Filmkritiken
Beim Schreiben von Filmkritiken lege ich weniger Wert auf ausführliche Beschreibungen, sondern eher auf ein kurzes, prägnantes Fazit.
» Harry Potter und der Stein der Weisen
» Harry Potter und der Gefangene von Askaban
» Hostel
» Hostel II
» I am Legend
» Ice Age
» Ice Age 2 - Jetzt Tauts
» Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los
» Ichi No Kao (Faces of a fig tree)
» Identität
» In Berlin
» Inglourious Basterds
» John Rabe
» Johnny English
» Jud Süß - Film ohne Gewissen
» Julia
» Kampf der Titanen
» Keinohrhasen
» Kirschblüten - Hanami
» King Arthur
» Kleine Tricks
» Kleine Verbrechen
» Kleine Wunder in Athen
» Königin der Verdammten
» Königreich der Himmel
» Kommissar Bellamy
» Krabat
» Krieg der Welten
» Land of the Dead
» Leergut
» Let's make money
» Maria, ihm schmeckt's nicht
» Master and Commander
» Matrix - Reloaded
» Mein Führer
» Men in Black II
» Me too
» Micmacs
» Mondkalb
» Monster
» Mr Bean macht Ferien
» My name is Khan
Harry Potter und der Stein der Weisen
Da ich die Bücher nicht kenne, ging ich unbelastet in den Film. Kann somit auch nicht
sagen, wie gut oder schlecht der Stoff umgesetzt ist. Die Charaktere kommen sympathisch
rüber und sind ordentlich gespielt. Es wird einiges an Effekten geboten und die Kulissen
sind atemberaubend. Die 150 Minuten Film weisen doch einige Längen auf, so handelt die
eigentliche Geschichte vom internen Duell der verschiedenen Gruppen innerhalb der
Zauberschule. Die Suche nach dem Stein der Weisen war eher eine Nebenhandlung. Alles in
allem muss ich sagen, dass der Film wohl eher das jüngere Publikum anspricht. Ich denke,
dass 6-12 Jährige durchaus ihren Spaß haben können, aber ich persönlich war wohl nicht
die Zielgruppe für diesen Film. Auch kann ich die Diskussionen nicht verstehen, ob der
Film schon für 6 Jährige geeignet sein soll, oder nicht. Im Sonntag-Vormittag Programm
von RTL tauchen mehr Grausamkeiten und schreckliche Szenen auf. Wenn man die ganze
Merchandisemaschinerie sieht, die hinter diesem Film steckt muss es einem übel werden
und die einzige Punktzahl, die der Film verdient hat, wäre 1 Punkt, aber für das Bemühen
und den Aufwand würde ich mich doch zu 2 Punkten hinreißen lassen.

Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Als Liebhaber der Harry-Potter-Bücher fällt es mir von Film zu Film schwerer,
Begeisterung für die filmische Umsetzung der phantastischen Geschichten aufzubringen.
War ich im ersten Teil noch gefesselt von der Umsetzung vieler Details, hatte meine
Freude an der Entdeckungsreise zwischen Phantasie und Leinwand, so verlor bereits die
Fortsetzung einiges von diesem Zauber. Die Neugier trieb mich trotzdem ins Kino.
Der Gefangene von Askaban besticht zum ersten Mal durch eine gelungene Straffung der
Romanvorlage. Leider gelingt es nicht, weitere Vorteile die ein Film gegenüber einem
Buch hat, umzusetzen. Der Film findet keine eigene Sprache. So enden einzelne Szenen
in einer Art Klamauk, dessen Humor mir größtenteils verborgen bleibt. Tempo, Schnitt und
musikalische Untermalung erinnern zunehmend an einen Action-Film, die Faszination der
magischen Welten bleibt auf der Strecke.
Fazit: Dem Reichtum des Buches kann der Film nicht gerecht werden - aber vielleicht ist
genau das auch unmöglich.
_apricum

Hostel
Quentin Tarantino steht für abgedrehte Streifen, mit 180° Wendungen, so beginnt auch
hier alles recht harmlos: In Amsterdam sind 3 abenteuerlustige spätpubertäre Kerls
unterwegs um sich mit diversen Frauen und dem Konsum von Drogen zu Vergnügen.
Nach einer zufälligen Zusammenkunft mit Alex verschlägt es die Protagonisten in die
ferne Slowakei, da dort angeblich die Frauen williger sind und vor allem total auf
Amerikaner stehen.
Dort angekommen offenbart sich den Dreien scheinbar das totale Paradies was die
Erfüllung ihrer Wünsche angeht, bevor mehr und mehr Ungereimtheiten und sonderbare
Dinge passieren.
Schließlich werden die Touristen von den Mädchen nach und nach an slowakische
Folterknechte ausgeliefert, die sich einen Spaß machen diese zu quälen, zu sezieren
und auszuweiden. Die letzte halbe Stunde hat es dann auch extremst in sich.
Die abstrusen Szenarien und die typische slowakische Hinterhofatmosphäre tragen dazu
bei, dass dem Zuschauer vor Spannung und Ekel das Blut in den Adern gefriert.
Die Story fängt sehr schleppend an, dafür ist der Showdown umso gewaltiger und lässt
Hostel in einer Liga mit Saw spielen.

Hostel II
Wieder einmal verschlägt es ein Grüppchen junger Leute (dieses mal Mädchen) in die
Slowakei, um erneut im zwielichtigen Hostel unterzukommen. Auf einem Straßenfest lässt
sich die naivste der drei verführen und wird schließlich verschleppt. Von da an nehmen
die Dinge ihren Lauf bis zum bitteren Ende.
Wem Hostel I gefallen hat, der wird auch hier nicht enttäuscht werden. Im
direkten Vergleich war der erste Teil etwas düsterer, allerdings auch in der ersten
halben Stunde alberner. Teil II ist in sich stimmiger und die Gewaltszenen sind wirklich
abgefahren. Sicher, wieso die drei Mädchen anstatt nach Prag in die Slowakei reisen
(nur weil es eine vermeintliche "Freundin" vorgeschlagen hat) ist sehr an den Haaren
herbei gezogen.
Das Ende ist sehr krass und lässt eigentlich alle Optionen für einen dritten Teil offen.
Wie für den ersten Teil 5 fette Horrorpunkte!

I am Legend
Eine endzeitliche, apokalyptische Vision: Ein Virus hat fast alle Menschen infiziert.
Diese sterben bei Sonneneinstrahlung oder tristen ihr Dasein als seelenlose, aggressive
Kreaturen im Dunkel. Der einzig Überlebende heißt Robert Neville (Will Smith) und hat
sich im Menschenleeren New York eingerichtet. Besessen von dem Gedanken, die infizierten
zu heilen forscht er an einem Gegenmittel.
Thematisch eigentlich nichts Neues liefert ein glänzend aufgelegter Will Smith eine one
man Show ab, die sich in einem wunderbar düsteren Szenario abspielt. Durch die
bruchstückhaften Rückblenden erfährt man erst nach und nach wie sich alles ereignet hat.
Das verleiht dem Film eine knisternde Hochspannung. I am Legend fesselt von der
ersten bis zur letzten Minute und so verzeiht man auch einige Ungereimtheiten... ganz
stark!

Ice Age
Schon wider ein Animationsfilm - es ist zu einem Trend geworden, aber solange die Story
witzig ist und die Charaktere sympathisch ist nichts dagegen zu sagen. Ich hatte mir
nicht all zuviel von Ice Age versprochen und wurde dann total angenehm
überrascht. Die Figuren sind dermaßen witzig und spaßig anzusehen. Die Story ist zwar
eher dünn, aber wie sich das Geschehen entwickelt und wie aus der ungleichen Gruppe
doch noch eine Gemeinschaft wird ist solide. Die Animationen sind voll zum Ablachen
und die Details machen Spaß vom Anfang bis zum Ende. Otto als Sprecher des Faultieres
läuft förmlich zur Höchstform auf und die Zwischensequenzen mit dem Eichhörnchen,
das eine Nuss im Boden verstecken will und immer wieder „gestört" wird sind unglaublich
komisch. Dafür gibt es gute 5 Punkte.

Ice Age 2 - Jetzt Tauts
Optisch und Tricktechnisch kann auch Ice Age 2 begeistern. Im Gegensatz zum ersten Teil
kommt hier aber eine flüssige und schlüssige Story viel zu kurz.
Der Film lebt ausschließlich von kleinen "Slapstickeinlagen" - ein kurzer Lacher hier, eine
komische Einstellung da. Möglicherweise ist die fehlende Story auch dem Hauptteil der
Zielgruppe egal, aber da sind einige unstimmige Abfolgen, die doch ziemlich wehtun
(die Tiergruppe ist schon Tage unterwegs und längst schon Grün unter den Füßen, als einige
Szenen plötzlich wieder im Eis spielen und die zu brechende Eiswand in nächster Nähe zeigen).
Alles in allem ein Film, den man sofort wieder vergessen hat. Eine Empfehlung für Familien
und Erwachsene kann ich daher nicht aussprechen, für ein reines Kinderpublikum
möglicherweise schon.

Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los
Nachwuchs kündigt sich bei den Mammuts Manny und Ellie an und dadurch fühlt sich Faultier Sid
natürlich ausgegrenzt und sucht neuen Anschluss. Beim Umherstreunen entdeckt er die Brut einer
T-Rex-Dame und nimmt sich der Eier an. Das Chaos nimmt seinen Lauf, als die Dinobabys geboren
sind und von ihrer Mutter gesucht werden. Prompt wird Sid mitsamt der Brut in die
unterirdische Welt verschleppt, in der es von Dinos nur so wimmelt. Das fordert natürlich
seine Freunde heraus, ihn zu suchen und zu befreien.
Auch im dritten Teil treffen wir die alten Bekannten wieder, sowie einige neue Charaktere:
Das tollkühne Wiesel Buck, das sein Leben dem Kampf gegen einen fürchterlichen Fleischfresser
gewidmet hat. Scrat hat Verstärkung bekommen: er entdeckt die Liebe und versucht diese für
sich zu gewinnen, doch dabei steht ständig das Ringen um die Nuss im Vordergrund.
Der alternde Tiger Diego bekommt seine tollen Auftritte, genau wie die beiden Mammuts.
Selbstverständlich ist nicht alles so böse und schrecklich, wie es zunächst scheint.
Während im ersten Teil noch Story, Witz und Tricks gestimmt haben, wirkte der zweite Teil
mit wenig Leidenschaft produziert. In Teil 3 stimmen die Zutaten wieder voll und so erhalten
wir ein mit frischen Gags gespicktes Spektakel, technisch auf höchstem Niveau.
Großer Spaß für große und kleine Kinder, der temporeich durch die 94 Minuten führt.

Ichi No Kao (Faces of a fig tree)
Zu Beginn überwältigten die Farben, die Licht/Schatteneffekte und die
Kameraeinstellungen gewaltig. Die Art wie die Gesichter in Nahaufnahme und von schräg
oben gezeigt wurden in ihrer ganzen "Unperfektheit" das war schon etwas total anderes
als das was man vom Mainstreamkino gewohnt ist. Leider erschöpfen sich die abstrusen
Handlungen sehr schnell und nach spätestens einer halben Stunde quält man sich durch
den Restfilm. Bin ich zu doof für diese Art "Kunst", verstehe ich nicht was uns die
Regisseurin mit dem Film sagen will? Eigentlich besteht die "Geschichte" aus einer
durchgeknallten japanischen Familie die fast ständig beim Essen sitzt und sich
gegenseitig in schrägen Dialogen übertrifft. Bis auf ein paar Lachern aufgrund wirklich
haarsträubender Sätze (Japanisch mit deutschen Untertiteln) und wahnwitziger Szenen
kann man den Streifen getrost als überflüssig bezeichnen. Als Kurzfilm vielleicht
noch erträglich, aber 94 Minuten von diesem Quatsch überschreitet schon merklich
die Schmerzgrenze.

Identität
Der sechsfache Mörder und Psychopath Malcolm Rivers wird zu einer letzten Anhörung
gebracht. Sein Psychiater glaubt, Beweise für eine Schuldunfähigkeit seines Patienten
gefunden zu haben und will ihn vor dem elektrischen Stuhl retten.
In der gleichen Nacht: Dauerregen, Verkehrschaos. Zufall oder nicht, dass dieses
Unwetter zehn Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen dazu zwingt, diese Nacht
gemeinsam in einem heruntergekommenen Motel verbringen müssen. Ein tödlicher Countdown
beginnt.
Die unheimliche Stimmung ist der passende Rahmen für eine Inszenierung, die von Beginn
an Konzentration und Denkarbeit erfordert. So hatte ich anfangs noch geglaubt (dank der
Internet-Werbung zum Film) den Mörder schon zu kennen und musste am Ende erkennen, dass
es nur ein Puzzleteil der Auflösung ist. Spätestens wenn man als Zuschauer die
Glaubwürdigkeit der „zufälligen Morde" in Frage stellt, ist die Verwirrung perfekt.
Exzellente Kameraführung und geschickte Zusammenschnitte aus Standbildern und
Rückblenden sorgen für die richtige Spannung. Was verbindet die zehn Personen?
Wer wird das nächste Opfer sein? Wer ist der Mörder? Warum verschwinden Leichen?
Fazit: Ein perfektes Verwirrspiel von Identitäten.
_apricum

In Berlin
Der aus Süddeutschland vor Jahren zugezogene Michael Ballhaus zeigt uns „sein“ Berlin.
Er begleitet Prominente und weniger Prominente und durchleuchtet Abschnitte ihres Lebens.
So treffen wir unter anderem Klaus Wowereit, Maybritt Illner, Frank-Walter Steinmeier,
Alexander Hacker (von den Einstürzenden Neubauten) und unbekannte Protagonisten, die uns
ihr Berlin zeigen.
Fasziniert von der Hauptstadt, die (so meint er) ohne Hektik aber mit viel Enthusiasmus und
Begeisterung sich immer wieder neu erfindet. Wer es hier schaffen will, braucht vor allem
eines: Ideen.
Wer sich bisher noch nicht für die Hauptstadt erwärmen konnte, der wird sich spätestens jetzt
(ein klein wenig) verlieben.
Gewünscht hätte man sich vielleicht mehr gewöhnliche Leute, aber trotztem ein empfehlenswerter
Film.

Inglourious Basterds
Im von den Deutschen besetzten Frankreich muss Shosanna Dreyfus (Melanie Laurent) mit
ansehen, wie ihre Familie durch den Nazi-Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) brutal
hingerichtet wird. Nur knapp kann sie entkommen und flieht nach Paris, wo sie sich als
Kinobesitzerin eine neue Identität und Existenz aufbaut.
Gleichzeitig formt Offizier Aldo Raine (Brad Pitt) eine schlagkräftige Elitetruppe aus
jüdischen Soldaten, die gezielte grausame Vergeltungsschläge gegen Nazis durchführen.
Schon bald werden sie von den Deutschen als "Die Bastarde" gefürchtet.
Als der Plan reift, die Anführer des Dritten Reichs auszuschalten, nimmt Raines Einheit
Kontakt zu einer deutschen Schauspielerin und Undercover-Agentin Bridget von
Hammersmark (Diane Kruger) auf, die entscheidend für das Gelingen des Anschlags ist.
Die Mission führt sie schließlich alle ausgerechnet in das Pariser Kino von Shosanna, die
den Greuel an ihrer Familie längst nicht vegessen hat.
Man kann Quentin Tarrantino vorwerfen, was man will, aber seine Filme haben stets höchsten
Unterhaltungswert und lassen die wenigsten kalt.
Entweder man liebt, oder man hasst sie. So ist auch bei Inglourious Basterds deutlich die
Handschrift des Meisters zu spüren. Gepaart mit einer großartigen Schauspielertruppe
entfesselt sich ein Feuerwerk, dass einzig in der Mitte einig Längen aufweist.
Die ersten Skalpierungsszenen lassen den Kinosaal aufschreien, aber dafür bin ich im Kino -
hier will ich sehen!
Der heimliche Star des Films ist eindeutig Christoph Waltz, der in Deutschland seit Jahren
einen Namen hat, aber nun auch international wahrgenommen und abgefeiert wird. Seine Rolle,
auch wenn sie aus historischer Sicht höchst bedenklich ist, verkörpert Waltz mit einer
furchteinflößenden Souveränität, dabei höchst sprachgewandt und Ideenreich.
Ein Muss für Freunde abgedrehter, aber nie lächerlicher Filmkunst.

John Rabe
Nanking, China 1937: Seit vielen Jahren leitet John Rabe (Ulrich Tukur) eine deutsche
Siemens-Niederlassung. Gerade als er nach Berlin zurück beordert wird, schicken sich die
Japaner an, die Stadt einzunehmen. John Rabe hadert mit sich, entscheidet sich aber doch,
in der Stadt zu bleiben und beim Einrichten einer Schutzzone zu helfen in Anbetracht der
bevorstehenden Grausamkeiten der Japanischen Armee.
Eindrucksvoll wird dieses ziemlich unbekannte Stück Kriegsgeschichte in Szene gesetzt.
Dabei wurden stellenweise auch Originalaufnahmen verwendet, um den Schrecken des Krieges noch
zu unterstreichen. Leider sind einige Effekte und Aktionen dermaßen überzogen und sehr
vorhersehbar. So wird größten Wert darauf gelegt, die Japanische Armee so grausam wie möglich
und den Pathos von den Wänden triefen zu lassen. Trotz eines brillanten Ulrich Tukur als John
Rabe und einiger weiterer Hochkaräter (Anne Consigny, Daniel Brühl, Steve Buscemi), gelingt
es nicht ein zweites Schindlers Liste oder Der Untergang zu schaffen.
Ein sehenswerter Film - durchaus, aber kein Meilenstein.

Johnny English
Der als Mr. Bean bekannt gewordene Rowan Atkinson nimmt in diesem Film das ganze James
Bond und Agentengenre auf die Schippe. Als "der Agent der es versiebte" stiftet er
überall, wo er auftaucht das totale Chaos. Der Schauspieler läuft dabei zu absoluter
Höchstform auf und lässt kaum eine Minute zum Verschnaufen. Schon allein seine
Bewegungen und Gestiken sind das Eintrittsgeld wert. Johnny English und sein
Helfer sind dabei einem französischem Geschäftsmann auf der Spur, der in Verdacht
gerät, die Kronjuwelen gestohlen zu haben. Trotz aller Widrigkeiten und
Tollpatschigkeiten der Agenten gelingt es, den Schurken aufzuspüren und seine wahren
Pläne auszukundschaften. In einem Irrsinnigen Finale nimmt der Film natürlich sein
Happy end. Natalie lmbruglia ist nach ihrer schwächelnden Gesangskarriere als Gespielin
von English der Augenschmaus des Films (was für eine Frau!). Alles in allem DER
Klamaukfilm des Jahres und für alle Mr. Bean Fans (wie mich!) ein Riesenspaß und
beste Kinounterhaltung.

Jud Süß - Film ohne Gewissen
In Jud Süß - Film ohne Gewissen wird die Geschichte des Filmschauspielers Ferdinand
Marian erzählt, der 1940 die Hauptrolle in dem erfolgreichsten Propagandafilm der
Nazizeit, "Jud Süß" spielte. Marian, der zuerst die Rolle ablehnt, beugt sich aber
doch dem Willen des Ministers und denkt schließlich vor allem an seinen eigenen Ruhm.
Diese Rolle macht Marian in seiner Zeit weltberühmt.
Oskar Röhler schart die Topriege der deutschen Schauspielkunst um sich, um dem Stoff
Nachdruck zu verleihen (Tobias Moretti - OK, er ist Österreicher, Moritz Bleibtreu,
Martina Gedeck, Armin Rohde, Rolf Zacher…), doch das alleine macht noch keinen guten
Film aus. Gipfel der Peinlichkeiten: Moritz Bleibtreu als Göbbels. Viel zu überzogen
mit immer denselben Gesten tötet jede Szene mit ihm schon bald den Nerv des Zuschauers.
Dagegen brilliert und dominiert Tobias Moretti (als Ferdinand Marian), der seinerzeit
als seichter Serienkommissar Rex im deutschen Fernsehen bekannt wurde das Geschehen.
Ebenso Martina Gedeck verkörpert Marians Frau mit viel Stolz und Anmut. Armin Rohde
kann sich hier mit seiner Nebenrolle leider nicht so recht in Szene setzen.
Jud Süß - Film ohne Gewissen weiß eigentlich nicht wirklich was er sein will. Er ist
keine Dokumentation, dazu werden viele Ereignisse verfälscht und ins Lächerliche gezogen.
Das passt nicht zum Grundtenor des Films. Dazu wird das Kriegsende einfach übersprungen
und die Sexszene mit Gudrun Landgrebe am offenen Fenster vor fliegenden Bomben - da wird
einem Angst um den Deutschen Film. Unterm Strich dominiert also die Provokation und das
ist fürs heutige Kino zu wenig um zu bestehen.

Julia
In diesem Roadmovie spielt Tilda Swinton die Hauptdarstellerin Julia. Mit einem
ständigen Alkoholproblem und in nuttigem Outfit stöckelt und stolpert sie durch diesen
Film. Es geht um eine Entführung des Jungen einer Bekannten, durch die sich Julia
kurzerhand selbst etwas Geld verdienen will. Natürlich geht das schief und sie landet
in den Slums von Mexiko, wo sie plötzlich zum Opfer wird.
In der ersten Hälfte entwickelt der Zuschauer ziemliche Antipathie gegenüber Julia.
Später, als der Film Fahrt aufnimmt, aber auch mehr und mehr von Klischees durchzogen,
überzogen und unrealistisch wird, ist Julia fast schon die angenehmste Erscheinung.
Zurück bleibt ein „Naja“. Ähnlich thematisierte Filme wie Monster oder Thelma
& Louise konnten das gleiche um Längen besser.

Kampf der Titanen
Perseus (Sam Worthington) wird als Halbgott geboren und wie könnte es anders sein?
Seine Zieheltern werden Opfer des Hades. Die Menschen sind es leid, Götter anzubeten
und trotzdem deren Gutdünken ausgesetzt zu sein. Während Zeus an das Gute im Menschen
glaubt, will Hades die Menschheit vernichten und die Macht an sich reißen. Also muss
Perseus nicht nur das Volk von Argos schützen, sondern auch Hades Ungeheuer besiegen.
Auf gefährlichen Pfaden führt Perseus seine Gruppe unerschrockener Krieger in die verbotenen
Welten. Dabei muss er sich gegen fürchterliche Monster wehren (Riesenskorpione, einen
Dämon und natürlich die Medusa) um am Ende gegen die Riesenkrake bestehen zu können.
Dieses Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1981 versprach einiges. Nach den
gewaltigen Trailern durfte man gespannt sein, zumal auch Kampf der Titanen mit dem
Zusatz "3D" lockt. Leider wurde schon schnell klar, dieses Remake hätte man sich besser
gespart. Die Geschichte (so man sie noch nicht kannte) ist billigst vorhersehbar, die
Effekte zwar ganz nett anzuschauen ("3D" nur stellenweise wahrnehmbar), allerdings mehr eine Aneinanderreihung von
Schauplätzen als ein schlüssiger roter Faden, der den Zuschauer zu fesseln vermag.
Dazu schwülstiger Pathos und wo sich etwas logisch nicht erklären lässt, wirken eben
Götterkräfte. Mit dieser Hauptfigur hat sich Sam Worthington keinen Gefallen getan und
auch die restliche hochkarätige Riege (Ralph Fiennes und Liam Neeson) bringt nicht mehr
als steifes Geschwafel auf die Leinwand… setzen 6 ääh 1!

Keinohrhasen
Die deutsche Winterkomödie schlechthin sollte es sein. Eine enorme Ansammlung deutscher
Topschauspieler (Nora Tschirner, Til Schweiger, Jürgen Vogel, Barbara Rudnik) und einige
Gaststars (Vladimir Klitschko, Yvonne Catterfeld) geben sich hier die Ehre.
Die Hauptperson Ludo (Til Schweiger) wird verurteilt Sozialdienst in einem Kinderhort
abzuhalten. Die dortige Anna (Nora Tschirner) erinnert sich an Ludo, der sie mit
Freunden während der Schulzeit ständig gehänselt und ihr Streiche gespielt hat. Die
Chance wollte sie nutzen, um sich auf ihre Weise zu rächen.
Nach und nach muss sie sich eingestehen, dass sie sich in Ludo verliebt hat und die
turbulenten Dinge nehmen ihren Lauf.
Hat man die müden Anfangsgags überstanden entwickeln sich wirklich drollige Situationen,
vor allem dann, wenn die Kinder in den Mittelpunkt rücken.
Es geht um Beziehungen, One-night-stands und das Nichtvorhandensein von Anna's
Sexerfahrungen.
Eine Liebeskomödie die mit zunehmender Laufzeit immer mehr an Fahrt aufnimmt und auch
das Gefühl kommt nicht zu kurz.
Sieht man über einige Ungereimtheiten (Til Schweiger ist eigentlich fast 20 Jahre älter
als Nora Tschirner - die beiden können also kaum eine gemeinsame Schulzeit gehabt
haben) und den superbescheuerten Titel hinweg, kann man jede Menge Spaß im Kinosaal
haben.

Kirschblüten - Hanami
Dass ich mir mal freiwillig einen Kinofilm mit Elmar Wepper ansehen würde, hätte ich
nicht gedacht. Er spielt den kurz vor der Rente stehenden Rudi, dessen Ehefrau Trudi
(Hannelore Elsner) ihm in kleinen täglichen Ritualen für ihn die sorgende Ehefrau mimt.
Der Alltag ist geprägt von starren immer gleichen Abläufen, bis Trudi von seinem Arzt
erfährt, dass er Krebs hat. Daraufhin drängt sie ihn, gemeinsam in Urlaub zu fahren,
die Kinder (die längst aus dem Haus sind) zu besuchen und das Leben zu genießen. Rudi
wundert sich zwar, gibt dann aber doch nach. Während ihres Trips ergeben sich viele
Situationen, die zum Schreien komisch sind (z.B. das Überfordertsein in der Großstadt –
Berlin). Plötzlich stirbt nicht er, sondern unvermittelt Trudi. Von da an schlägt
die Stimmung des Films gänzlich um. Es fällt schwer zu schmunzeln und man fühlt mit
dem alternden, etwas hilflos wirkenden Rudi. In ihren Sachen entdeckt Rudi von den
„heimlichen“ Wünschen seiner Ehefrau, auf die er in seinem Starrsinn nie Rücksicht
genommen hatte. In Tokio (bei seinem Sohn) trifft er ein weiteres Mal auf eine
chaotische Großstadt aber auch auf japanischen Butoh – zu dem Trudi eine Liebe hegte.
Dabei trifft er auf die obdachlose Tänzerin Ju und merkt, wie er durch sie seiner
verstorbenen Frau ganz nah ist. Kirschblüten – Hanami kann abgesehen von
einigen Längen und Übertreibungen voll überzeugen. Man ist gefangen von der Stimmung
und fühlt mit den Charakteren mit. Dazu kommen (erschreckende) kulturelle Erfahrungen
im fernen Japan, die man so kaum glauben kann.

King Arthur
Die schon mehrfach verfilmte Heldensage um König Arthur und den Rittern der
Tafelrunde lieferte den Stoff zu diesem von Jerry Bruckheimer abgedrehten Streifen.
Warum sollte ich mir also als Zuschauer den x-ten Abklatsch antun? Die Heldensaga wird
dieses mal nahezu in komplett anderem Licht beleuchtet. Es wird weniger auf die Mystik,
das Geheimnisvolle und das Magische Wert gelegt, vielmehr versucht Bruckheimer eine
historisch realistische Geschichte auf die Leinwand zu zaubern, die natürlich nicht
frei ist von allerhand Klischee und schwarz/weiß Malerei.
Hier ist Artus (Arthur) nun ein römischer Offizier namens Artorius, der einen kleinen
Trupp Ritter befehligt. Der Dienst unter den Römern ist so gut wie beendet und die sechs
Ritter freuen sich auf Freiheit und Heimat. Doch der hinterhältige Bischof Germanius
will ihnen ihre Entlassungspapiere erst geben, wenn sie einen letzten Job für ihn
erledigen: Eine römische Familie aus dem Feindesland nördlich des Hadrianswall
evakurieren, wo die wilden Pikten leben und sich die Sachsen anschicken, die Insel zu
erobern. Bei ihrer Reise, retten die Ritter die junge Piktin Guinevere (Keira Knightley)
aus der Hand des römischen Tyrann Marius, die zufällig Tochter des piktischen Häuptlings
Merlin ist. Zwischen ihr und Arthur entwickeln sich tiefere Gefühle und am Ende
verbünden sich die Ritter mit den Pikten gegen die Sachsen.
Die Kostüme, der Soundtrack, die meisten Charaktere sowie die Landschaften wissen zu
überzeugen und bringen dem Zuschauer einen monumentalen bildgewaltigen Genuss auf die
große Leinwand. Die Hauptfiguren werden gut durchleuchtet und schaffen ein gewisses
Identifikationspotential mit unseren Helden. Clive Owen als Arthur verleiht seinem
Charakter königliche Erhabenheit und Sinn für Gerechtigkeit. Immer den richtigen Ton
gegenüber seinen Rittern treffend, mit Selbstzweifeln kämpfend. Sein Gegenspieler,
Stellan Skarsgard als Sachsenhäuptling führt seine Mannen mit grausamer Gelassenheit
an. Natürlich gibt es auch Kritikpunkte. Aus der jämmerlichen Gestalt, die aus dem
Kerker vor dem Tod gerettet wird, ist plötzlich die absolute Elite Kampfamazone geworden
(Guinevere) und ein gewisser Til Schweiger als Sachsenfürst wirkt mit seinem ewigen
Stimmbruch einfach nur peinlich.
Fazit: Alles in allem ist King Arthur ein lohnenswerter Streifen, wenngleich er
weder an einen Excalibur herankommt noch epischen Historienfilmen wie
Braveheart oder Gladiator das Wasser reichen kann.

Kleine Tricks
Goldene Sommertage auf dem Polnischen Land. Stefek ist 7 und beobachtet die Züge, die am
Bahnhof vorbeirauschen - Züge und Gleise tauchen auch immer wieder auf. Er hofft, dass sein
Vater zurückkommt, der sich vor Jahren aus dem Staub gemacht hat. Seine Schwester Elka wäscht das Geschirr in einer Kneipe und lernt
nebenher Italienisch für einen besseren Job.
Ein Mann steigt aus dem Zug - Stefek's Vater? Er lässt nichts unversucht, um das Schicksal
mit kleinen Tricks zu überlisten.
Kleine Tricks kann man mit Worten kaum fassen. Zu ideenreich und stark sind einige der Szenen,
auch wenn Kleine Tricks ein sehr ruhiger Film ist, so entwickeln gerade diese Szenen enorme
Tiefe (der Taubenschlag, oder die Zinnsoldaten), auch wenn der Streifen keine tragende
Handlung aufweisen kann. Wer eine leichte Sommerbrise spüren will, ohne in Klischees zu baden
und Unterhaltung fern ab vom Mainstream sucht, der wird in Kleine Tricks voll bedient.
Der großen Masse werden die 96 Minuten zu lange vorkommen und zu Aktionsarm sein.

Kleine Verbrechen
Leonidas ist Polizist auf einer kleinen Griechischen Insel. Jeder kennt jeden, es geschieht
nichts dramatisches und er selbst wird als Polizist nicht ernst genommen.
Weil ihn das anödet, hat er seine Versetzung in die Stadt beantragt. Bis plötzlich wirklich
etwas passiert: der alte Zaharias wird tod aufgefunden. Leonidas' Vorgesetzter geht von
einem natürlichen Tod aus, doch Leonidas beezweifelt das und ermittelt weiter.
Kleine Verbrechen soll Griechischen Charme versprühen, doch das gelingt nur selten.
Zu hölzern und gekünstelt agieren die Charaktere. Die seltsamen Synchronstimmen tun ihr
Übriges dazu, dass der Film kein fesselndes Erlebnis bleibt.
Die Rückblenden über den möglichen Tathergang sind originell und recht witzig eingestreut,
aber hier sehen wir auch die Schwäche von Kleine Verbrechen: Der Film weiß nicht was er
sein will. Für einen Krimi ist er nicht ernst genug, für eine Komödie viel zu müde und für
einen Liebesfilm zu blass. Nahezu alle netten Szenen hat man bereits in der Vorschau gesehen,
sodass man sich den kompletten Streifen gerne ersparen kann.

Kleine Wunder in Athen
Stavros besitzt einen Kiosk in Athen. Sein Leben droht immer mehr aus den Fugen zu
geraten, denn seine Frau hat ihn verlassen und er wird von Schlaflosigkeit geplagt.
Mit dem Schlaganfall seiner Mutter trifft Stavros ein weiterer Schicksalsschlag. Er
muss sich nun rund um die Uhr um sie kümmern. Eines Tages taucht auch noch ein Albaner
auf, der von seiner Mutter, als ihr Sohn, also Stavros' Bruder erkannt wird. Von da an
ist das Chaos perfekt.
Der Film zeigt herrlich abstrus ein Stück südländischer Gelassenheit. Das Nichtstun, das
in den Tag hineinleben, wie es wohl nur in Griechenland wirklich möglich ist. Dabei sieht
man allerdings auch, dass die hiesigen Probleme mit Ausländern im Grunde nicht viel
anders sind, als hierzulande auch. Leider nutzt sich der anfänglich subtile Humor über
die Filmdauer ab und die Rolle des Albaners hätte ein präsenterer Schauspieler wohl
besser ausgefüllt. Ein großes Wunder scheint die Antwort auf die Frage, womit die
Protagonisten ihren Lebensunterhalt bestreiten. Das kleinere Wunder ist die Tatsache,
dass Griechenland so natürlich pleite ist.

Königin der Verdammten
Ein Vampirfilm - muss ich sehen, dachte ich mir. Die Story ist absolut an den Haaren
beigezogen - Vampir wird Rockstar und gibt in seinen Texten Geheimnisse des
Vampirdaseins preis. Das gefällt den anderen ihrer Art gar nicht. Sängerin Aaliyah in
ihrer einzigen Rolle bevor ihrem Unfalltod... Böse Zungen könnten sagen: zum Glück
bleiben uns so weitere "schauspielerische" Grausamkeiten erspart. Da der Film noch dazu
nicht besonders viele "Blutszenen" aufweist, frage ich mich: was soll das Ganze?
Ziemlicher Schrott unterhalb der Schmerzgrenze.

Königreich der Himmel
Balian (Orlando Bloom), ein einfacher Schmied bekommt von Ritter Godfrey (Liam Neeson)
eröffnet, dass er sein Vater ist. Er will seinen Sohn mit auf den Kreuzzug nach
Jerusalem nehmen, um den wackeligen Frieden zwischen Moslems und Christen zu festigen.
Als Godfrey schwer verwundet wird, überträgt er seinem Spross die Ritterwürde.
In Jerusalem macht Balian die Bekanntschaft mit der mysteriösen Sybilla (Eva Green) und
dem kaiserlichen Berater Tiberius (Jeremy Irons), sowie den gierigen Tempelrittern Guy
(Marton Csokas) und Reynald (Brendan Gleeson), die um jeden Preis einen Krieg gegen
Moslemführer Saladin (Ghassan Massoud) anzetteln wollen. Als es zum offenen Krieg
kommt, steht Balian vor der scheinbar unmöglichen Aufgabe, die Bevölkerung Jerusalems
gegen die gewaltige Armee Saladins zu verteidigen.
Orlando Bloom als Hauptdarsteller zehrt noch von seinem Ruhm der Herr der Ringe
-Trilogie, kann jedoch nie dem Anspruch der zentralen Figur gerecht werden. Sein
bubihaftes Äußeres, der Flaum von einem Bart und die Verwegenheit einer Milchschnitte
machen aus Bloom keinen Helden, schon gar keinen Ritter. Eine bessere Figur geben da
Jeremy Irons und Liam Neeson ab.
Liebhaber von echten Schlachten, die dreckig, staubig, blutig und brutal sind werden
die lächerlichen Ungereimtheiten, die schlechte Story und die an den Haaren
herbeigezogenen Gründe für das Handeln der Personen nicht weiter stören. Allen anderen
möchte ich den Film nicht empfehlen.
Königreich der Himmel ist definitiv kein zweiter Gladiator!

Kommissar Bellamy
Wie jedes Jahr verbringen der Pariser Kommissar Paul Bellamy (Gérard Depardieu) und seine Frau
Françoise (Marie Bunel) die Sommerferien im südfranzösischen Nîmes. Obwohl Françoise viel
lieber große Reisen anstrebt, beugt sie sich dem Willen ihres Mannes.
In diesem Jahr jedoch ist alles anders, denn ein Fremder (Jacques Gamblin) drängt sich auf
und behauptet, er habe einen Obdachlosen umgebracht, um danach ein neues Leben zu beginnen.
Trotz Urlaub, fasziniert den Kommissar der Fall so sehr, dass er eigene Ermittlungen anstellt.
Als schließlich Pauls Halbbruder Jacques (Clovis Cornillac), ein unbeherrschter Alkoholiker
auftaucht und sich einnistet, ist schon bald nicht mehr an Ruhe zu denken.
Kommissar Bellamy will Kriminalfilm sein, doch der eigentliche Fall dümpelt im Hintergrund.
Umso mehr verlieren sich die sichtlich unterforderten, aber dennoch brillanten Schauspieler
mehr und mehr in intellektuellen Phrasen, welche den Plot nicht vorantreiben. Realitätsnahe
Dialoge sucht man vergebens – vielleicht ist es auch nur die französische Art die Geschichte
zu erzählen, oder die sonderbare Synchronisation. Einer der ödesten Filme, für die ich
Eintrittsgeld auf den Tisch legen musste. Wenn man Kommissar Bellamy mit dem ebenfalls
unaufgeregten kürzlich gesehenen Kleine Verbrechen vergleicht, so machte letzterer noch eine
Spur mehr Freude, also kann die Wertung nur dementsprechend ausfallen.

Krabat
Der Film Krabat von Regisseur Marco Kreuzpaintner ist eine Realverfilmung des gleichnamigen
Romans von Otfried Preußler. Dieser basiert auf der bekannten sorbischen Volkssage und erzählt
die Geschichte des gleichnamigen Jungen, der Lehrling eines Zaubermeisters wird und sich gegen
diesen behaupten muss. Am Ende siegt die Liebe über die dunklen Mächte.
Die Schauspielerbesetzung setzt sich aus der Toppriege des jungen deutschen Films zusammen:
Daniel Brühl, Robert Stadlober und die Neuentdeckung David Kross als Krabat (von dem wohl noch e
iniges zu erwarten ist) sorgen für mächtig Atmosphäre.
Die Geschichte wird märchenhaft und mit sonorer Stimme erzählt und wirkt für Deutsches Kino eher
ungewöhnlich mystisch. Ähnlich thematischer Produktionen wähnt man stets in Hollywood zuhause.
Dass man so etwas in Deutschland auch kann, beweist Krabat. Nach und nach fügen sich die
Mosaikteilchen zusammen und dem Zuschauer wird zuteil, welcher Person man trauen kann und
welcher nicht. Für Genrefreunde sicher ein Muss, für den Kinogänger, der reale Geschichten
bevorzugt schwer zu verdauen, deshalb gibt es für Krabat den wohlwollenden Mittelwert.

Krieg der Welten
Die Menschheit wird von einer außerirdischen Macht, die technologisch tausende Jahre
weiter entwickelt ist unterwandert. Systematische Ausrottung der Rasse Mensch ist das
Ziel der Invasoren.
Währenddessen wird eine typische amerikanische Familie beleuchtet. Ray Ferrier (Tom
Cruise), Dockarbeiter, gescheiterter Vater und Ehemann soll sich um seine beiden
Kinder, die bei ihrer Mutter aufwachsen kümmern und ist damit zunächst vollkommen
überfordert. Bis zu jenem Tag, als die Invasion beginnt und alles Gewesene zweitrangig
wird.
Die Kamera begleitet die drei bei ihrem Versuch zu überleben und zeigt dabei
schonungslos menschliche Abgründe auf.
Steven Spielberg setzt bewusst nicht auf globale Atomschlachten, Superheldentum und
zerberstende Weltbauwerke, sondern zeigt die „kleine Welt“ der Familie auf der Flucht.
Allgegenwärtig ist die Angst, die düstere Stimmung und die Spannung wenn die Aliens
(optisch eine Mischung aus ET und Gollum) auftauchen. Das ist die Stärke von Krieg
der Welten.
Die Schauspieler agieren durchweg glaubhaft, wenngleich man auf einige Kitschszenen
sowie das unsägliche Happy - End gerne hätte verzichten können.
Krieg der Welten ist kein typischer Katastrophenfilm, aber ein Besonderer. Dafür 4
starke Punkte mit Tendenz nach oben.

Land of the Dead
Da ist sie nun endlich: George A. Romeros Fortsetzung zu Day of the Dead von
1985.
Die Welt ist übervölkert von Zombies - lebenden Toten, die sich von Menschenfleisch
ernähren. Einige wenige überlebende der Rasse Mensch versuchen sich in einem
geschützten Terrain die Zombies vom Leib zu halten und ein halbwegs normales Leben
zu führen. Gut ausgerüstete Trupps verlassen die Siedlung, um Müll zu entsorgen und
den Nachschub an Lebensmitteln aufrecht zu erhalten. Über alledem tront Kaufman
(Dennis Hopper), ein skrupelloser machtbesessener Geschäftsmann, der in einem
gläsernen Hochhaus sein Domizil aufgeschlagen hat und von dort alles Treiben auf dem
Fleckchen Erde bestimmt. Das führt ständig zu Spannungen.
Die Zombies beginnen zu lernen einfache Werkzeuge zu benutzen und sich einen Weg zu den
Menschen zu bahnen.
Die (bis auf Hopper) unbekannten Schauspieler sind solide, aber ein Zombiefilm hat eh
nur einen Hauptdarsteller: Den Zombie! Dass die Untoten anfangen zu lernen ist durchaus
noch nachvollziehbar, im Rahmen und nicht zu lächerlich. Und das Blut... Man sieht die
Zombies Gedärme fressen, Knochen abnagen und Hautfetzen ausbeißen – da bleibt niemand
ruhig im Kinosessel sitzen.
Was soll ich sagen: Land of the Dead ist Zombie-Kino vom Feinsten!
Sozialkritisch hintergründlich und spannend die Geschichte, blutdürstig und hungrig die
Zombies. Noch stärker als das Remake von Dawn of the Dead, verhindert nur der
Schluss die Maximalwertung. Trotzdem - Splatterfans.

Leergut
Der dritte Film der Trilogie von Jan Sverák. Während sich die beiden Vorgänger mit dem
Heranwachsen bzw. dem Älter werden befassen, dreht es sich in Leergut um den
Lebensabend.
Lehrer Beppo geht vorzeitig in Ruhestand, weil er dem Job nicht mehr gewachsen scheint.
Da ihm zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, sucht er sich ein neues Betätigungsfeld
und landet nach verschiedenen Versuchen schließlich bei der Leergutannahme eines
Supermarktes. Hier blüht er förmlich auf, bis ein Leergutautomat seinen Arbeitsplatz
überflüssig macht.
Sverák schafft mit dieser skurrilen, und auch feinfühligen Komödie eine sehr eigene
Atmosphäre, die man weder in Amerikanischen, noch in Deutschen Filmen erleben kann.
Die Handlung regt zum Nachdenken über das Alter an. Der Hauptcharakter kommt über weite
Strecken wenig sympathisch rüber und das verleiht Leergut ein großes Maß an
Authentizität.
Ein Film der anregt, bewegt und viel Spaß bereitet.

Let's Make Money
Vom Österreichischen Filmemacher Erwin Wagenhofer stammt dieser Dokumentarfilm.
Let's Make Money deckt die Mißstände der weltweiten Finanzmachenschaften auf und zeigt anhand
einer Reihe von Beispielen, wie die Arbeitskraft notleidender Menschen ausgenutzt und
mißbraucht wird.
Grundsätzlich blendet der Film zwischen zwei verschiedenen Sequenzen hin und her: einmal werden
diverse Finanzprofis befragt, die in teilweise recht wissenschaftlich anmutenden Abhandlungen
über gängige Praktiken Auskunft geben, wie sich die "Erste Welt" am geschicktesten bereichern
“legal” kann.
Zum Anderen wird das ärmliche Leben und Schicksal der ausgenutzten billigsten Arbeitskräfte
näher gebracht. Beeindruckendste und erschütternste Szenen ist der Baumwollraubbau in Burkina
Faso und natürlich der spekulative Bauwahn an Spaniens Küste.
Ein wirklich sehenswertes und wertvolles Stück Film, das zwar stellenweise recht anstrengend zu
verfolgen ist, dafür aber zum Nachdenken anregt.

Maria, ihm schmeckt's nicht
Jan lebt in Krefeld und hat die Halbitalienerin Sara zur Freundin.
Als die beiden beschließen zu heiraten, ist es an der Zeit auch ihre Eltern kennenzulernen.
Ihr Vater, Antonio kam in den frühen 70ern als Gastarbeiter nach Deutschland und ist mit
einer Deutschen verheiratet. Als Hochzeitsort kommt natürlich nur Campobello in Frage.
Als Jan dort eintrifft, tun sich Abgründe auf und zwei gegensätzliche Kulturen prallen
aufeinander.
Aberwitzige Dialoge und Sprachprobleme gehen einher mit der Stellung der Familie in
Italien. Die Deutschen und die Italiener werden in ihren Eigenheiten sehr überzeichnet
dargestellt, aber wie immer, ist auch hier ein Quäntchen Wahrheit drin.
Ein Film, der nicht allzuernst genommen werden will und als Komödie mehr zu bieten hat,
als plumpen Klamauk. Wer Italien liebt, wird auch Maria, ihm schmeckt's nicht lieben.

Master and Commander
Zu Beginn des 19.Jahrhunderts lag die Welt im Krieg. Napoleon herrschte über Europa.
Nur das britische Königreich trotzte den Franzosen. Auf den Weltmeeren waren es vor
allem mächtige, stark bewaffnete Schiffe, die den Sieg für das jeweilige Land sichern
sollten. Eines dieser Schiffe, die HMS Surprise, angeführt vom furchtlosen Kapitän Jack
Aubey (Russel Crowe) und seiner kampferprobten Crew schippert über die Weltmeere und
trifft eines Tages urplötzlich auf das in allen belangen überlegene französische
Kriegsschiff Acheron. Nur mit Hilfe des dichten Nebels entkommt die Surprise schwer
beschädigt.
Auch bei der zweiten Begegnung mit der Acheron entkommen Aubey und seine Mannen nur
durch eine List der Zerstörung. Von nun an gibt es für den furchtlosen Kapitän nur
noch ein Ziel: die Vernichtung der Acheron. Nach dem Fluch der Karibik der
zweite Schiff- und Seefilm in diesem Jahr. Im Gegensatz zu erstgenanntem zielt
Master and Commander auf die brutale Realität. Die raue Wirklichkeit der Zeit
und des Lebens an Bord eines Schiffes werden schonungslos und humorlos aufgezeigt.
Operationen bei vollem Bewusstsein, das Leiden der Crew, aber auch der Respekt
untereinander und das füreinander Einstehen. Einige Charaktere werden fein
ausgeleuchtet und wachsen dem Zuschauer ans Herz. Die Schlachtsequenzen sind dermaßen
authentisch. Man fühlt sich inmitten des Geschehens wenn die Masten brechen, die
Planken bersten und die Kugeln einschlagen. Allerdings ist die Story etwas schwach und
zwischen den Actionszenen, die für meinen Geschmack zu dünn gesät sind weist der Film
einige Längen auf. Was bleibt ist solides, gut gemachtes Helden-Kino ohne
Hollywood-Glamour. nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Matrix - Reloaded
Hier haben wir nun die Fortsetzung des Überraschungserfolges von 1999. Was damals noch
kultig und undergroundig daherkam, wurde dieses mal von einer geschickten
Marketingstrategie gehypt. Die Hauptcharaktere sind die selben geblieben und auch die
Story (?) ist ähnlich verworren und unwirklich wie beim ersten Teil. Neo, Morpheus und
Trinity sind dabei die Stadt Zion vor der Bedrohung durch die Maschinen zu bewahren.
Die Spezialeffekte, Sounds und vor allem die slow motions sind absolute Oberklasse.
Wer da nicht in den Sitz gedrückt wird muss ganz abgebrüht sein. Die wahnwitzige
Verfolgungsjagd auf dem Highway kann man durchaus als einzigartig bezeichnen. Leider
weist der Film dann doch einige Längen auf und vor allem die Kampfszenen wirken
künstlich in die Länge gezogen (vielleicht, dass sich die Macher länger an ihren
Effekten ergötzen können). Ich habe schon den ersten Teil nicht so richtig begriffen
(vielleicht bin ich zu blöd?) und somit kann ich auch der Fortsetzung nicht wirklich
viel abgewinnen, denn außer Effekten und Computertricks hat Matrix Reloaded nichts
zu bieten. Die schauspielerische Leistung des Sonnenbrillengeschwaders bewegt sich nur
unwesentlich über daily-soap Niveau und so bleiben nur schwache 3 Punkte für diesen
Streifen.

Mein Führer
Ja, ich habe ihn mir angesehen - und dass trotzdem es eigentlich kein "Helge Schneider"
Film im üblichen Sinne ist. Man merkt nur an einer Szene dass man es mit Helge als
Adolf Hitler zu tun hat (als er gegen Ende einmal in die Tasten greift). Ich hatte mich
im Vorfeld kaum über den Film informiert, liebe aber Helge und seine skurrilen Späße.
Davon war allerdings sehr wenig (gar nichts) zu sehen, was den Film wohl auch für
Helge-Hasser sehenswert machen kann. Der Film erzählt in recht seriöser und ernster
Manier die Woche vor dem Jahreswechsel 1944/1945. Hitler soll eine ergreifende Rede
halten und die Stärke Deutschlands vermitteln. Dabei ist er selbst nur noch eine
jämmerliche Figur ohne Mumm. Diesen soll ihm ausgerechnet der Jude Grünbaum
(Ulrich Mühe) "zurück geben". Goebbels (Sylvester Groth) zieht im Hintergrund die Fäden
und will schließlich die Macht an sich reißen. Die Figuren sind sehr authentisch
gespielt. Die Mimik, Gestik und Stimmen der Hauptfiguren sind einfach nur brillant.
Ein Film weit weg vom Klamauk, aber voller situationsbedingter Komik, so man diese als
Zuschauer zulassen kann.
Tipp: unbedingt bis zum Schluss sitzen bleiben!

Men in Black II
Nach Men in Black I, der ziemlich cool und amüsant war, wollte natürlich auch
der zweiten Teil gesehen werden... und was soll ich sagen? Ich bin fast sprachlos - so
einen ausgemachten blödsinnigen Quatsch hat man selten gesehen. Klar, Quatsch und
Blödsinn kann auch spaßig sein, aber das hier ist einfach nur nervig. Total einfallslos
nach dem Motto: komm, wir machen jetzt schnell einen Film. Selbst die kurze Laufzeit
von gut 80 Minuten ist schon zu viel für diesen Mist. Schade um das Eintrittsgeld.
Man erlöse uns von diesem cineastischen Abschaum und erspare uns einen dritten Teil.

Me too
Daniel ist es gewöhnt, dass andere ihm nichts zutrauen und ihn mitleidsvoll anschauen.
Er ist mit dem Down Syndrom zur Welt gekommen, ist deswegen aber nicht dumm. Gerade hat
er mit 34 Jahren sein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen. Das nimmt Daniel wirklich
kaum jemand ab.
Voller Energie beginnt er seinen neuen Job und trifft wieder einmal auf alte Vorbehalte
bei den Kollegen und selbst bei seiner Familie, vor allem als sich zwischen seiner
Kollegin Laura und ihm eine Freundschaft entwickelt. Doch je mehr Ablehnung der
Öffentlichkeit auf die beiden stößt, umso enger rücken diese zusammen: sie verlieben
sich!
Vorurteile und eingefahrene Verhaltensweisen werden kräftig auf den Kopf gestellt.
Selten zuvor hat ein Film solch ein Selbstverständnis für behinderte Menschen entwickelt,
woran neben der Geschichte auch ein hervorragender Pablo Pineda (Daniel) seinen Anteil
hat. Der Zuschauer kann über die Zeit nachvollziehen, was Laura (Lola Dueñas) an Daniel
findet und was die beiden verbindet. Sie hat nach diversen Männergeschichten ohne Gefühl
einfach die Nase voll von Oberflächlichkeit. Aller Zweifel und Unkenrufen ihrer Kollegen
und seiner Familie zum Trotz wirkt diese Freundschaft wie Balsam auf die durch ihren
Vater geschundene Seele. Vielleicht ein wenig zuviel Märchen, vielleicht ein wenig
zu wenig Gesellschaftskritisch, aber mit starken sensiblen Szenen über das Recht von
behinderten Menschen auf Liebe und Gefühle.

Micmacs
Bazil, der zufällig eine Kugel abbekommt und dessen Vater Opfer einer Landmine wurde,
schwört den Waffenproduzenten Rache. Er trifft Canaille und dessen Bande, die im
Untergrund tätig sind. Gemeinsam beschließen sie, die beidden großen Waffenmänner
gegeneinander auszuspielen.
Ein Kenner des Französischen Films wird hier einige bekannte Gesichter wiedererkennen.
Anlehnungen an Amelie... und Co sind gewollt, wenn hier auch gnadenlos
überzeichnet. Ohne einen gewissen faible für Schwachsinn - liebenswerten Schwachsinn
wohlgemerkt, lässt sich Micmacs schwer ertragen. Wer sich allerdings auf die Personen
und die übertriebene Geschichte einlässt, den erwartet ein großer Kinospaß. Nicht für
mehrmals, aber für einmal wundersame Unterhaltung.

Mondkalb
Nach Du bist nicht allein ein weiterer Film mit Axel Prahl (Kommissar Thiel -
Tatort) in der Hauptrolle. Hier ist allerdings Juliane Köhler was die Präsents
angeht mindestens gleichberechtigt. Alexandra (Juliane Köhler) zieht es nach ihrer
Haftentlassung zurück in die Heimat ihrer Kindheit, um dort einen Neuanfang zu wagen.
Dort trifft sie auf Piet (Axel Prahl) und dessen Sohn Tom, die das Nachbarhaus
bewohnen. Dieser Tom drängt sich Alex ziemlich auf und lässt sie an den Sorgen der
Kleinfamilie teilhaben. Nach und nach kommen sich auch Piet und Alex näher und die
Schatten ihrer Vergangenheit werden immer größer.
Die beiden Hauptdarsteller und auch Leonard Carow als Tom brillieren in diesem
überwiegend ruhigen Schicksalsdrama, dass nach ziemlich langem Anlauf in der zweiten
Hälfte gewaltig an Fahrt aufnimmt. Vor allem dann, wenn man Details aus der
Vergangenheit der Darsteller erfährt.
Eigentlich die besten Voraussetzungen für einen tollen Film. Leider ist die
Grundhandlung sehr dünn, sodass weniger gezeigt wird, als sich der Zuschauer denken
muss. Als Buch stelle ich mir die Geschichte sehr prickelnd vor, als Film vor allem für
die große Leinwand trägt sie nicht genügend, als dass man den Kinobesuch als Erlebnis
bezeichnen könnte.

Monster
Aileen (Charlize Theron), das Opfer einer tragischen Kindheit voller Missbrauch,
gefangen in einer grauenhaft trostlosen Existenz, verliebt sich in Selby (Christina
Ricci) und klammert sich an sie, als gelte es, ihr eigenes Leben zu retten. Als sie von
einem ihrer Freier brutal vergewaltigt wird, tötet sie ihn aus Notwehr. Aileen
beschließt ein neues Leben zu beginnen, sich einen neuen Job zu suchen. Doch den
verzweifelten Kampf um Achtung und Selbstbestimmung in der Gesellschaft verliert sie
und wird zur Täterin - zum Monster.
Verfilmt ist hier die wahre Lebensgeschichte von Aileen Wuornos, einer Prostituierten,
die 2002 in Florida für die Morde an sechs Männern hingerichtet wurde. Eine junge
Frau wird zur Serienmörderin, zur Verkörperung des Bösen - die Geschichte selbst ist
beklemmend genug und mangelt nicht an bitterer Sozialkritik. Charlize Theron liefert
ein eindrucksvolles Portrait dieser Frau, ihr völliges Eintauchen in die Existenz von
Aileen Wuornos macht es erst möglich hinter dem Monster auch den seelenwunden
Menschen zu sehen. Für diese schauspielerische Leistung gewann sie einen Oscar, einen
Golden Globe und einen Silbernen Bären - zu Recht.
Fazit: Auf den ersten Blick ein Monster und auf den zweiten ... ?!
_apricum

Mr Bean macht Ferien
Nach längerer Abstinenz endlich mal wieder Rowan Atkinson alias Mr. Bean auf der
Kinoleinwand. In gewohnter Klassemanier sorgt Mr. Bean auch dieses Mal wieder
für allerhand Chaos und Situationskomik. Die Geschichte ist schnell erzählt: Bean
gewinnt einen Hotelaufenthalt in Cannes. Auf dem Weg dorthin begegnet er einem Jungen,
der von seinem Vater getrennt wird, woran Bean nicht ganz schuldlos ist. Fortan fühlt
er sich für den Jungen verantwortlich und die beiden finden nach anfänglicher
Abneigung mehr und mehr zusammen.
Atkinson brilliert hier wieder mit seiner typischen Gestik und Mimik. Dass der
komplette Film nahezu in Französischer Sprache gedreht ist schadet überhaupt nicht,
im Gegenteil - es versetzt den Zuschauer eher in die Hilflosigkeit, die man erfährt
wenn man der Sprache nicht mächtig ist. Den Filminhalt kann man auch so leicht
erfassen.
Vor allem durch das sehr kitschige Ende nicht ganz so überraschend und witzig wie
Mr. Bean in Amerika oder Johnny English, aber trotzdem solide 4 Punkte.

My name is Khan
… und ich bin kein Terrorist! Das ist der Grundsatz dieses Bollywood trifft
Hollywood Streifens mit Bollywood Superstar Shah Rukh Khan in der Hauptrolle.
Rizvan Khan ist ein autistischer „Held“, sehr intelligent, aber mit seiner
Kommunikationsfähigkeit ist es nicht so weit her. Außerdem bereiten ihm laute Geräusche,
viele Menschen und die Farbe Gelb große Probleme durchs Leben zu gehen.
Nach einem kurzen Einstieg in die Geschichte, wird dem Zuschauer in Rückblenden das Leben
des jungen Rizvan Khan nähergebracht. Die Probleme mit seiner „Krankheit“ und der Familie
mit so einem Sohn. Nach dem Tod seiner Mutter tut er, was er ihr versprochen hat: er geht
in die USA und wird glücklich. Sein Bruder, der schon vor Jahren ausgewandert ist und in
den USA ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden ist, gibt Rizvan Hilfestellung und einen
Job als Einstieg.
In einem Friseursalon lernt er die Hindu Mandira kennen, die nach mehrmaligem Kontakt
verzaubert ist von Khans Ehrlichkeit und Unbekümmertheit und ihn als Mensch und nicht
als Autist sieht. Die beiden kommen sich näher und heiraten sogar (eine Hindu und ein
Moslem – das geht normalerweise gar nicht). Nach dem 11. September 2001 ändert sich aber
alles. Der Hass schlägt den beiden überall ins Gesicht, bis schließlich Mandiras Sohn
Todgeprügelt wird. Sie kommt damit nicht klar und trennt sich vorerst von Rizvan, so
lange, bis dieser dem Amerikanischen Präsidenten sagt: „mein Name ist Khan und ich bin
kein Terrorist“.
Die erste Hälfte des Films verzaubert den Zuschauer wie ein farbenfrohes Märchen. Die
Stimmung kippt allerdings mit dem 11. September. Ab hier bekommt My name is Khan
ein sehr ernstes Gesicht. Es wurde versucht, die Probleme der Moslems, die sie wohl auch
heute noch vor allem in den USA haben aufzuzeigen und den Zuschauer dafür zu
sensibilisieren. Die Botschaft ist einfach: Nicht jeder Moslem ist ein Terrorist und
nicht jeder Christ ist ein guter Mensch. Tatsächlich regt der Film in diesen Sequenzen
zum Nachdenken an, auch wenn er mitunter sehr überzeichnet. Was Khan alles widerfährt ist
eine Anhäufung von Ereignissen, die immer unrealistischer wirkt. Hier wäre etwas weniger
mehr gewesen. Da Musikeinlagen auf ein für westliche Verhältnisse gedrosselt wurden, ist
My name is Khan ein schönes und auch ungewöhnliches Stück Kinounterhaltung
zwischen beschwingt und ernst.


