Filmkritiken
Beim Schreiben von Filmkritiken lege ich weniger Wert auf ausführliche Beschreibungen, sondern eher auf ein kurzes, prägnantes Fazit.
» Nicht auflegen
» Nord
» O'Horten
» Pathfinder
» Planet der Affen: Prevolution
» Poll
» Polnische Ostern
» Populärmusik aus Vittula
» Rage
» Resident Evil
» Revanche
» Road to Perdition
» Robin Hood
» Rocky Balboa
» Rompecabezas (Puzzle)
» Rosenstraße
» Roter Drache
» Rubbeldiekatz
» Salami Aleikum
» Saw
» Saw II
» Saw III
» Saw IV
» Schwerkraft
» Selbstgespäche
» Shrek IV - Für immer Shrek
» Signs - Zeichen
» Slumdog Millionär
» So finster die Nacht
» Sommersturm
» Somewhere
» Spielzeugland
» Star Trek - Nemesis
» Star Wars Episode II
» Star Wars Episode III
» Staub
» Stilles Chaos
» Sunshine Cleaning
» Survival of the Dead
Nicht auflegen
Stu Shepard ist ein energiegeladener, smarter Medienjongleur. Im schicken Designeranzug eilt er durch die Straßen Manhattans und pokert über zwei Handys gleichzeitig mit Kunden und Redakteuren. Er lügt, er droht, er schmeichelt, er scherzt, und zwischendrin findet er sogar ein paar charmante Worte für seine Ehefrau Kelly. Ruhe sucht er in der letzten abschließbaren Telefonzelle auf der 53. Straße. Von hier aus ruft er Pamela an, eine junge Schauspielerin, mit der er seine Frau betrügt. Als Stu die Telefonzelle wieder verlassen will, klingelt es. Instinktiv nimmt er den Hörer ab und gerät in eine höllische Falle. Der unbekannte Anrufer ist ein Scharfschütze und Serienkiller. Aus irgendeinem Hochhausfenster hat er sein Präzisionsgewehr auf ihn gerichtet. Er weiß alles über Stu; er will, dass Stu seine Sünden bekennt. Seine Botschaft lautet: Wenn du den Hörer auflegst, bist du ein toter Mann. Dieser Streifen schafft es, mit recht wenig Aufwand durch seine dichte Atmosphäre eine unverhältnismäßig große Spannung zu erzeugen und diese über die gesamte Filmlänge weitestgehend zu halten und das, obwohl NICHT AUFLEGEN nur an einer location spielt. Vor allem die tiefgreifenden psychologischen Wandlungen und die allgegenwärtige Bedroh- ung durch das „Unbekannte" fesseln den Zuschauer an den Sitz. Dieser Film braucht keine großen Effekte um eine schwache Story zu überdecken.

Nord
Der ehemalige Skiläufer Jomar arbeitet nach einem Nervenzusammenbruch als Liftwärter.
Er hasst seinen Job und will weg. Eines Morgens steht ein alter Freund vor der Tür und
teilt ihm mit, dass er Vater eines Kindes ist, das im Norden des Landes lebt.
Jomar beschließt, sich auf den Weg zu seinem Sohn zu machen. Unterwegs trifft er auf
unterschiedliche Leute, die ihm jeweils auf seinem Weg helfen und bei denen sich stets
skurrile Begebenheiten ereignen.
Skurril trifft es wohl am besten, was Jomar auf seiner Reise mit seinen Bekanntschaften
erlebt. Solch absurde Ideen sind typisch für die Nordische Filmkultur. Ähnlich abgedrehte
Szenen brannten sich bereits bei O'Horten ins Hirn des Zuschauers ein. Noch Wochen
später muss man schmunzeln, wenn man z. B. an den in Schnaps getränkten Tampon denkt.
Die Geschichte selbst gibt dabei weniger her und so fesseln eigentlich nur die
winterlichen Bilder aus dem Skandinavischen Hochland.

O'Horten
Odd Horten ist 67 Jahre alt und auf seiner vorletzten Fahrt von Oslo nach Bergen
bevor er seinen wohlverdienten Ruhestand antritt.
Zum ersten Mal in fast vierzig Jahren verschläft der sonst so besonnene Horten und
verpasst tatsächlich seinen letzten Zug.
Dieses Missgeschick ist der Anfang einer unglaublichen Odyssee, in der Horten auf der Suche
nach Erfüllung seiner vielen neu erlangten Freizeit durch diverse Kuriositäten stolpert.
Bard Owe mimt Odd Horton richtig schön „kauzig“ in diesem Norwegischen Film, der sich mit dem
„aktiven“ Altsein beschäftigt.
Die Dialoge bleiben leider recht hölzern, was auch der mangelhaften Synchronisation geschuldet
werden kann. Die aberwitzigen Erlebnisse machen Spaß und sorgen immer wieder mal für große
Erheiterung, allerdings birgt die (zu) ruhige Handlungsfolge die Gefahr der Langeweile.
Licht und Schatten wechseln sich ab und ergeben in der Summe durchschnittliches, wenn auch
ungewöhnliches „Nischenkino“.

Pathfinder
14.05.2007
2007 ist wohl das Jahr der Wikinger. Nach der Spieleszene hat auch die Filmindustrie das
Thema wiederentdeckt.
Sehr düster kommt Pathfinder daher was die Farbgebung, die Gestalten und die
Landschaften angeht. Die Wikinger treffen auf die Ureinwohner Amerikas und verwüsten
dort alle Dörfer und Ansiedlungen. Ein Wikingerknabe wurde einst dort ausgesetzt oder
vergessen. Dieser wächst von dortan bei den Indianern auf und kämpft schließlich gegen
sein eigenes "Volk". Das Wort "Volk" im Zusammenhang mit den Wikingern ist allerdings
fehl am Platze, denn diese agieren wie eine unmenschliche Monsterhorde in schweren
Rüstungen. Oberwikinger ist kein Geringerer als Muskelmann Ralf Möller, den man
allerdings hinter seinem Visirhelm überhaupt nicht erkennt.
Pathfinder wird zurecht oft mit Mel Gibsons Apocalypto verglichen, denn
die "Geschichte" weist gewisse Ähnlichkeiten auf. Pathfinder ist dabei ein
kleines Stück stärker, aber trotzdem weit weg von einem tiefsinnigem Filmerlebnis.
Muss man sich nicht antun.

Planet der Affen: Prevolution
04.10.2011
Planet der Affen: Prevolution führt uns ins Amerika der Gegenwart. Der junge Wissenschaftler Will Rodman
(James Franco) und sein Vater (John Lithgow) erforschen moderne Heilmittel, die gegen Demenz wirken sollen.
Doch zuvor wollen die Medikamente am Affen getestet werden. Der Laboraffe Cäsar spielt „Versuchskaninchen“,
doch es stellen sich nach geraumer Zeit verblüffende Nebenwirkungen ein.
Zuerst vorweg: Ich habe noch nie einen "Affenfilm" gesehen, also gehe ich ganz unvoreingenommen an die Sache.
Ich war überrascht, wie langsam sich Prevolution entwickelt, was aber nicht negativ gemeint ist, denn so wird
wissenschaftlich alles plausibel vorbereitet. Mit fortschreitender Dauer allerdings kommt näher, was in einem
US-Blockbuster kommen muss: ein immer absurder werdendes Ende, das einzig und allein auf Action und Effekte zielt.
Schade, aber für die Zielgruppe "Popcornkino" muss das wohl sein.
Leider sitzt Prevolution dadurch auch zwischen den Stühlen, denn genau der anvisierten Zielgruppe wird das zu wenig
Bombast sein und wer Realismus bevorzugt, der kann auf die letzte halbe Stunde getrost verzichten.

Poll
Die 14 jährige Deutsche Oda reist zu ihrem Vater. Dieser lebt auf einem abgelegenen
Gut, das direkt an der Estnischen Küste auf Stelzen gebaut wurde. Sie findet Interesse
an seinen Forschungen, welche die Sezierung toter Körper beinhaltet und schaut ihm über
die Schulter. Die Jagd der Zarenarmee auf estnische Anarchisten lässt auch das Gut
nicht aus. Eines Tages entdeckt Oda einen verletzten Anarchisten, verarztet seine
Wunden und versteckt ihn vor den Schergen des Zaren. Langsam kommen sich die beiden
näher und freunden sich an.
Pompöse Kulissen, ein markantes Gebäude und eine Garderobe, die eine Menge Atmosphäre
versprüht. Paula Beer verkörpert die junge Oda von Siering (später Schäfer) mit sehr
viel Hingabe. Edgar Selge (Ebbo von Siering) und Richy Müller (-anfangs etwas
gewöhnungsbedürftig) ist nichts vorzuwerfen, dennoch will Poll nicht so recht
zünden.
Das Actionfeuerwerk, das uns im Trailer vorgegaukelt wird, kann der Film nur in der
letzten Viertelstunde halten - zu wenig bei der Länge. Schwerer allerdings wiegt die
Tatsache, das Poll viel zu wenig zu erzählen hat und dafür zuviel Aufwand betrieben wird.

Polnische Ostern
Das Schicksal trifft den allein stehenden Bäckermeister Grabosch hart: nach dem Unfalltod
der Tochter soll auch noch sein einziges Enkelkind bei dessen polnischem Vater aufwachsen.
Grabosch will aber Mathildas neue Familie an Ostern in Polen besuchen und dafür sorgen, dass
seine Enkelin wieder zurück nach Deutschland kommt. Je länger sich der alte Mann aber dort
aufhält, desto mehr lösen sich sämtliche Vorurteile, die er bisher gegen die Polen gehegt
hatte auf.
Henry Hübchen findet keine richtig guten Rollen mehr für sich. Seit dem tollen Alles auf
Zucker gelingt keiner seiner Filme so richtig. Das ist leider bei Polnische Ostern
nicht anders. Die Familienverhältnisse kann man lange nur erahnen - erst langsam deuten sich
die Vorkommnisse der Vergangenheit an. So fragt sich der Zuschauer lange: was soll das Ganze
und warum ist das jetzt soundso. Dazu kommen die großen Schwächen, dass der kommödieske
Teil nicht wirklich lustig, und der ernsthafte Teil nicht aufwühlend ist. Geschichte samt
Details wirken total vorhersehbar und emotionslos. Die abgedroschenen Klischeephrasen zur
Deutsch-Polnischen Geschichte entlocken dem Zuschauer kaum mehr als ein gelegentliches
Schmunzeln. Das ist für gute Kinounterhaltung viel zu wenig.

Populärmusik aus Vittula
Der Film handelt vom Leben und Treiben im von der Zivilisation und der Moderne nahezu
vergessenen schwedischen Örtchen Vittula in den 60er Jahren. Alles ist geordnet und hat
seine Regeln. Wer aufbegehrt wird von den „Erwachsenen“ in die Schranken gewiesen. Hier
scheint ein Ausbrechen aus den gesellschaftlichen Zwängen unmöglich.
Hauptfiguren sind die beiden Freunde Matti und Niila die seit früher Kindheit zusammen
ihre Zeit verbringen, spielen, träumen und Unfug anstellen bevor zuerst eine
Schallplatte für Wirbel sorgt und später ein neuer Musiklehrer in der Schule den
Rock’n Roll versucht gesellschaftsfähig zu machen.
Der Film ist gespickt von Szenen des rauen Lebens nahe der finnischen Grenze, die zum
Teil recht schräg und abgedreht sind. Während der Pubertät der Jungs spielen die ersten
Begegnungen mit dem anderen Geschlecht, Sex, Erziehung und die Stellung des Mannes in
dieser Gesellschaft eine große Rolle.
Im letzten Drittel des Films, steht dann die Band und die Musik im Mittelpunkt.
Populärmusik aus Vittula ist sehr amüsant und macht Spaß. Er weiß vor allem durch
viele überraschende Szenen zu unterhalten.
Einige absurde Momente trüben das Filmerlebnis allerdings sowie das etwas zu kurz
gekommene rebellische Aufbegehren der Jugendlichen durch ihre Musik.

Rage
Der Blogger "Michelangelo" filmt und interviewt für ein Schulprojekt Angehörige der New
Yorker Modeszene.
In den Hintergrundinterviews mit 14 sehr eigenen Persönlichkeiten öffnen sich die
Befragten und liefern Stück für Stück ein Porträt einer der Oberflächlichkeit verfallenen
Branche.
Anfangs schmunzelt man noch über die wirklich sehr eigenen Typen - vor allem "Minx", ein
Supermodel, das eigentlich ein Mann ist sorgt für große Erheiterung. Während des Films wird
der Zuschauer Zeuge mehrerer Morde bzw. Todesfälle, wobei visuell nur die Interviewpartner
vor einer sterilen, einfarbigen Wand zu sehen sind.
So sinkt der Unterhaltungswert von Rage rapide und auch die schrägen Typen nutzen sich ab.
Kein leicht konsumierbarer Film, aber ein ungewöhnlicher.

Resident Evil
Anfangs wusste ich nicht, was ich von dem Film halten sollte. Ich hatte nicht unbedingt
erwartet, eine große Handlung zu erleben, aber dass es so schlimm werden würde?
Gleich vorne weg: man muss schon mindestens 50 Prozent verrückt sein und tief im
Innersten eine perverse Ader haben, um diesem Streifen etwas abzugewinnen. Was wir hier
sehen ist Tekkno-Effektkino at it´s best. Die Computerspiel- und MTV-Gemeinde wird den
Film vergöttern... spätestens nach den ersten 20 Minuten hat es mich auch total
erwischt. Die Sound- und Schockeffekte sind dermaßen brachial und pressen Dich in den
Sitz, als ob Du mit 350 Sachen über die Autobahn fegst. Langsam wirst Du in Deinem
Kinosessel zusammengefaltet und musst aufpassen, dass Du das Atmen nicht vergisst.
Du weißt genau, an welchen Stellen etwas passieren muss und trotzdem schlägt es Dir mit
dem Hammer dermaßen ins Gesicht... Resident Evil entwickelt sich immer mehr zu einem
waschechten Zombie-Film, aber Kenner des Computerspieles wird das nicht überraschen.
Was fehlt sind die Splatter- und Blutszenen in Nahaufnahme, mit denen man bei den alten
Zombiefilmen reichlich versorgt wird. Das Ganze ist eben Kino- und Jugendtauglich
gemacht.
Fazit von mir: Entweder im Kino den brutalen Sound und die fetten beats um die
Ohren schlagen lassen, oder die Finger davon lassen. Wer zartbesaitet ist oder
anspruchsvolle Filme bevorzugt, wird nach kaum einer halben Stunde den Saal verlassen
haben! Mir hat es jedenfalls gefallen, das Gehirn auszuschalten und mich vermöbeln zu
lassen. Fette 5 Punkte!

Revanche
Ex-Knacki Alex (Johannes Krisch) arbeitet für den Wiener Zuhälter Konecny (Hanno Pöschl).
In dessen Rotlicht-Betrieb geht die ukrainische Prostituierte Tamara (Irina Potapenko)
anschaffen. Alex träumt von einer besseren Zukunft und plant einen Banküberfall, um seine
Tamara danach aus dem Rotlichtmillieu zu befreien. Die Tragödie nimmt ihren Lauf, als der
zufällig anwesende Polizist Robert (Andreas Lust) auf den Fluchtwagen schießt und Tamara
tödlich trifft. Alex taucht auf dem Hof seines gerade verwitweten Vaters unter, wo er den
Schmerz des Verlustes durch harte Arbeit betäuben will.
Revanche zeigt echte, wie aus dem Leben gegriffene Typen, deren Handeln man noch sofort
nachvollziehen kann.
Dafür sorgen die unverbrauchten Schauspieler, die es schaffen dass der Film eine dichte
Atmosphäre entwickelt.
Revanche benötigt ein wenig "Vorlaufzeit", bis er in die Gänge kommt, dann allerdings entwickelt
der Film eine immense Spannung, ohne in Übertreibungen auszuufern.
Ein leises, aber intensives Stück Filmkunst mit einem "Hollywood-fernen" Schluss.

Road to Perdition
Tom Hanks in einer Rolle als Mafiakiller, der seinen "Beruf" vor seinen 2 Söhnen geheim
hält. Natürlich kommt es soweit, dass die beiden ihrem Vater nachspionieren und so Zeuge
eines weiteren Mordes werden. Schließlich wird einer der Söhne und Hanks' Ehefrau zur
Strecke gebracht, da Zeugen in dem Milieu nicht erwünscht sind. Von da an beginnt eine
Hetzjagd. Die Jäger werden zu gejagten.
Tom Hanks interpretiert seine Rolle sehr gut
und ist fast jederzeit Mittelpunkt des Geschehens. Leider weist der Film ein paar
Längen auf und kommt mit wenigen Spannungshöhepunkten aus. Des weiteren ist die
Grundstimmung des Filmes sehr seltsam und unglaubwürdig. Von dem in der Werbung
versprochenen Meisterwerk kann keine Rede sein, aber trotzdem ein annehmbarer Streifen.

Robin Hood
Robin Longstride ist Bogenschütze im Heer von Richard Löwenherz, das sich auf dem
Rückweg von den Kreuzzügen nach England befindet. Als zuerst König Löwenherz, als auch
dessen Vertrauter, Robert Loxley fällt, wird Longstride die Bestimmung aufgetragen,
die Krone nach England zu bringen und sich um Loxleys Witwe, Lady Marian zu kümmern.
So wird aus einem einfachen Bogenschütze ein wichtiges Puzzleteil im Kampf Englands
gegen die französischen Invasoren.
Robin Hood 2010 entfernt sich von klassischen Erzählungen dieses Stoffes dahingehend,
dass es chronologisch früher angesiedelt ist. Wer davon überrascht wird, der könnte
enttäuscht werden. Ebenso ist Robin Hood trotz des Duos Scott/Crowe kein Gladiator II.
Wer Russell Crowe kennt, der weiß dass ihn viele Emotionen, eine charismatische Hauptfigur
und Pathos erwarten. Wenngleich Crowe sich hier nicht lauthals in den Vordergrund spielt.
Es bleibt genug Zeit, den Nebenfiguren Tiefe zu verleihen, allen voran Cate Blanchett als Lady
Marian, die wie geschaffen für diese Rolle ist, da sie die nötige Anmut verkörpert. Ihr
Ritt im Kettenhemd zum Schlachtfeld hätte dabei allerdings nicht auch noch sein müssen.
Was allerdings Robin Hood zum Spitzenfilmepos fehlt, sind gewisse Längen im Plot,
Witzchen, die nicht alle zünden und das gewisse Etwas. Ein solides Werk mit gutem
Unterhaltungswert und Atmosphäre ist Robin Hood allemal - dafür ist genügend Ernst
vorhanden.

Rocky Balboa
Da hat sich doch Herr Stallone nach etlichen Jahren daran gemacht seine Rocky-Reihe
abzuschließen. Dabei hat er die komplette Mannschaft seiner alten Weggefährten zusammen
gescharrt, samt seinem Sohn (vielleicht Anfang 20), der sich in Businesskreisen bewegt
und dem es erst etwas peinlich zu sein scheint solch einen Vater zu haben. Natürlich
wandelt sich das Bild und die beiden kommen sich näher. Rocky trifft ein Frau, die im
letzten Rocky-Streifen noch ein 14 Jähriges Mädchen war und gewinnt ihr Vertrauen.
Den Hauptteil der Geschichte macht allerdings der nahende Boxkampf aus zwischen Mason
Dixon, der als ungeschlagener Champion keine adäquaten Gegner mehr findet und eben dem
"Italian-Stalion" Rocky.
Leider reicht der Streifen nicht an die mitunter großartigen ersten Teile heran.
Speziell das Gefühl kommt nur ansatzweise rüber und die Charaktere bleiben zu sehr an
der Oberfläche. Hier wäre mehr möglich gewesen. Der Kampf selbst ist schon sehr
abstrus... warum muss erst ein Mittfünfziger kommen um dem ungeschlagenen Champion
ein richtiger Gegner zu sein? Na ja - that's cinema.

Rompecabezas (Puzzle)
Maria, die zu ihrem 50. Geburtstag Gäste geladen hat, bekommt von ihrer Familie ein
Puzzle geschenkt. Sie erweist sich als äußerst talentiert dafür, besorgt sich
Puzzlenachschub und stößt auf eine Anzeige: Partner für Puzzleturnier gesucht.
Dahinter verbirgt sich der wohlhabende Roberto. Maria erzählt ihrer Familie, sie
würde sich um ihre kranke Tante kümmern, wenn sie sich mit Roberto zum Puzzeln trifft.
Nach einer Zeit wird allerdings das Puzzle zur ernsten Belastungsprobe, und Maria muss
ihrer Familie die Wahrheit erzählen.
Rompecabezas (Puzzle) erinnert frappierend an die kürzlich gezeigte Produktion Die
Schachspielerin, nur dass es sich hier ums Puzzelspiel handelt. Auch hier entdeckt eine
Hausfrau ohne wirklich eigene Interessen eine Beschäftigung ganz für sich, die sie
ausfüllt und zu neuem Leben erweckt. Die Kamera fängt meist die Gesichter und
Geschehnisse aus großer Nähe ein, das sorgt für eine intime Atmosphäre.
Gäbe es die Schachspielerin nicht, wäre Rompecabezas ein Geheimtip. So aber muss man
nicht wirklich beide Filme gesehen haben. Und welcher Film ist denn nun der Bessere?
Während man sich einige Längen gönnt, würde mich als Zuschauer gegen Ende wirklich
brennend interessieren, ob Maria denn nun nach Deutschland fliegt oder nicht.
So bleibt dieses Geheimnis leider nicht aufgeklärt. Rompecabezas wirkt durch die
ärmlichen Verhältnisse und die Menschen wie du und ich etwas authentischer, ist
allerdings in Summe noch vorhersehbarer wie die Schachspielerin. Dazu ist María Onetto
keine Sandrine Bonnaire, die sich während des Schachspielens zum Augenschmaus
entwickelt.

Rosenstraße
Berlin, März 1943. Die in „Mischehen" mit einer Deutschen lebenden Juden werden von den
Nationalsozialisten interniert. Fünf Tage und Nächte protestieren die Frauen „Ich will
meinen Mann wiederhaben" vor dem Gebäude in der Rosenstraße gegen den befürchteten
Abtransport in die Vernichtungslager. Dort begegnen sich Ruth, ein jüdisches Mädchen
auf der Suche nach seiner Mutter, und die junge Frau Lena (Katja Riemann), deren Mann
zu den Inhaftierten gehört.
Der Film beginnt im heutigen New York, wo Ruth gerade ihren Mann beerdigt hat. In ihrem
Schmerz besinnt sie sich auf ihre jüdisch-orthodoxe Religion und lehnt die Heirat ihrer
Tochter Hannah mit dem Südamerikaner Luis ab. Hannah (Maria Schrader) begibt sicht auf
die Reise in die Vergangenheit und trifft in Berlin die 90-jährige Lena. Rosenstraße
verknüpft historisches und authentisches mit fiktivem. Die zwei Zeitebenen ziehen sich alternierend
durch die Handlung und werden durch den Einsatz von schwarz- weißem und farbigem
Filmmaterial zueinander in Kontrast gesetzt.
Neben Schauspielern wie Maria Schrader und Jürgen Vogel besticht vor allem Katja
Riemann in der Rolle der jungen Lena, die so ganz ohne Klischees auskommt. Meiner
Meinung nach spielt Katja Riemann zum ersten mal nicht sich selbst. Man fühlt die
Angst und Verzweiflung, bewundert den Mut und den Stolz, und atmet die Kraft der
Liebe und vergisst letztlich, dass der Film Überlänge hat. Zurecht wurde Katja
Riemann dafür bei der Biennale mit dem „Goldenen Löwen" ausgezeichnet.
Fazit: Ein Film über, aber nicht nur für Frauen.
_apricum

Roter Drache
Der Dritte Teil um den irren Killer Hannibal Lecter, der allerdings chronologisch vor
dem Schweigen der Lämmer spielt. Ein FBI - Agent fasst den irren Mörder
(Anthony Hopkins) Lecter und bringt diesen hinter Gitter. Als wieder grausame Morde
geschehen, wird Lecter zu Rate gezogen, um das Täterprofil zu vervollständigen. Es
beginnt ein Katz und Mausspiel mit einem Spannungsbogen, der sich bis zum Zerreißen
spannt. Richtig interessant wird das ganze, als der mutmaßliche Täter ins Spiel kommt.
Lecter spielt eigentlich nur eine Nebenrolle, die aber von Hopkins brillant ausgefüllt
wird und man bei ihm jedes mal mit einer Überraschung rechnen muss.
Dieser Psychologisch
tiefgängige Streifen kommt nahezu ohne Ekelszenen aus und schöpft seine Stärke aus
der dichten Handlung und Recherche. Auch der Mörder (dargestellt durch Ralph Fiennes)
spielt seine Rolle sehr ordentlich, sodass der Rote Drache nahezu ein Meisterwerk
geworden ist. Das Niveau vom Schweigen der Lämmer wird fast erreicht. Zur 6er Bewertung
fehlen mir ein paar mehr blutige Szenen :-)). Trotzdem ein absolutes MUSS!

Rubbeldiekatz
26.01.2012
Weil es mit seiner Schauspielkarriere nicht vorangeht, versucht Alexander in
Frauenkleidern an bessere Rollenangebote zu kommen und hat auch gleich Erfolg damit.
Als Alexandra bekommt er die weibliche Hauptrolle in einer Produktion, die das Dritte
Reich verkörpert. Vor allem auch zur Freude seiner Geldklammen Brüder, die auch als
Manager und Kostümberater fungieren. Die Probleme beginnen allerdings, als „Alexandra“
sich in seine Kollegin Sarah Voss verliebt und dessen echte Identität aufzufliegen droht.
Der absolute Knaller ist hier auf jeden Fall Matthias Schweighöfer als Frau – da kann
manch echte Frau neidisch werden. Positiv vermerken kann man vor allem, dass
Rubbeldiekatz fast ohne den zuvor erwarteten dümmlichen Klamauk auskommt. Das
hervorragende Schauspielensemble trägt dazu bei, dass die Handlung zumeist recht
glaubwürdig rüber kommt. Trotzdem bleibt kaum mehr als ein nettes Filmchen ohne viel
Hintergrund.

Salami Aleikum
Der junge Mohsen ist Iraner und soll die Schlachterei seines Vaters übernehmen. Doch bringt er
es nicht übers Herz Tiere zu töten. Da er seinen Vater nicht enttäuschen will, lässt er sich
auf ein Geschäft mit Schafen aus Polen ein, die er nicht selbst schlachten muss. Auf seiner
Fahrt nach Polen macht sein Transporter schlapp und er strandet in der Ostdeutschen Provinz,
wo der einstige Stolz, die Wollmanufaktur des VEB längst Geschichtte ist. Der Ort wurde so
mehr und mehr zur Geisterstadt. Mohsen landet in der Autowerkstatt bei der Ex-Kugelstoßerin
Ana und verliebt sich sofort in sie. Problem: Sie ist Vegetarierin und Mohsen erzählt ihr
nichts von der Schlachterei, sondern schwindelt sie an.
Ein Film, wie ein Märchen, dabei aber einfach leicht und wunderschön. Kein Klischee wird
ausgelassen, aber das macht erst den Witz aus, so überzeichnet sind stellenweise die Charaktere.
Durch die Sanges- und Tanzeinlagen werden wir an Bollywood erinnert, was nicht zwingend sein müsste,
aber zum Erzählstil des Filmes passt.
Ein Streifen, wie ein kühler, leichter Sommerwind.

Saw
Zwei Personen, die sich nicht kennen erwachen angekettet in einem heruntergekommenen
gefliesten Kellerraum. In der Mitte des Raumes: eine Blutüberströmte Leiche.
Was abgefahren und absurd klingt entwickelt sich zu einem erstklassigen, mit
beschränktem Budget gedrehten Horror-Thriller.
Nach und nach entwirrt sich das Schreckensszenario zu einer schlüssigen Handlung, bei
der alle Personen irgendwie miteinander verstrickt sind.
Im Stile von Sieben oder Das Schweigen der Lämmer knallt uns Regisseur
James Wan seinen Debut-Streifen um die Ohren, dass es sich gewaschen hat.
Was man mit niedrigem Budget alles schaffen kann wurde uns schon bei The Cube
aufgezeigt. So haben wir es auch hier mit Schauspielern bestenfalls aus der zweiten
Riege Hollywoods zu tun (Leigh Whannell, Cary Elwes, Danny Glover, Monica Potter),
was aber der Spannung keinen Abbruch tut, die bis zum Ende auf hohem Niveau gehalten
werden kann.
Liebhabern der oben genannten Filme kann Saw wärmstens empfohlen werden. Wer
mit Massen von Blut Probleme hat oder Psycho für einen extremen Horrorfilm hält,
der wird sicher bei Saw überfordert sein. Zurecht ist die Altersfreigabe mit 18
Jahren angegeben.

Saw II
Die Fortsetzung des Überraschungserfolges von 2005 ist da!
Wiederum finden wir ein bizarres Szenario vor. Eine Gruppe "scheinbar" fremder Menschen
findet sich in einem von Fallen gespickten Haus wieder. Wiederum gilt es Rätsel zu lösen
um die Chance zum Überleben zu haben.
Über alledem thront der Jigsaw "Killer", der von der Polizei gefasst verhört wird und
geradezu angefleht wird den Irrsinn zu stoppen. Der Hauptschauplatz ist allerdings das
Haus, indem die Leute verzweifelt versuchen zu überleben.
Wie erwartet blutig geht es auch in diesem Sequel zur Sache. Detaillierte Nahaufnahmen
erwecken den Ekel des Zuschauers und faszinieren gleichzeitig. Es ist das was einen
wirklichen Horrorfilm ausmacht: dieses Wechselspiel aus angewidert wegschauen, aber
trotzdem doch jede Szene aufzusaugen und nichts verpassen zu wollen.
Wie im ersten Teil kann sich der Zuschauer wieder auf einen überraschenden Schluss
gefasst machen und die Gewissheit: Teil 3 lässt nicht lange au sich warten. Ich hätte
jedenfalls sofort Lust gehabt mir diesen direkt im Anschluss anzutun ;-)
Fazit: Bleibt knapp hinter dem Vorgänger zurück, kann aber trotzdem jeden
Splatter-/Horror-/Blutjunkie überzeugen.

Saw III
18.03.2007
Da ist er nun, der finale Teil der "SAW"-Trilogie. Der Jigsaw Killer liegt im Sterben
und längst hält Amanda, die sein Erbe angetreten hat die Fäden in der Hand - so scheint
es. Doch letztendlich kontrolliert der Killer himself das Geschehen bis zum Schluss.
Mit Blut, fiesen Gewaltszenen und absurdesten Folterwerkzeugen wird auch hier nicht
gespart. Leider gibt es keine durchgängige Story. Der spannende Wettlauf Polizei -
Killer fehlt in Teil III völlig. Dabei verliert sich der Streifen oft (zu oft) in
Rückblenden, die zwar erklärend auf die Gesamtgeschichte wirken, dafür aber leider den
Drive aus der Story nehmen und es "SAW-Neulingen" schwer machen Teil III für sich
alleine anzuschauen.
Die beiden Vorgänger waren bei weitem stärker.

Saw IV
15.02.2008
Von wegen der finale Teil der Trilogie... Mittlerweile der vierte Teil des
Überraschungserfolges um den Jigsaw-Killer liegt uns hier vor.
Nachdem Teil 3 wenig überzeugt hatte, erinnerten die ersten Szenen an die erdrückende
Atmosphäre aus Teil I. Leider löst sich das Ganze dann recht bald in Wohlgefallen auf.
Schnelle Schnitte und wirre Handlungen, immer wieder unterbrochen von Szenen, in denen
sich die Protagonisten selbst oder ihren nächsten Schaden müssen, um (vorerst)
davonzukommen. Mittlerweile macht sich dann auch ein Gähnen breit, denn bis auf die
Szene mit dem "Messerhelm" kann den Zuschauer wenig schocken, was er nicht schon in
den 3 Teilen zuvor besser gesehen hat.
Fazit: Ziemlich überflüssig. Nach Teil 2 konnte man Saw getrost begraben.

Schwerkraft
Der Bankangestellte Frederik Feinermann (Fabian Hinrichs) gerät nach und nach völlig
aus der Bahn, als sich ein Kunde vor seinen Augen erschießt, dem Feinermann den Kredit
gekündigt hatte. Als Frederik den Jugendfreund Vince (Jürgen Vogel) trifft, der frisch
aus der Haft entlassen wurde ist der Hang zum Illegalen nicht mehr fern. Nach dem ersten
Einbruch findet Frederik gefallen daran gegen das Gesetz zu verstoßen und ganz im
Gegensatz zu seinem gestriegelten, langweiligen Bankleben auf den Putz zu hauen.
Was als Doppelleben eine Weile gut geht, muss schließlich ans Licht kommen - spätestens,
als die kühle Nadine auftaucht, die von Frederik angehimmelt wird ist der Wahnsinn
allgegenwärtig.
Regisseur Maximilian Erlenwein schafft hier ein groteskes tragikomisches Werk von
Losertypen, die ihr Glück finden wollen. Ein höchst ungewöhnlicher Film, der es nach
dem Knallerstart schwer hat, die Spannung die ganze Zeit über zu halten. An den brillanten
Schauspielern liegt es aber nicht. Trotzdem, ein überdurchschnittliches Werk, das mit
tollen, überraschenden Momenten auftrumpfen kann und sich nicht immer so Bierernst nimmt.

Selbstgespäche
Hauptschauplatz des Geschehens ist ein Callcenter mit all seinen Klischees und
Abgründen. Sascha (Maximilian Brückner) ist sich sicher, dass er ein bombiger
Telefonverkäufer ist, schließlich hat er Erfahrung als Anheizer vor Fernsehshows
oder in Werbepausen. Im Callcenter tummeln sich allerhand verquerte Charaktere,
angefangen vom prolligen Fußballfan, über den in Frauendingen scheuen Adrian (Johannes
Allmeyer), der aber am Telefon ein Verkaufsass ist bis hin zur alleinerziehenden
Marie (Antje Widdra), die eigentlich Architektur studiert hat.
Dem Callcenter vorstehend ist Richard (August Zirner), der einerseits ein hartes
Regiment führt, zu Hause aber bei seiner Frau immer schlechtere Karten hat und dadurch
versucht ab und an Herz bei der Arbeit zu zeigen. Als das Callcenter unter Druck gerät
und mehr Verkaufsabschlüsse abliefern muss, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Selbstgespräche öffnet uns die Tür zum sehr ungeliebten Job des Telefonagenten.
Stellenweise übertrieben und voller Klischees, andererseits aber wohl mit mehr als
einem Funken Wahrheitsgehalt kann Selbstgespräche kurzweilige Unterhaltung bieten.
Es macht Freude zu sehen, wie sich die Charaktere entwickeln und in Stress-Situationen
verhalten. So wachsen dem Zuschauer auch die ungeliebten Personen quasi ans Herz und
man fragt sich am Ende: Was, ist der Film denn schon vorbei?

Shrek IV - Für immer Shrek
Shrek hat sein Glück gefunden: Mit seiner Frau Fiona und seinen drei Kindern teilt er sich
sein Haus. Ab und zu kommen Touristengruppen und bestaunen den Oger, der sich zunehmend
seinen alten Sumpf zurückwünscht, denn jeder zerrt an ihm und niemand hat mehr Respekt
vor dem Oger. Wie es der Zufall will, trifft Shrek Rumpelstizchen. Dieser bietet Shrek
ein "tolles" Geschäft an. Allerdings hat's das Kleingedruckte in sich und so beginnt
ein Wettlauf mit der Zeit. Die Kernaussage "man findet immer das am spannendsten, was
man nicht hat" ist so neu nicht.
Wir treffen die alten Bekannten wieder und mit Rumpelstilzchen und seinen Hexen eine
wahrhaft böse Brut. Die Gags zünden, die Action ist rasant und atemberaubend und die
Technik (3D-Effekte) große Klasse. Trotzdem ist der vierte Shrek in Summe nur
Durchschnitt. Das liegt vor allem an der lausigen Story (wenn die Ideen ausgehen,
muss Zauberkraft wirken) und an den für meinen Geschmack übertrieben häufigen Tanz-
Musik und Slapstickeinlagen.

Signs - Zeichen
Der neue Streifen mit Mel Gibson behandelt das Trendthema von vor 25 Jahren - die
Kornkreise... stammen sie von Außerirdischen, oder sind sie nur ein Scherz von ein
paar Spaßvögeln? Zunächst einmal muss man sagen, dass Signs ein sehr ruhiger Film ist,
also kein zweiter Independence day. Aber hier liegt auch die Stärke des Films, dann man
wird schon durch die kleinste Kleinigkeit von seinem Sessel aufgeschreckt.
Der Spannungsbogen spannt sich immer weiter und entlädt sich mit den direkten
Kontakten zu den Außerirdischen. Diese sind sehr gut gemacht und wirken nicht lächerlich.
Einziger Kritikpunkt des Films ist die künstlich wirkende „Familie". Es wollen lange keine
richtigen Gefühle rüberkommen und die Familienverhältnisse klären sich erst nach und nach
auf. Alles in allem ein recht guter Film mit einem dieses Mal nicht ganz so starken
Mel Gibson.

Slumdog Millinär
Der größte Tag in Jamal's Leben: er steht bei der indischen Ausgabe der TV-Show "Wer wird
Millionär?" vor der letzten Frage. 14 Mal hat er bereits richtig geantwortet und morgen
winkt der Hauptgewinn. Der Moderator glaubt nicht, dass ein ungebildeter Armer die
Antworten wissen kann. Während die Polizei Jamal brutal verhört, kennt er nur das
Ziel seine große Liebe Latika wiederzufinden. In Rückblenden erfährt man mehr über
das Schicksal des Jungen Jamal und wie er ausgerechnet diese Fragen beantworten konnte.
Mitten im Slum von Mumbai wurde Slumdog Millionär gedreht und soll dadurch die reale
Atmosphäre dieses Molochs einfangen. Das gelingt nicht vollständig - zu sauber wirken die
Beteiligten und so enthält das Slum durch die Luftaufnahmen sogar etwas Schönes und
Faszinierendes.
Da die Show alleine nicht den ganzen Film tragen würde, nehmen wir teil am Leben und
Schicksal des Jamal. Dabei wechseln sich grausame Bilder (die Folterungen und das "Blenden"
eines Jungen) und schnelle, bunte Schnitte á la Bollywood ab.
Die acht Oskars, die Slumdog Millionär einheimsen konnte gönne ich diesen Film von ganzem
Herzen, aber letztlich bietet er trotzdem zu wenig um nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben.
Gut, ja - aber das waren bereits recht viele Filme in 2009.

So finster die Nacht
Eine trostlose Plattenbausiedlung ohne Gesicht und ohne Geschichte in Nähe von Stockholm. Hier lebt Oskar,
ein 12 Jähriger Junge, der von seiner Mutter vernachlässigt in der Schule stets Opfer von
Hänseleien ist. Eines Abends trifft er auf dem Spielplatz vor dem Haus die "sonderbare" Eli,
die hier mit ihrem "Vater" frisch eingezogen ist. Die beiden treffen sich fortan häufiger und
es entwickelt sich eine zarte Freundschaft. Noch ahnt Oskar nichts von ihrem schrecklichen
Geheimnis.
So finster die Nacht projeziert die Grundmerkmale des Vampirfilms in eine triste Welt, die
überaus real wirkt. Die beiden kindlichen Darsteller ziehen den Zuschauer durch ihre zarte Romanze
zuckersüß in ihren Bann.
Jede noch so ruhige Einstellung wirkt düster, ernst und realistisch. Die Elemente
des typischen Vampirfilms treffen den Kinobesucher dadurch umso härter.
Ein Film, der fesselt und leider viel zu schnell zu Ende ist. Dafür kann es nur die
Höchstnote geben.

Sommersturm
Coming-out, die erste Liebe, das erste Mal... Sommerzeltlager, Vorbereitung auf einen
Ruder- Wettkampf im Bergischen Land, bayrische Mannschaft trifft auf sächsischen Verein
und dann sind da noch die "QueerSchläger" aus Berlin... Tobi (Robert Stadlober) verliebt
sich in seinen besten Freund Achim (Kostja Ullmann), der hat nur Augen für Sandra und
Anke (Alicja Bachleda-Curus) wiederum versucht Tobi für sich zu gewinnen... die Zeichen
stehen auf Sturm...
So oberflächlich wie sich die Zusammenfassung des Inhalts anhört, so facettenreich,
aufrichtig, heiter und sensibel wird die Story umgesetzt.
Einfühlsam werden die emotionalen Irrungen und Wirrungen des Erwachsenwerdens unter die
Lupe genommen. Der Film lebt von einer erfrischenden Unbeschwertheit, von der Balance
zwischen Tragik und Komik, zwischen Klischees und echten Gefühlen. Dafür sorgt nicht
zuletzt die hervorragende Besetzung, allen voran Robert Stadlober, der Tobis
Selbstfindungsprozess so hinreißend ehrlich und glaubwürdig verkörpert.
Sommersturm ist ein mutiger Film, der durch das Selbstverständnis im Umgang mit
dem Thema Homosexualität besticht und dabei zeigt, dass genau diese Akzeptanz in
unserer Gesellschaft noch nicht vorhanden ist. Dabei versinkt er niemals in
Selbstmitleid, sondern gibt Hoffnung.
Fazit: Ein mutiger Film, der Hoffnung gibt. Dazu ein Soundtrack par excellence.
_apricum

Somewhere
Dem berühmten Hollywoodstar Johnny Marco (Stephen Dorff), Hauptdarsteller von
Somewhere, fehlt es auf den ersten Blick an nichts. Er wohnt in einem luxuriösen
Hotel, teilt sich seine Zeit frei ein und verfügt auch über reichlich Geld, um sich
seinen Luxus zu finanzieren. Doch er muss sich eingestehen, dass all diese Dinge ihn
nicht so recht ausfüllen und er trotzdem von großer Langeweile gepeinigt wird. Eines
Tages ändert sich aber alles: seine elfjährige Tochter Cleo, taucht unerwartet auf und
zum ersten Mal muss Johnny für jemand anderes Verantwortung übernehmen und sich
kümmern. Cleo bringt frischen Wind in Johnnies Leben und sorgt dafür, dass er beginnt
über sich nachzudenken.
Regisseurin Sofia Coppola, Tochter des berühmten Regisseurs Francis Ford Coppola – also
ein Name, der verpflichtet, hat diesen Film erdacht.
Speziell Hauptdarsteller Dorff wirkt wirklich wie ein cooler bekannter Filmstar. Dadurch,
dass die Kamera immer ein wenig länger einer Szene beiwohnt, als nötig, wird die
Botschaft von Somewhere verstärkt: Wenn man alles hat, dann gibt es nichts
Besonderes mehr, das einem Freude bereitet...
Einzig die Zeit mit seiner Tochter (hier klasse dargestellt von Elle Fanning) füllt seine
innere Leere aus. Allerdings strengt gerade dieses Verweilen der Kamera in starren oder
sich wiederholenden Einstellungen den Zuschauer merklich an und vermag nicht über den
gesamten Film zu tragen. So ist es hier leicht von Längen zu sprechen, die Somewhere
zweifellos hat.

Spielzeugland
Wie aktuell beim Jungen im gestreiften Pyjama beschäftigt sich Spielzeugland
mit dem Holocaust aus Kindersicht. Man fragt sich zunächst, wieviel Story in 13 Minuten
möglich ist - eine ganze Menge! Die Freundschaft, die weder Rassen noch Politik kennt
ist unzertrennlich. Die Schluss-Sequenz ist alleine schon den Oscar wert.

Star Trek - Nemesis
Nach 4 Jahren Pause ein weiterer Star Trek Film. Die Vorschau ließ mehr Action
vermuten. Allerdings beschränkte sich diese auf den letzten Teil des Filmes. Die erste
dreiviertel Stunde zieht sich wie Kaugummi und lässt kaum Spannung aufkommen. Dazu
aberwitzige Szenen, die schon nicht mal mehr witzig sind (speziell der Sprung des
Buggies direkt in das Ferngesteuerte Raumschiff. Die Story reißt nicht wirklich mit
und selbst gegen Ende ist alles absolut vorhersehbar. Wenigstens sind die Tricks und
Effekte ziemlich ansehnlich. Mehr als 3 Punkte sind dafür nicht drin.

Star Wars Episode II
Die Weltraumsaga geht weiter! Nach der doch eher mäßigen Episode I war die
Vorfreude meinerseits recht groß auf die Fortsetzung. Der Film sollte über 2 Stunden
Spielzeit haben, um uns nach einer Stunde eine kurze Pause zu bescheren. Nun, was ist
dran an Episode II? Ich muss gestehen, dass ich doch ziemlich enttäuscht war. Die
Darsteller waren ziemlich hölzern und vor allem die erste Stunde wies doch einige
Längen auf. Man hatte stellenweise das Gefühl, eine Liebesgeschichte mit ein paar
Effekteinlagen vor sich zu haben. Nach der Pause wurde es dann etwas besser, ohne groß
zu überzeugen. Klar, die Trickeffekte waren vom Feinsten, aber das reicht heute auch
nicht aus, um aus einem schwachen Film ohne viel Story ein Meisterwerk zu machen.
Der Schluss war eigentlich die größte Frechheit... waren die anderen Teile stets in
sich abgeschlossene Geschichten (nach dem Motto: etwas hat überlebt), hört Episode II
eigentlich mittendrin auf. Gerade, als man das Gefühl hatte, jetzt könnte es doch noch
etwas werden... Für diesen Aufwand bietet der Film viel zu wenig und mehr als
schwache 3 Punkte sind nicht drin.

Star Wars Episode III
Was war das für eine Zeit 1977… wir waren im Star Wars Fieber, kannten alle
Figuren und spielten die Szenarien im Kinderzimmer nach. Jetzt endlich – das letzte
Kapitel sollte Aufklärung geben über die fehlenden Puzzleteile zwischen Episode II und
dem eigentlich ersten Star Wars Teil. Nach den letzten beiden eher enttäuschenden
Teilen musste ich mich fast ins Kino zwingen, aber Episode III ist um einiges
besser als die beiden Vorgänger. Es ist durchaus spannend inszeniert wie aus Anakin
Skywalker der dunkle Lord Vader und wie aus dem Kanzler der dunkle Imperator wurde.
Leider ist nahezu alles schauspielerische nur ein kleines Beiwerk zu den gewaltigen
Effekten und computergenerierten Szenarien, die ohne Zweifel beeindrucken.
Episode III verliert sich nicht in Liebesgesülze und lässt auch wenig Atempausen
um uns ins nächste Kriegsgetümmel zu führen. Bei aller Action bleiben die feinen
Details auf der Strecke, die uns die Helden in den 3 Ur-Filmen ans Herz haben wachsen
lassen. Hier ist nahezu jeder austauschbar und so geschieht es auch zumeist. Kurz vor
Ende dann der Höhepunkt: der Zuschauer wird erlöst vom Antlitz des dem Kindergarten
entsprungenen neuen Pseudo-Hollywood-Superstars Hayden Christensen, als dieser endlich
die Maske des Lord Vader verpasst bekommt :-).
Den Zauber der „alten“ Trilogie erreicht auch Episode III nicht einmal
ansatzweise. Vielleicht ist heute auch einfach nur eine andere Zeit oder ich bin zu alt
für das Kinderzimmer…

Staub
22.02.2008
Dokumentarfilme sind schwer im kommen. Staub beschäftigt sich mit dem kleinsten
noch sichtbaren Teilchen, das überall ist und nirgends sein darf. Ein überaus
interessantes Thema, das sehr viele Blickwinkel zulässt. So wird der Alltag
(Reinigungskraft), die Natur (Fotosynthese), die Industrie (Braunkohleabbau)
und große Tragödien (Anschläge des 11. Septembers) beleuchtet, wie auch
wissenschaftliche Hintergründe (Entstehung von Welten/Sternenstaub).
Leider muss sich Staub zwei Kritikpunkte gefallen lassen:
1. Es wurde sehr oft zu intensiv ins wissenschaftliche Detail gegangen, was für den
Laien auf Dauer ein wenig ermüdend ist und
2. der Sprecher, der zwar über eine sehr sonore Stimme verfügt, leider aber seinen
"Text" emotionslos herunterleiert, was der Aufmerksamkeit abträglich ist.
Dennoch, ein lohnenswerter Film, der zum Nachdenken anregt.

Stilles Chaos
Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau ist Pietro nicht mehr er selbst.
Anstatt offen zu trauern, widmet er sein Tun alleine seiner Tochter, die er fortan zur
Schule bringt und in einem kleinen Fleckchen Park so lange wartet, bis er sie wieder mit
nach Hause nehmen kann. In diesem Parkstück begegnen ihm ständig die gleichen Leute
(Eine junge Frau, die dort ihren Hund Gassi führt, eine Frau mit ihrem behinderten Sohn...).
Schon bald redet man über das sonderbare Verhalten.
So interessant, wie sich die Geschichte anhört, so unrealistisch kommt sie auch rüber
(welcher Arbeitgeber akzeptiert, dass sein Angestellter einfach mal so mehrere Monate
nicht im Büro erscheint? Und am Ende wird ihm noch eine leitende Position angeboten).
Während aber Nanni Moretti noch relativ passabel den Pietro verkörpert, ist seine Tochter einfach nur ein unkomplizierter,
süßer Fratz. Es gibt keine Probleme, keine Ängste, keine Trauer... und ihre Sprüche wirken
irrsinnig vernünftig und erwachsen, wie sie nur ein Drehbuch, aber nicht das Leben schreibt.
Gepflegte Langeweile mit kleinen Unterbrechungen - dieses Chaos ist einfach zu still.

Sunshine Cleaning
Im Mittleren Westen der USA schlägt sich die alleinerziehende Mutter Rose (Amy Adams) als
Putzfrau durchs Leben. Ihr 7-Jähriger Sohn Oscar (Jason Spevack) fällt in der Schule ständig
unangenehm auf und soll auf eine Privatschule wechseln, was sich Rose natürlich absolut nicht
leisten kann. Ihr Vater Joe (Alan Arkin) versucht ihr unter die Arme zu greifen, indem er mit
wagemutigen Geschäftsideen versucht, etwas zur Aufbesserung der klammen Kasse beizusteuern.
Roses jüngere Schwester Norah (Emily Blunt) hat gerade ihren Kellnerjob verloren, was das
Chaos komplettiert. Da fällt den beiden Schwestern eine lukrative Geschäftsidee in den Schoß:
Das Schwestern-Duo reinigt Tatorte von Gewaltverbrechen, was sich nach anfänglichem Ekel als
einträgliches Geschäft entpuppt. Die eigene Firma wird gegründet: Sunshine Cleaning.
Hinter dem Titel Sunshine Cleaning vermutet man eine Trullala-Teeniekomödie, doch der Film
bietet weitaus mehr: er zeichnet die Wirklichkeit im Berufsleben der Amerikaner. Zum Teil
in „Feel-good“ - Manier, behält sich aber eine gewisse Ernsthaftigkeit bei. Speziell die
Hauptdarstellerin verkörpert die Rose sehr natürlich. Der Regisseur hat sich kantige Typen
für die Geschichte ausgesucht, was glaubhaft wirkt und dem Streifen Atmosphäre und große
Gefühle verleiht.
Sunshine Cleaning, ein tragisch-realistisches Machwerk mit einem etwas zu rosigen
Happy-End.

Survival of the Dead
George Romero hatte seinerzeit ein neues Genre kreiert, den Zombiefilm und damit
Geschichte geschrieben. Nach einer Riesenpause begann er mit Land of the dead an
die alten Erfolge anzuknüpfen. Aus der Fachwelt erntete er dafür überwiegend Hohn und
auch der Nachfolger, Diary of the Dead konnte wenig überzeugen. Nun, 2010 mit
Survival of the Dead schon wieder ein Romerozombie. Die Menschheit ist dahingerafft
und ein paar Überlebende erhoffen sich auf einer Insel sichere Zuflucht, doch wieder
einmal muss man feststellen, dass die Menschen weitaus gefährlicher sind, als die
Zombies. Durch das Westernmilieu wird eine neue Komponente hinzugefügt.
Zum Einen muss man sagen, dass die Zombies wieder schön langsam und hungrig daherkommen.
Die Gedärmeeffekte genretypisch vollendet und auch die Ideen (Briefträger, Feuerlöscher
in Mund...) sind vom Feinsten. Leider ist das ganze Setting wenig bedrohlich und
beklemmend. Das ist der große Minuspunkt von Survival of the Dead. Leider nimmt
diese Tatsache auch mehr und mehr die Spannung. Man hat nie den Eindruck, gleich
müsste sich ein Zombie einen der Überlebenden schnappen, bitte schön schon gar nicht,
wenn die beiden Clans ihre Dialoge austragen.
3 Genreliebhaberpunkte


