szenen brannten sich bereits bei O'Horten ins Hirn des Zuschauers ein. Noch Wochen später muss man schmunzeln, wenn man z. B. an den in Schnaps getränkten Tampon denkt. Die Geschichte selbst gibt dabei weniger her und so fesseln eigentlich nur die winterlichen Bilder aus dem Skandinavischen Hochland.

 

O'Horten

O'Horten Odd Horten ist 67 Jahre alt und auf seiner vorletzten Fahrt von Oslo nach Bergen bevor er seinen wohlverdienten Ruhestand antritt.
Zum ersten Mal in fast vierzig Jahren verschläft der sonst so besonnene Horten und verpasst tatsächlich seinen letzten Zug. Dieses Missgeschick ist der Anfang einer unglaublichen Odyssee, in der Horten auf der Suche nach Erfüllung seiner vielen neu erlangten Freizeit durch diverse Kuriositäten stolpert.
Bard Owe mimt Odd Horton richtig schön „kauzig“ in diesem Norwegischen Film, der sich mit dem „aktiven“ Altsein beschäftigt.
Die Dialoge bleiben leider recht hölzern, was auch der mangelhaften Synchronisation geschuldet werden kann. Die aberwitzigen Erlebnisse machen Spaß und sorgen immer wieder mal für große Erheiterung, allerdings birgt die (zu) ruhige Handlungsfolge die Gefahr der Langeweile.
Licht und Schatten wechseln sich ab und ergeben in der Summe durchschnittliches, wenn auch ungewöhnliches „Nischenkino“.

 

Pathfinder

14.05.2007

Pathfinder 2007 ist wohl das Jahr der Wikinger. Nach der Spieleszene hat auch die Filmindustrie das Thema wiederentdeckt.
Sehr düster kommt Pathfinder daher was die Farbgebung, die Gestalten und die Landschaften angeht. Die Wikinger treffen auf die Ureinwohner Amerikas und verwüsten dort alle Dörfer und Ansiedlungen. Ein Wikingerknabe wurde einst dort ausgesetzt oder vergessen. Dieser wächst von dortan bei den Indianern auf und kämpft schließlich gegen sein eigenes "Volk". Das Wort "Volk" im Zusammenhang mit den Wikingern ist allerdings fehl am Platze, denn diese agieren wie eine unmenschliche Monsterhorde in schweren Rüstungen. Oberwikinger ist kein Geringerer als Muskelmann Ralf Möller, den man allerdings hinter seinem Visirhelm überhaupt nicht erkennt.
Pathfinder wird zurecht oft mit Mel Gibsons Apocalypto verglichen, denn die "Geschichte" weist gewisse Ähnlichkeiten auf. Pathfinder ist dabei ein kleines Stück stärker, aber trotzdem weit weg von einem tiefsinnigem Filmerlebnis. Muss man sich nicht antun.

 

Planet der Affen: Prevolution

04.10.2011

Planet der Affen: Prevolution Planet der Affen: Prevolution führt uns ins Amerika der Gegenwart. Der junge Wissenschaftler Will Rodman (James Franco) und sein Vater (John Lithgow) erforschen moderne Heilmittel, die gegen Demenz wirken sollen. Doch zuvor wollen die Medikamente am Affen getestet werden. Der Laboraffe Cäsar spielt „Versuchskaninchen“, doch es stellen sich nach geraumer Zeit verblüffende Nebenwirkungen ein.
Zuerst vorweg: Ich habe noch nie einen "Affenfilm" gesehen, also gehe ich ganz unvoreingenommen an die Sache. Ich war überrascht, wie langsam sich Prevolution entwickelt, was aber nicht negativ gemeint ist, denn so wird wissenschaftlich alles plausibel vorbereitet. Mit fortschreitender Dauer allerdings kommt näher, was in einem US-Blockbuster kommen muss: ein immer absurder werdendes Ende, das einzig und allein auf Action und Effekte zielt. Schade, aber für die Zielgruppe "Popcornkino" muss das wohl sein.
Leider sitzt Prevolution dadurch auch zwischen den Stühlen, denn genau der anvisierten Zielgruppe wird das zu wenig Bombast sein und wer Realismus bevorzugt, der kann auf die letzte halbe Stunde getrost verzichten.

 

Poll

Poll Die 14 jährige Deutsche Oda reist zu ihrem Vater. Dieser lebt auf einem abgelegenen Gut, das direkt an der Estnischen Küste auf Stelzen gebaut wurde. Sie findet Interesse an seinen Forschungen, welche die Sezierung toter Körper beinhaltet und schaut ihm über die Schulter. Die Jagd der Zarenarmee auf estnische Anarchisten lässt auch das Gut nicht aus. Eines Tages entdeckt Oda einen verletzten Anarchisten, verarztet seine Wunden und versteckt ihn vor den Schergen des Zaren. Langsam kommen sich die beiden näher und freunden sich an.
Pompöse Kulissen, ein markantes Gebäude und eine Garderobe, die eine Menge Atmosphäre versprüht. Paula Beer verkörpert die junge Oda von Siering (später Schäfer) mit sehr viel Hingabe. Edgar Selge (Ebbo von Siering) und Richy Müller (-anfangs etwas gewöhnungsbedürftig) ist nichts vorzuwerfen, dennoch will Poll nicht so recht zünden.
Das Actionfeuerwerk, das uns im Trailer vorgegaukelt wird, kann der Film nur in der letzten Viertelstunde halten - zu wenig bei der Länge. Schwerer allerdings wiegt die Tatsache, das Poll viel zu wenig zu erzählen hat und dafür zuviel Aufwand betrieben wird.

 

Polnische Ostern

Polnische Ostern Das Schicksal trifft den allein stehenden Bäckermeister Grabosch hart: nach dem Unfalltod der Tochter soll auch noch sein einziges Enkelkind bei dessen polnischem Vater aufwachsen. Grabosch will aber Mathildas neue Familie an Ostern in Polen besuchen und dafür sorgen, dass seine Enkelin wieder zurück nach Deutschland kommt. Je länger sich der alte Mann aber dort aufhält, desto mehr lösen sich sämtliche Vorurteile, die er bisher gegen die Polen gehegt hatte auf.
Henry Hübchen findet keine richtig guten Rollen mehr für sich. Seit dem tollen Alles auf Zucker gelingt keiner seiner Filme so richtig. Das ist leider bei Polnische Ostern nicht anders. Die Familienverhältnisse kann man lange nur erahnen - erst langsam deuten sich die Vorkommnisse der Vergangenheit an. So fragt sich der Zuschauer lange: was soll das Ganze und warum ist das jetzt soundso. Dazu kommen die großen Schwächen, dass der kommödieske Teil nicht wirklich lustig, und der ernsthafte Teil nicht aufwühlend ist. Geschichte samt Details wirken total vorhersehbar und emotionslos. Die abgedroschenen Klischeephrasen zur Deutsch-Polnischen Geschichte entlocken dem Zuschauer kaum mehr als ein gelegentliches Schmunzeln. Das ist für gute Kinounterhaltung viel zu wenig.

 

Populärmusik aus Vittula

Populärmusik aus Vittula Der Film handelt vom Leben und Treiben im von der Zivilisation und der Moderne nahezu vergessenen schwedischen Örtchen Vittula in den 60er Jahren. Alles ist geordnet und hat seine Regeln. Wer aufbegehrt wird von den „Erwachsenen“ in die Schranken gewiesen. Hier scheint ein Ausbrechen aus den gesellschaftlichen Zwängen unmöglich.
Hauptfiguren sind die beiden Freunde Matti und Niila die seit früher Kindheit zusammen ihre Zeit verbringen, spielen, träumen und Unfug anstellen bevor zuerst eine Schallplatte für Wirbel sorgt und später ein neuer Musiklehrer in der Schule den Rock’n Roll versucht gesellschaftsfähig zu machen.
Der Film ist gespickt von Szenen des rauen Lebens nahe der finnischen Grenze, die zum Teil recht schräg und abgedreht sind. Während der Pubertät der Jungs spielen die ersten Begegnungen mit dem anderen Geschlecht, Sex, Erziehung und die Stellung des Mannes in dieser Gesellschaft eine große Rolle.
Im letzten Drittel des Films, steht dann die Band und die Musik im Mittelpunkt. Populärmusik aus Vittula ist sehr amüsant und macht Spaß. Er weiß vor allem durch viele überraschende Szenen zu unterhalten.
Einige absurde Momente trüben das Filmerlebnis allerdings sowie das etwas zu kurz gekommene rebellische Aufbegehren der Jugendlichen durch ihre Musik.

 

Rage

Rage Der Blogger "Michelangelo" filmt und interviewt für ein Schulprojekt Angehörige der New Yorker Modeszene. In den Hintergrundinterviews mit 14 sehr eigenen Persönlichkeiten öffnen sich die Befragten und liefern Stück für Stück ein Porträt einer der Oberflächlichkeit verfallenen Branche.
Anfangs schmunzelt man noch über die wirklich sehr eigenen Typen - vor allem "Minx", ein Supermodel, das eigentlich ein Mann ist sorgt für große Erheiterung. Während des Films wird der Zuschauer Zeuge mehrerer Morde bzw. Todesfälle, wobei visuell nur die Interviewpartner vor einer sterilen, einfarbigen Wand zu sehen sind.
So sinkt der Unterhaltungswert von Rage rapide und auch die schrägen Typen nutzen sich ab.
Kein leicht konsumierbarer Film, aber ein ungewöhnlicher.

 

Resident Evil

Resident Evil Anfangs wusste ich nicht, was ich von dem Film halten sollte. Ich hatte nicht unbedingt erwartet, eine große Handlung zu erleben, aber dass es so schlimm werden würde?
Gleich vorne weg: man muss schon mindestens 50 Prozent verrückt sein und tief im Innersten eine perverse Ader haben, um diesem Streifen etwas abzugewinnen. Was wir hier sehen ist Tekkno-Effektkino at it´s best. Die Computerspiel- und MTV-Gemeinde wird den Film vergöttern... spätestens nach den ersten 20 Minuten hat es mich auch total erwischt. Die Sound- und Schockeffekte sind dermaßen brachial und pressen Dich in den Sitz, als ob Du mit 350 Sachen über die Autobahn fegst. Langsam wirst Du in Deinem Kinosessel zusammengefaltet und musst aufpassen, dass Du das Atmen nicht vergisst. Du weißt genau, an welchen Stellen etwas passieren muss und trotzdem schlägt es Dir mit dem Hammer dermaßen ins Gesicht... Resident Evil entwickelt sich immer mehr zu einem waschechten Zombie-Film, aber Kenner des Computerspieles wird das nicht überraschen. Was fehlt sind die Splatter- und Blutszenen in Nahaufnahme, mit denen man bei den alten Zombiefilmen reichlich versorgt wird. Das Ganze ist eben Kino- und Jugendtauglich gemacht.
Fazit von mir: Entweder im Kino den brutalen Sound und die fetten beats um die Ohren schlagen lassen, oder die Finger davon lassen. Wer zartbesaitet ist oder anspruchsvolle Filme bevorzugt, wird nach kaum einer halben Stunde den Saal verlassen haben! Mir hat es jedenfalls gefallen, das Gehirn auszuschalten und mich vermöbeln zu lassen. Fette 5 Punkte!

 

Revanche

Revanche Ex-Knacki Alex (Johannes Krisch) arbeitet für den Wiener Zuhälter Konecny (Hanno Pöschl). In dessen Rotlicht-Betrieb geht die ukrainische Prostituierte Tamara (Irina Potapenko) anschaffen. Alex träumt von einer besseren Zukunft und plant einen Banküberfall, um seine Tamara danach aus dem Rotlichtmillieu zu befreien. Die Tragödie nimmt ihren Lauf, als der zufällig anwesende Polizist Robert (Andreas Lust) auf den Fluchtwagen schießt und Tamara tödlich trifft. Alex taucht auf dem Hof seines gerade verwitweten Vaters unter, wo er den Schmerz des Verlustes durch harte Arbeit betäuben will.
Revanche zeigt echte, wie aus dem Leben gegriffene Typen, deren Handeln man noch sofort nachvollziehen kann.
Dafür sorgen die unverbrauchten Schauspieler, die es schaffen dass der Film eine dichte Atmosphäre entwickelt. Revanche benötigt ein wenig "Vorlaufzeit", bis er in die Gänge kommt, dann allerdings entwickelt der Film eine immense Spannung, ohne in Übertreibungen auszuufern. Ein leises, aber intensives Stück Filmkunst mit einem "Hollywood-fernen" Schluss.

 

Road to Perdition

Road to Perdition Tom Hanks in einer Rolle als Mafiakiller, der seinen "Beruf" vor seinen 2 Söhnen geheim hält. Natürlich kommt es soweit, dass die beiden ihrem Vater nachspionieren und so Zeuge eines weiteren Mordes werden. Schließlich wird einer der Söhne und Hanks' Ehefrau zur Strecke gebracht, da Zeugen in dem Milieu nicht erwünscht sind. Von da an beginnt eine Hetzjagd. Die Jäger werden zu gejagten.
Tom Hanks interpretiert seine Rolle sehr gut und ist fast jederzeit Mittelpunkt des Geschehens. Leider weist der Film ein paar Längen auf und kommt mit wenigen Spannungshöhepunkten aus. Des weiteren ist die Grundstimmung des Filmes sehr seltsam und unglaubwürdig. Von dem in der Werbung versprochenen Meisterwerk kann keine Rede sein, aber trotzdem ein annehmbarer Streifen.

 

Robin Hood

Robin Hood Robin Longstride ist Bogenschütze im Heer von Richard Löwenherz, das sich auf dem Rückweg von den Kreuzzügen nach England befindet. Als zuerst König Löwenherz, als auch dessen Vertrauter, Robert Loxley fällt, wird Longstride die Bestimmung aufgetragen, die Krone nach England zu bringen und sich um Loxleys Witwe, Lady Marian zu kümmern. So wird aus einem einfachen Bogenschütze ein wichtiges Puzzleteil im Kampf Englands gegen die französischen Invasoren.
Robin Hood 2010 entfernt sich von klassischen Erzählungen dieses Stoffes dahingehend, dass es chronologisch früher angesiedelt ist. Wer davon überrascht wird, der könnte enttäuscht werden. Ebenso ist Robin Hood trotz des Duos Scott/Crowe kein Gladiator II. Wer Russell Crowe kennt, der weiß dass ihn viele Emotionen, eine charismatische Hauptfigur und Pathos erwarten. Wenngleich Crowe sich hier nicht lauthals in den Vordergrund spielt.
Es bleibt genug Zeit, den Nebenfiguren Tiefe zu verleihen, allen voran Cate Blanchett als Lady Marian, die wie geschaffen für diese Rolle ist, da sie die nötige Anmut verkörpert. Ihr Ritt im Kettenhemd zum Schlachtfeld hätte dabei allerdings nicht auch noch sein müssen. Was allerdings Robin Hood zum Spitzenfilmepos fehlt, sind gewisse Längen im Plot, Witzchen, die nicht alle zünden und das gewisse Etwas. Ein solides Werk mit gutem Unterhaltungswert und Atmosphäre ist Robin Hood allemal - dafür ist genügend Ernst vorhanden.

 

Rocky Balboa

Rocky Balboa Da hat sich doch Herr Stallone nach etlichen Jahren daran gemacht seine Rocky-Reihe abzuschließen. Dabei hat er die komplette Mannschaft seiner alten Weggefährten zusammen gescharrt, samt seinem Sohn (vielleicht Anfang 20), der sich in Businesskreisen bewegt und dem es erst etwas peinlich zu sein scheint solch einen Vater zu haben. Natürlich wandelt sich das Bild und die beiden kommen sich näher. Rocky trifft ein Frau, die im letzten Rocky-Streifen noch ein 14 Jähriges Mädchen war und gewinnt ihr Vertrauen.
Den Hauptteil der Geschichte macht allerdings der nahende Boxkampf aus zwischen Mason Dixon, der als ungeschlagener Champion keine adäquaten Gegner mehr findet und eben dem "Italian-Stalion" Rocky.
Leider reicht der Streifen nicht an die mitunter großartigen ersten Teile heran. Speziell das Gefühl kommt nur ansatzweise rüber und die Charaktere bleiben zu sehr an der Oberfläche. Hier wäre mehr möglich gewesen. Der Kampf selbst ist schon sehr abstrus... warum muss erst ein Mittfünfziger kommen um dem ungeschlagenen Champion ein richtiger Gegner zu sein? Na ja - that's cinema.

 

Rompecabezas (Puzzle)

Rompecabezas Maria, die zu ihrem 50. Geburtstag Gäste geladen hat, bekommt von ihrer Familie ein Puzzle geschenkt. Sie erweist sich als äußerst talentiert dafür, besorgt sich Puzzlenachschub und stößt auf eine Anzeige: Partner für Puzzleturnier gesucht. Dahinter verbirgt sich der wohlhabende Roberto. Maria erzählt ihrer Familie, sie würde sich um ihre kranke Tante kümmern, wenn sie sich mit Roberto zum Puzzeln trifft. Nach einer Zeit wird allerdings das Puzzle zur ernsten Belastungsprobe, und Maria muss ihrer Familie die Wahrheit erzählen.
Rompecabezas (Puzzle) erinnert frappierend an die kürzlich gezeigte Produktion Die Schachspielerin, nur dass es sich hier ums Puzzelspiel handelt. Auch hier entdeckt eine Hausfrau ohne wirklich eigene Interessen eine Beschäftigung ganz für sich, die sie ausfüllt und zu neuem Leben erweckt. Die Kamera fängt meist die Gesichter und Geschehnisse aus großer Nähe ein, das sorgt für eine intime Atmosphäre. Gäbe es die Schachspielerin nicht, wäre Rompecabezas ein Geheimtip. So aber muss man nicht wirklich beide Filme gesehen haben. Und welcher Film ist denn nun der Bessere? Während man sich einige Längen gönnt, würde mich als Zuschauer gegen Ende wirklich brennend interessieren, ob Maria denn nun nach Deutschland fliegt oder nicht. So bleibt dieses Geheimnis leider nicht aufgeklärt. Rompecabezas wirkt durch die ärmlichen Verhältnisse und die Menschen wie du und ich etwas authentischer, ist allerdings in Summe noch vorhersehbarer wie die Schachspielerin. Dazu ist María Onetto keine Sandrine Bonnaire, die sich während des Schachspielens zum Augenschmaus entwickelt.

 

Rosenstraße

Rosenstraße Berlin, März 1943. Die in „Mischehen" mit einer Deutschen lebenden Juden werden von den Nationalsozialisten interniert. Fünf Tage und Nächte protestieren die Frauen „Ich will meinen Mann wiederhaben" vor dem Gebäude in der Rosenstraße gegen den befürchteten Abtransport in die Vernichtungslager. Dort begegnen sich Ruth, ein jüdisches Mädchen auf der Suche nach seiner Mutter, und die junge Frau Lena (Katja Riemann), deren Mann zu den Inhaftierten gehört.
Der Film beginnt im heutigen New York, wo Ruth gerade ihren Mann beerdigt hat. In ihrem Schmerz besinnt sie sich auf ihre jüdisch-orthodoxe Religion und lehnt die Heirat ihrer Tochter Hannah mit dem Südamerikaner Luis ab. Hannah (Maria Schrader) begibt sicht auf die Reise in die Vergangenheit und trifft in Berlin die 90-jährige Lena. Rosenstraße verknüpft historisches und authentisches mit fiktivem. Die zwei Zeitebenen ziehen sich alternierend durch die Handlung und werden durch den Einsatz von schwarz- weißem und farbigem Filmmaterial zueinander in Kontrast gesetzt.
Neben Schauspielern wie Maria Schrader und Jürgen Vogel besticht vor allem Katja Riemann in der Rolle der jungen Lena, die so ganz ohne Klischees auskommt. Meiner Meinung nach spielt Katja Riemann zum ersten mal nicht sich selbst. Man fühlt die Angst und Verzweiflung, bewundert den Mut und den Stolz, und atmet die Kraft der Liebe und vergisst letztlich, dass der Film Überlänge hat. Zurecht wurde Katja Riemann dafür bei der Biennale mit dem „Goldenen Löwen" ausgezeichnet.
Fazit: Ein Film über, aber nicht nur für Frauen.

_apricum

 

Roter Drache

Roter Drache Der Dritte Teil um den irren Killer Hannibal Lecter, der allerdings chronologisch vor dem Schweigen der Lämmer spielt. Ein FBI - Agent fasst den irren Mörder (Anthony Hopkins) Lecter und bringt diesen hinter Gitter. Als wieder grausame Morde geschehen, wird Lecter zu Rate gezogen, um das Täterprofil zu vervollständigen. Es beginnt ein Katz und Mausspiel mit einem Spannungsbogen, der sich bis zum Zerreißen spannt. Richtig interessant wird das ganze, als der mutmaßliche Täter ins Spiel kommt. Lecter spielt eigentlich nur eine Nebenrolle, die aber von Hopkins brillant ausgefüllt wird und man bei ihm jedes mal mit einer Überraschung rechnen muss.
Dieser Psychologisch tiefgängige Streifen kommt nahezu ohne Ekelszenen aus und schöpft seine Stärke aus der dichten Handlung und Recherche. Auch der Mörder (dargestellt durch Ralph Fiennes) spielt seine Rolle sehr ordentlich, sodass der Rote Drache nahezu ein Meisterwerk geworden ist. Das Niveau vom Schweigen der Lämmer wird fast erreicht. Zur 6er Bewertung fehlen mir ein paar mehr blutige Szenen :-)). Trotzdem ein absolutes MUSS!

 

Rubbeldiekatz

26.01.2012

Rubbeldiekatz Weil es mit seiner Schauspielkarriere nicht vorangeht, versucht Alexander in Frauenkleidern an bessere Rollenangebote zu kommen und hat auch gleich Erfolg damit. Als Alexandra bekommt er die weibliche Hauptrolle in einer Produktion, die das Dritte Reich verkörpert. Vor allem auch zur Freude seiner Geldklammen Brüder, die auch als Manager und Kostümberater fungieren. Die Probleme beginnen allerdings, als „Alexandra“ sich in seine Kollegin Sarah Voss verliebt und dessen echte Identität aufzufliegen droht.
Der absolute Knaller ist hier auf jeden Fall Matthias Schweighöfer als Frau – da kann manch echte Frau neidisch werden. Positiv vermerken kann man vor allem, dass Rubbeldiekatz fast ohne den zuvor erwarteten dümmlichen Klamauk auskommt. Das hervorragende Schauspielensemble trägt dazu bei, dass die Handlung zumeist recht glaubwürdig rüber kommt. Trotzdem bleibt kaum mehr als ein nettes Filmchen ohne viel Hintergrund.

 

Salami Aleikum

Salami Aleikum Der junge Mohsen ist Iraner und soll die Schlachterei seines Vaters übernehmen. Doch bringt er es nicht übers Herz Tiere zu töten. Da er seinen Vater nicht enttäuschen will, lässt er sich auf ein Geschäft mit Schafen aus Polen ein, die er nicht selbst schlachten muss. Auf seiner Fahrt nach Polen macht sein Transporter schlapp und er strandet in der Ostdeutschen Provinz, wo der einstige Stolz, die Wollmanufaktur des VEB längst Geschichtte ist. Der Ort wurde so mehr und mehr zur Geisterstadt. Mohsen landet in der Autowerkstatt bei der Ex-Kugelstoßerin Ana und verliebt sich sofort in sie. Problem: Sie ist Vegetarierin und Mohsen erzählt ihr nichts von der Schlachterei, sondern schwindelt sie an. Ein Film, wie ein Märchen, dabei aber einfach leicht und wunderschön. Kein Klischee wird ausgelassen, aber das macht erst den Witz aus, so überzeichnet sind stellenweise die Charaktere. Durch die Sanges- und Tanzeinlagen werden wir an Bollywood erinnert, was nicht zwingend sein müsste, aber zum Erzählstil des Filmes passt. Ein Streifen, wie ein kühler, leichter Sommerwind.

 

Saw

Saw Zwei Personen, die sich nicht kennen erwachen angekettet in einem heruntergekommenen gefliesten Kellerraum. In der Mitte des Raumes: eine Blutüberströmte Leiche.
Was abgefahren und absurd klingt entwickelt sich zu einem erstklassigen, mit beschränktem Budget gedrehten Horror-Thriller.
Nach und nach entwirrt sich das Schreckensszenario zu einer schlüssigen Handlung, bei der alle Personen irgendwie miteinander verstrickt sind.
Im Stile von Sieben oder Das Schweigen der Lämmer knallt uns Regisseur James Wan seinen Debut-Streifen um die Ohren, dass es sich gewaschen hat.
Was man mit niedrigem Budget alles schaffen kann wurde uns schon bei The Cube aufgezeigt. So haben wir es auch hier mit Schauspielern bestenfalls aus der zweiten Riege Hollywoods zu tun (Leigh Whannell, Cary Elwes, Danny Glover, Monica Potter), was aber der Spannung keinen Abbruch tut, die bis zum Ende auf hohem Niveau gehalten werden kann.
Liebhabern der oben genannten Filme kann Saw wärmstens empfohlen werden. Wer mit Massen von Blut Probleme hat oder Psycho für einen extremen Horrorfilm hält, der wird sicher bei Saw überfordert sein. Zurecht ist die Altersfreigabe mit 18 Jahren angegeben.

 

Saw II

Saw II Die Fortsetzung des Überraschungserfolges von 2005 ist da!
Wiederum finden wir ein bizarres Szenario vor. Eine Gruppe "scheinbar" fremder Menschen findet sich in einem von Fallen gespickten Haus wieder. Wiederum gilt es Rätsel zu lösen um die Chance zum Überleben zu haben.
Über alledem thront der Jigsaw "Killer", der von der Polizei gefasst verhört wird und geradezu angefleht wird den Irrsinn zu stoppen. Der Hauptschauplatz ist allerdings das Haus, indem die Leute verzweifelt versuchen zu überleben.
Wie erwartet blutig geht es auch in diesem Sequel zur Sache. Detaillierte Nahaufnahmen erwecken den Ekel des Zuschauers und faszinieren gleichzeitig. Es ist das was einen wirklichen Horrorfilm ausmacht: dieses Wechselspiel aus angewidert wegschauen, aber trotzdem doch jede Szene aufzusaugen und nichts verpassen zu wollen.
Wie im ersten Teil kann sich der Zuschauer wieder auf einen überraschenden Schluss gefasst machen und die Gewissheit: Teil 3 lässt nicht lange au sich warten. Ich hätte jedenfalls sofort Lust gehabt mir diesen direkt im Anschluss anzutun ;-)
Fazit: Bleibt knapp hinter dem Vorgänger zurück, kann aber trotzdem jeden Splatter-/Horror-/Blutjunkie überzeugen.

 

Saw III

18.03.2007

Saw III Da ist er nun, der finale Teil der "SAW"-Trilogie. Der Jigsaw Killer liegt im Sterben und längst hält Amanda, die sein Erbe angetreten hat die Fäden in der Hand - so scheint es. Doch letztendlich kontrolliert der Killer himself das Geschehen bis zum Schluss. Mit Blut, fiesen Gewaltszenen und absurdesten Folterwerkzeugen wird auch hier nicht gespart. Leider gibt es keine durchgängige Story. Der spannende Wettlauf Polizei - Killer fehlt in Teil III völlig. Dabei verliert sich der Streifen oft (zu oft) in Rückblenden, die zwar erklärend auf die Gesamtgeschichte wirken, dafür aber leider den Drive aus der Story nehmen und es "SAW-Neulingen" schwer machen Teil III für sich alleine anzuschauen.
Die beiden Vorgänger waren bei weitem stärker.

 

Saw IV

15.02.2008

Saw IV Von wegen der finale Teil der Trilogie... Mittlerweile der vierte Teil des Überraschungserfolges um den Jigsaw-Killer liegt uns hier vor.
Nachdem Teil 3 wenig überzeugt hatte, erinnerten die ersten Szenen an die erdrückende Atmosphäre aus Teil I. Leider löst sich das Ganze dann recht bald in Wohlgefallen auf. Schnelle Schnitte und wirre Handlungen, immer wieder unterbrochen von Szenen, in denen sich die Protagonisten selbst oder ihren nächsten Schaden müssen, um (vorerst) davonzukommen. Mittlerweile macht sich dann auch ein Gähnen breit, denn bis auf die Szene mit dem "Messerhelm" kann den Zuschauer wenig schocken, was er nicht schon in den 3 Teilen zuvor besser gesehen hat.
Fazit: Ziemlich überflüssig. Nach Teil 2 konnte man Saw getrost begraben.

 

Schwerkraft

Schwerkraft Der Bankangestellte Frederik Feinermann (Fabian Hinrichs) gerät nach und nach völlig aus der Bahn, als sich ein Kunde vor seinen Augen erschießt, dem Feinermann den Kredit gekündigt hatte. Als Frederik den Jugendfreund Vince (Jürgen Vogel) trifft, der frisch aus der Haft entlassen wurde ist der Hang zum Illegalen nicht mehr fern. Nach dem ersten Einbruch findet Frederik gefallen daran gegen das Gesetz zu verstoßen und ganz im Gegensatz zu seinem gestriegelten, langweiligen Bankleben auf den Putz zu hauen. Was als Doppelleben eine Weile gut geht, muss schließlich ans Licht kommen - spätestens, als die kühle Nadine auftaucht, die von Frederik angehimmelt wird ist der Wahnsinn allgegenwärtig.
Regisseur Maximilian Erlenwein schafft hier ein groteskes tragikomisches Werk von Losertypen, die ihr Glück finden wollen. Ein höchst ungewöhnlicher Film, der es nach dem Knallerstart schwer hat, die Spannung die ganze Zeit über zu halten. An den brillanten Schauspielern liegt es aber nicht. Trotzdem, ein überdurchschnittliches Werk, das mit tollen, überraschenden Momenten auftrumpfen kann und sich nicht immer so Bierernst nimmt.

 

Selbstgespäche

Selbstgespäche Hauptschauplatz des Geschehens ist ein Callcenter mit all seinen Klischees und Abgründen. Sascha (Maximilian Brückner) ist sich sicher, dass er ein bombiger Telefonverkäufer ist, schließlich hat er Erfahrung als Anheizer vor Fernsehshows oder in Werbepausen. Im Callcenter tummeln sich allerhand verquerte Charaktere, angefangen vom prolligen Fußballfan, über den in Frauendingen scheuen Adrian (Johannes Allmeyer), der aber am Telefon ein Verkaufsass ist bis hin zur alleinerziehenden Marie (Antje Widdra), die eigentlich Architektur studiert hat.
Dem Callcenter vorstehend ist Richard (August Zirner), der einerseits ein hartes Regiment führt, zu Hause aber bei seiner Frau immer schlechtere Karten hat und dadurch versucht ab und an Herz bei der Arbeit zu zeigen. Als das Callcenter unter Druck gerät und mehr Verkaufsabschlüsse abliefern muss, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Selbstgespräche öffnet uns die Tür zum sehr ungeliebten Job des Telefonagenten. Stellenweise übertrieben und voller Klischees, andererseits aber wohl mit mehr als einem Funken Wahrheitsgehalt kann Selbstgespräche kurzweilige Unterhaltung bieten. Es macht Freude zu sehen, wie sich die Charaktere entwickeln und in Stress-Situationen verhalten. So wachsen dem Zuschauer auch die ungeliebten Personen quasi ans Herz und man fragt sich am Ende: Was, ist der Film denn schon vorbei?

 

Shrek IV - Für immer Shrek

Shrek IV - Für immer Shrek Shrek hat sein Glück gefunden: Mit seiner Frau Fiona und seinen drei Kindern teilt er sich sein Haus. Ab und zu kommen Touristengruppen und bestaunen den Oger, der sich zunehmend seinen alten Sumpf zurückwünscht, denn jeder zerrt an ihm und niemand hat mehr Respekt vor dem Oger. Wie es der Zufall will, trifft Shrek Rumpelstizchen. Dieser bietet Shrek ein "tolles" Geschäft an. Allerdings hat's das Kleingedruckte in sich und so beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Die Kernaussage "man findet immer das am spannendsten, was man nicht hat" ist so neu nicht.
Wir treffen die alten Bekannten wieder und mit Rumpelstilzchen und seinen Hexen eine wahrhaft böse Brut. Die Gags zünden, die Action ist rasant und atemberaubend und die Technik (3D-Effekte) große Klasse. Trotzdem ist der vierte Shrek in Summe nur Durchschnitt. Das liegt vor allem an der lausigen Story (wenn die Ideen ausgehen, muss Zauberkraft wirken) und an den für meinen Geschmack übertrieben häufigen Tanz- Musik und Slapstickeinlagen.

 

Signs - Zeichen

Signs - Zeichen Der neue Streifen mit Mel Gibson behandelt das Trendthema von vor 25 Jahren - die Kornkreise... stammen sie von Außerirdischen, oder sind sie nur ein Scherz von ein paar Spaßvögeln? Zunächst einmal muss man sagen, dass Signs ein sehr ruhiger Film ist, also kein zweiter Independence day. Aber hier liegt auch die Stärke des Films, dann man wird schon durch die kleinste Kleinigkeit von seinem Sessel aufgeschreckt. Der Spannungsbogen spannt sich immer weiter und entlädt sich mit den direkten Kontakten zu den Außerirdischen. Diese sind sehr gut gemacht und wirken nicht lächerlich. Einziger Kritikpunkt des Films ist die künstlich wirkende „Familie". Es wollen lange keine richtigen Gefühle rüberkommen und die Familienverhältnisse klären sich erst nach und nach auf. Alles in allem ein recht guter Film mit einem dieses Mal nicht ganz so starken Mel Gibson.

 

Slumdog Millinär

Slumdog Millinär Der größte Tag in Jamal's Leben: er steht bei der indischen Ausgabe der TV-Show "Wer wird Millionär?" vor der letzten Frage. 14 Mal hat er bereits richtig geantwortet und morgen winkt der Hauptgewinn. Der Moderator glaubt nicht, dass ein ungebildeter Armer die Antworten wissen kann. Während die Polizei Jamal brutal verhört, kennt er nur das Ziel seine große Liebe Latika wiederzufinden. In Rückblenden erfährt man mehr über das Schicksal des Jungen Jamal und wie er ausgerechnet diese Fragen beantworten konnte.
Mitten im Slum von Mumbai wurde Slumdog Millionär gedreht und soll dadurch die reale Atmosphäre dieses Molochs einfangen. Das gelingt nicht vollständig - zu sauber wirken die Beteiligten und so enthält das Slum durch die Luftaufnahmen sogar etwas Schönes und Faszinierendes.
Da die Show alleine nicht den ganzen Film tragen würde, nehmen wir teil am Leben und Schicksal des Jamal. Dabei wechseln sich grausame Bilder (die Folterungen und das "Blenden" eines Jungen) und schnelle, bunte Schnitte á la Bollywood ab.
Die acht Oskars, die Slumdog Millionär einheimsen konnte gönne ich diesen Film von ganzem Herzen, aber letztlich bietet er trotzdem zu wenig um nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben.
Gut, ja - aber das waren bereits recht viele Filme in 2009.

 

So finster die Nacht

Mein bester Film 2008

So finster die Nacht Eine trostlose Plattenbausiedlung ohne Gesicht und ohne Geschichte in Nähe von Stockholm. Hier lebt Oskar, ein 12 Jähriger Junge, der von seiner Mutter vernachlässigt in der Schule stets Opfer von Hänseleien ist. Eines Abends trifft er auf dem Spielplatz vor dem Haus die "sonderbare" Eli, die hier mit ihrem "Vater" frisch eingezogen ist. Die beiden treffen sich fortan häufiger und es entwickelt sich eine zarte Freundschaft. Noch ahnt Oskar nichts von ihrem schrecklichen Geheimnis.
So finster die Nacht projeziert die Grundmerkmale des Vampirfilms in eine triste Welt, die überaus real wirkt. Die beiden kindlichen Darsteller ziehen den Zuschauer durch ihre zarte Romanze zuckersüß in ihren Bann.
Jede noch so ruhige Einstellung wirkt düster, ernst und realistisch. Die Elemente des typischen Vampirfilms treffen den Kinobesucher dadurch umso härter.
Ein Film, der fesselt und leider viel zu schnell zu Ende ist. Dafür kann es nur die Höchstnote geben.

 

Sommersturm

Sommersturm Coming-out, die erste Liebe, das erste Mal... Sommerzeltlager, Vorbereitung auf einen Ruder- Wettkampf im Bergischen Land, bayrische Mannschaft trifft auf sächsischen Verein und dann sind da noch die "QueerSchläger" aus Berlin... Tobi (Robert Stadlober) verliebt sich in seinen besten Freund Achim (Kostja Ullmann), der hat nur Augen für Sandra und Anke (Alicja Bachleda-Curus) wiederum versucht Tobi für sich zu gewinnen... die Zeichen stehen auf Sturm...
So oberflächlich wie sich die Zusammenfassung des Inhalts anhört, so facettenreich, aufrichtig, heiter und sensibel wird die Story umgesetzt. Einfühlsam werden die emotionalen Irrungen und Wirrungen des Erwachsenwerdens unter die Lupe genommen. Der Film lebt von einer erfrischenden Unbeschwertheit, von der Balance zwischen Tragik und Komik, zwischen Klischees und echten Gefühlen. Dafür sorgt nicht zuletzt die hervorragende Besetzung, allen voran Robert Stadlober, der Tobis Selbstfindungsprozess so hinreißend ehrlich und glaubwürdig verkörpert. Sommersturm ist ein mutiger Film, der durch das Selbstverständnis im Umgang mit dem Thema Homosexualität besticht und dabei zeigt, dass genau diese Akzeptanz in unserer Gesellschaft noch nicht vorhanden ist. Dabei versinkt er niemals in Selbstmitleid, sondern gibt Hoffnung.
Fazit: Ein mutiger Film, der Hoffnung gibt. Dazu ein Soundtrack par excellence.

_apricum

 

Somewhere

Somewhere Dem berühmten Hollywoodstar Johnny Marco (Stephen Dorff), Hauptdarsteller von Somewhere, fehlt es auf den ersten Blick an nichts. Er wohnt in einem luxuriösen Hotel, teilt sich seine Zeit frei ein und verfügt auch über reichlich Geld, um sich seinen Luxus zu finanzieren. Doch er muss sich eingestehen, dass all diese Dinge ihn nicht so recht ausfüllen und er trotzdem von großer Langeweile gepeinigt wird. Eines Tages ändert sich aber alles: seine elfjährige Tochter Cleo, taucht unerwartet auf und zum ersten Mal muss Johnny für jemand anderes Verantwortung übernehmen und sich kümmern. Cleo bringt frischen Wind in Johnnies Leben und sorgt dafür, dass er beginnt über sich nachzudenken.
Regisseurin Sofia Coppola, Tochter des berühmten Regisseurs Francis Ford Coppola – also ein Name, der verpflichtet, hat diesen Film erdacht.
Speziell Hauptdarsteller Dorff wirkt wirklich wie ein cooler bekannter Filmstar. Dadurch, dass die Kamera immer ein wenig länger einer Szene beiwohnt, als nötig, wird die Botschaft von Somewhere verstärkt: Wenn man alles hat, dann gibt es nichts Besonderes mehr, das einem Freude bereitet...
Einzig die Zeit mit seiner Tochter (hier klasse dargestellt von Elle Fanning) füllt seine innere Leere aus. Allerdings strengt gerade dieses Verweilen der Kamera in starren oder sich wiederholenden Einstellungen den Zuschauer merklich an und vermag nicht über den gesamten Film zu tragen. So ist es hier leicht von Längen zu sprechen, die Somewhere zweifellos hat.

 

Spielzeugland

Spielzeugland Wie aktuell beim Jungen im gestreiften Pyjama beschäftigt sich Spielzeugland mit dem Holocaust aus Kindersicht. Man fragt sich zunächst, wieviel Story in 13 Minuten möglich ist - eine ganze Menge! Die Freundschaft, die weder Rassen noch Politik kennt ist unzertrennlich. Die Schluss-Sequenz ist alleine schon den Oscar wert.

 

Star Trek - Nemesis

Star Trek - Nemesis Nach 4 Jahren Pause ein weiterer Star Trek Film. Die Vorschau ließ mehr Action vermuten. Allerdings beschränkte sich diese auf den letzten Teil des Filmes. Die erste dreiviertel Stunde zieht sich wie Kaugummi und lässt kaum Spannung aufkommen. Dazu aberwitzige Szenen, die schon nicht mal mehr witzig sind (speziell der Sprung des Buggies direkt in das Ferngesteuerte Raumschiff. Die Story reißt nicht wirklich mit und selbst gegen Ende ist alles absolut vorhersehbar. Wenigstens sind die Tricks und Effekte ziemlich ansehnlich. Mehr als 3 Punkte sind dafür nicht drin.

 

Star Wars Episode II

Star Wars Episode II Die Weltraumsaga geht weiter! Nach der doch eher mäßigen Episode I war die Vorfreude meinerseits recht groß auf die Fortsetzung. Der Film sollte über 2 Stunden Spielzeit haben, um uns nach einer Stunde eine kurze Pause zu bescheren. Nun, was ist dran an Episode II? Ich muss gestehen, dass ich doch ziemlich enttäuscht war. Die Darsteller waren ziemlich hölzern und vor allem die erste Stunde wies doch einige Längen auf. Man hatte stellenweise das Gefühl, eine Liebesgeschichte mit ein paar Effekteinlagen vor sich zu haben. Nach der Pause wurde es dann etwas besser, ohne groß zu überzeugen. Klar, die Trickeffekte waren vom Feinsten, aber das reicht heute auch nicht aus, um aus einem schwachen Film ohne viel Story ein Meisterwerk zu machen. Der Schluss war eigentlich die größte Frechheit... waren die anderen Teile stets in sich abgeschlossene Geschichten (nach dem Motto: etwas hat überlebt), hört Episode II eigentlich mittendrin auf. Gerade, als man das Gefühl hatte, jetzt könnte es doch noch etwas werden... Für diesen Aufwand bietet der Film viel zu wenig und mehr als schwache 3 Punkte sind nicht drin.

 

Star Wars Episode III

Star Wars Episode III Was war das für eine Zeit 1977… wir waren im Star Wars Fieber, kannten alle Figuren und spielten die Szenarien im Kinderzimmer nach. Jetzt endlich – das letzte Kapitel sollte Aufklärung geben über die fehlenden Puzzleteile zwischen Episode II und dem eigentlich ersten Star Wars Teil. Nach den letzten beiden eher enttäuschenden Teilen musste ich mich fast ins Kino zwingen, aber Episode III ist um einiges besser als die beiden Vorgänger. Es ist durchaus spannend inszeniert wie aus Anakin Skywalker der dunkle Lord Vader und wie aus dem Kanzler der dunkle Imperator wurde. Leider ist nahezu alles schauspielerische nur ein kleines Beiwerk zu den gewaltigen Effekten und computergenerierten Szenarien, die ohne Zweifel beeindrucken.
Episode III verliert sich nicht in Liebesgesülze und lässt auch wenig Atempausen um uns ins nächste Kriegsgetümmel zu führen. Bei aller Action bleiben die feinen Details auf der Strecke, die uns die Helden in den 3 Ur-Filmen ans Herz haben wachsen lassen. Hier ist nahezu jeder austauschbar und so geschieht es auch zumeist. Kurz vor Ende dann der Höhepunkt: der Zuschauer wird erlöst vom Antlitz des dem Kindergarten entsprungenen neuen Pseudo-Hollywood-Superstars Hayden Christensen, als dieser endlich die Maske des Lord Vader verpasst bekommt :-).
Den Zauber der „alten“ Trilogie erreicht auch Episode III nicht einmal ansatzweise. Vielleicht ist heute auch einfach nur eine andere Zeit oder ich bin zu alt für das Kinderzimmer…

 

Staub

22.02.2008

Staub Dokumentarfilme sind schwer im kommen. Staub beschäftigt sich mit dem kleinsten noch sichtbaren Teilchen, das überall ist und nirgends sein darf. Ein überaus interessantes Thema, das sehr viele Blickwinkel zulässt. So wird der Alltag (Reinigungskraft), die Natur (Fotosynthese), die Industrie (Braunkohleabbau) und große Tragödien (Anschläge des 11. Septembers) beleuchtet, wie auch wissenschaftliche Hintergründe (Entstehung von Welten/Sternenstaub).
Leider muss sich Staub zwei Kritikpunkte gefallen lassen:
1. Es wurde sehr oft zu intensiv ins wissenschaftliche Detail gegangen, was für den Laien auf Dauer ein wenig ermüdend ist und
2. der Sprecher, der zwar über eine sehr sonore Stimme verfügt, leider aber seinen "Text" emotionslos herunterleiert, was der Aufmerksamkeit abträglich ist.
Dennoch, ein lohnenswerter Film, der zum Nachdenken anregt.

 

Stilles Chaos

Stilles Chaos Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau ist Pietro nicht mehr er selbst. Anstatt offen zu trauern, widmet er sein Tun alleine seiner Tochter, die er fortan zur Schule bringt und in einem kleinen Fleckchen Park so lange wartet, bis er sie wieder mit nach Hause nehmen kann. In diesem Parkstück begegnen ihm ständig die gleichen Leute (Eine junge Frau, die dort ihren Hund Gassi führt, eine Frau mit ihrem behinderten Sohn...). Schon bald redet man über das sonderbare Verhalten.
So interessant, wie sich die Geschichte anhört, so unrealistisch kommt sie auch rüber (welcher Arbeitgeber akzeptiert, dass sein Angestellter einfach mal so mehrere Monate nicht im Büro erscheint? Und am Ende wird ihm noch eine leitende Position angeboten).
Während aber Nanni Moretti noch relativ passabel den Pietro verkörpert, ist seine Tochter einfach nur ein unkomplizierter, süßer Fratz. Es gibt keine Probleme, keine Ängste, keine Trauer... und ihre Sprüche wirken irrsinnig vernünftig und erwachsen, wie sie nur ein Drehbuch, aber nicht das Leben schreibt.
Gepflegte Langeweile mit kleinen Unterbrechungen - dieses Chaos ist einfach zu still.

 

Sunshine Cleaning

Sunshine Cleaning Im Mittleren Westen der USA schlägt sich die alleinerziehende Mutter Rose (Amy Adams) als Putzfrau durchs Leben. Ihr 7-Jähriger Sohn Oscar (Jason Spevack) fällt in der Schule ständig unangenehm auf und soll auf eine Privatschule wechseln, was sich Rose natürlich absolut nicht leisten kann. Ihr Vater Joe (Alan Arkin) versucht ihr unter die Arme zu greifen, indem er mit wagemutigen Geschäftsideen versucht, etwas zur Aufbesserung der klammen Kasse beizusteuern. Roses jüngere Schwester Norah (Emily Blunt) hat gerade ihren Kellnerjob verloren, was das Chaos komplettiert. Da fällt den beiden Schwestern eine lukrative Geschäftsidee in den Schoß: Das Schwestern-Duo reinigt Tatorte von Gewaltverbrechen, was sich nach anfänglichem Ekel als einträgliches Geschäft entpuppt. Die eigene Firma wird gegründet: Sunshine Cleaning.
Hinter dem Titel Sunshine Cleaning vermutet man eine Trullala-Teeniekomödie, doch der Film bietet weitaus mehr: er zeichnet die Wirklichkeit im Berufsleben der Amerikaner. Zum Teil in „Feel-good“ - Manier, behält sich aber eine gewisse Ernsthaftigkeit bei. Speziell die Hauptdarstellerin verkörpert die Rose sehr natürlich. Der Regisseur hat sich kantige Typen für die Geschichte ausgesucht, was glaubhaft wirkt und dem Streifen Atmosphäre und große Gefühle verleiht.
Sunshine Cleaning, ein tragisch-realistisches Machwerk mit einem etwas zu rosigen Happy-End.

 

Survival of the Dead

Survival of the Dead George Romero hatte seinerzeit ein neues Genre kreiert, den Zombiefilm und damit Geschichte geschrieben. Nach einer Riesenpause begann er mit Land of the dead an die alten Erfolge anzuknüpfen. Aus der Fachwelt erntete er dafür überwiegend Hohn und auch der Nachfolger, Diary of the Dead konnte wenig überzeugen. Nun, 2010 mit Survival of the Dead schon wieder ein Romerozombie. Die Menschheit ist dahingerafft und ein paar Überlebende erhoffen sich auf einer Insel sichere Zuflucht, doch wieder einmal muss man feststellen, dass die Menschen weitaus gefährlicher sind, als die Zombies. Durch das Westernmilieu wird eine neue Komponente hinzugefügt.
Zum Einen muss man sagen, dass die Zombies wieder schön langsam und hungrig daherkommen. Die Gedärmeeffekte genretypisch vollendet und auch die Ideen (Briefträger, Feuerlöscher in Mund...) sind vom Feinsten. Leider ist das ganze Setting wenig bedrohlich und beklemmend. Das ist der große Minuspunkt von Survival of the Dead. Leider nimmt diese Tatsache auch mehr und mehr die Spannung. Man hat nie den Eindruck, gleich müsste sich ein Zombie einen der Überlebenden schnappen, bitte schön schon gar nicht, wenn die beiden Clans ihre Dialoge austragen.
3 Genreliebhaberpunkte

Bewertung