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Filmkritiken

Beim Schreiben von Filmkritiken lege ich weniger Wert auf ausführliche Beschreibungen, sondern eher auf ein kurzes, prägnantes Fazit.

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» Harry Potter und der Gefangene von Askaban
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» Ice Age 2 - Jetzt Tauts
» Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los
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» Inglourious Basterds
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» Kampf der Titanen
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» Kirschblüten - Hanami
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» Maria, ihm schmeckt's nicht
» Master and Commander
» Matrix - Reloaded
» Mein Führer
» Men in Black II
» Me too
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» Mondkalb
» Monster
» Mr Bean macht Ferien
» My name is Khan

Harry Potter und der Stein der Weisen

Harry Potter und der Stein der Weisen Da ich die Bücher nicht kenne, ging ich unbelastet in den Film. Kann somit auch nicht sagen, wie gut oder schlecht der Stoff umgesetzt ist. Die Charaktere kommen sympathisch rüber und sind ordentlich gespielt. Es wird einiges an Effekten geboten und die Kulissen sind atemberaubend. Die 150 Minuten Film weisen doch einige Längen auf, so handelt die eigentliche Geschichte vom internen Duell der verschiedenen Gruppen innerhalb der Zauberschule. Die Suche nach dem Stein der Weisen war eher eine Nebenhandlung. Alles in allem muss ich sagen, dass der Film wohl eher das jüngere Publikum anspricht. Ich denke, dass 6-12 Jährige durchaus ihren Spaß haben können, aber ich persönlich war wohl nicht die Zielgruppe für diesen Film. Auch kann ich die Diskussionen nicht verstehen, ob der Film schon für 6 Jährige geeignet sein soll, oder nicht. Im Sonntag-Vormittag Programm von RTL tauchen mehr Grausamkeiten und schreckliche Szenen auf. Wenn man die ganze Merchandisemaschinerie sieht, die hinter diesem Film steckt muss es einem übel werden und die einzige Punktzahl, die der Film verdient hat, wäre 1 Punkt, aber für das Bemühen und den Aufwand würde ich mich doch zu 2 Punkten hinreißen lassen.

 

Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Harry Potter und der Gefangene von Askaban Als Liebhaber der Harry-Potter-Bücher fällt es mir von Film zu Film schwerer, Begeisterung für die filmische Umsetzung der phantastischen Geschichten aufzubringen. War ich im ersten Teil noch gefesselt von der Umsetzung vieler Details, hatte meine Freude an der Entdeckungsreise zwischen Phantasie und Leinwand, so verlor bereits die Fortsetzung einiges von diesem Zauber. Die Neugier trieb mich trotzdem ins Kino.
Der Gefangene von Askaban besticht zum ersten Mal durch eine gelungene Straffung der Romanvorlage. Leider gelingt es nicht, weitere Vorteile die ein Film gegenüber einem Buch hat, umzusetzen. Der Film findet keine eigene Sprache. So enden einzelne Szenen in einer Art Klamauk, dessen Humor mir größtenteils verborgen bleibt. Tempo, Schnitt und musikalische Untermalung erinnern zunehmend an einen Action-Film, die Faszination der magischen Welten bleibt auf der Strecke.
Fazit: Dem Reichtum des Buches kann der Film nicht gerecht werden - aber vielleicht ist genau das auch unmöglich.

_apricum

 

Hostel

Hostel Quentin Tarantino steht für abgedrehte Streifen, mit 180° Wendungen, so beginnt auch hier alles recht harmlos: In Amsterdam sind 3 abenteuerlustige spätpubertäre Kerls unterwegs um sich mit diversen Frauen und dem Konsum von Drogen zu Vergnügen.
Nach einer zufälligen Zusammenkunft mit Alex verschlägt es die Protagonisten in die ferne Slowakei, da dort angeblich die Frauen williger sind und vor allem total auf Amerikaner stehen.
Dort angekommen offenbart sich den Dreien scheinbar das totale Paradies was die Erfüllung ihrer Wünsche angeht, bevor mehr und mehr Ungereimtheiten und sonderbare Dinge passieren.
Schließlich werden die Touristen von den Mädchen nach und nach an slowakische Folterknechte ausgeliefert, die sich einen Spaß machen diese zu quälen, zu sezieren und auszuweiden. Die letzte halbe Stunde hat es dann auch extremst in sich.
Die abstrusen Szenarien und die typische slowakische Hinterhofatmosphäre tragen dazu bei, dass dem Zuschauer vor Spannung und Ekel das Blut in den Adern gefriert.
Die Story fängt sehr schleppend an, dafür ist der Showdown umso gewaltiger und lässt Hostel in einer Liga mit Saw spielen.

 

Hostel II

Hostel II Wieder einmal verschlägt es ein Grüppchen junger Leute (dieses mal Mädchen) in die Slowakei, um erneut im zwielichtigen Hostel unterzukommen. Auf einem Straßenfest lässt sich die naivste der drei verführen und wird schließlich verschleppt. Von da an nehmen die Dinge ihren Lauf bis zum bitteren Ende.
Wem Hostel I gefallen hat, der wird auch hier nicht enttäuscht werden. Im direkten Vergleich war der erste Teil etwas düsterer, allerdings auch in der ersten halben Stunde alberner. Teil II ist in sich stimmiger und die Gewaltszenen sind wirklich abgefahren. Sicher, wieso die drei Mädchen anstatt nach Prag in die Slowakei reisen (nur weil es eine vermeintliche "Freundin" vorgeschlagen hat) ist sehr an den Haaren herbei gezogen.
Das Ende ist sehr krass und lässt eigentlich alle Optionen für einen dritten Teil offen. Wie für den ersten Teil 5 fette Horrorpunkte!

 

I am Legend

I am Legend Eine endzeitliche, apokalyptische Vision: Ein Virus hat fast alle Menschen infiziert. Diese sterben bei Sonneneinstrahlung oder tristen ihr Dasein als seelenlose, aggressive Kreaturen im Dunkel. Der einzig Überlebende heißt Robert Neville (Will Smith) und hat sich im Menschenleeren New York eingerichtet. Besessen von dem Gedanken, die infizierten zu heilen forscht er an einem Gegenmittel.
Thematisch eigentlich nichts Neues liefert ein glänzend aufgelegter Will Smith eine one man Show ab, die sich in einem wunderbar düsteren Szenario abspielt. Durch die bruchstückhaften Rückblenden erfährt man erst nach und nach wie sich alles ereignet hat. Das verleiht dem Film eine knisternde Hochspannung. I am Legend fesselt von der ersten bis zur letzten Minute und so verzeiht man auch einige Ungereimtheiten... ganz stark!

 

Ice Age

Ice Age Schon wider ein Animationsfilm - es ist zu einem Trend geworden, aber solange die Story witzig ist und die Charaktere sympathisch ist nichts dagegen zu sagen. Ich hatte mir nicht all zuviel von Ice Age versprochen und wurde dann total angenehm überrascht. Die Figuren sind dermaßen witzig und spaßig anzusehen. Die Story ist zwar eher dünn, aber wie sich das Geschehen entwickelt und wie aus der ungleichen Gruppe doch noch eine Gemeinschaft wird ist solide. Die Animationen sind voll zum Ablachen und die Details machen Spaß vom Anfang bis zum Ende. Otto als Sprecher des Faultieres läuft förmlich zur Höchstform auf und die Zwischensequenzen mit dem Eichhörnchen, das eine Nuss im Boden verstecken will und immer wieder „gestört" wird sind unglaublich komisch. Dafür gibt es gute 5 Punkte.

 

Ice Age 2 - Jetzt Tauts

Ice Age 2 - Jetzt Tauts Optisch und Tricktechnisch kann auch Ice Age 2 begeistern. Im Gegensatz zum ersten Teil kommt hier aber eine flüssige und schlüssige Story viel zu kurz.
Der Film lebt ausschließlich von kleinen "Slapstickeinlagen" - ein kurzer Lacher hier, eine komische Einstellung da. Möglicherweise ist die fehlende Story auch dem Hauptteil der Zielgruppe egal, aber da sind einige unstimmige Abfolgen, die doch ziemlich wehtun (die Tiergruppe ist schon Tage unterwegs und längst schon Grün unter den Füßen, als einige Szenen plötzlich wieder im Eis spielen und die zu brechende Eiswand in nächster Nähe zeigen).
Alles in allem ein Film, den man sofort wieder vergessen hat. Eine Empfehlung für Familien und Erwachsene kann ich daher nicht aussprechen, für ein reines Kinderpublikum möglicherweise schon.

 

Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los

Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los Nachwuchs kündigt sich bei den Mammuts Manny und Ellie an und dadurch fühlt sich Faultier Sid natürlich ausgegrenzt und sucht neuen Anschluss. Beim Umherstreunen entdeckt er die Brut einer T-Rex-Dame und nimmt sich der Eier an. Das Chaos nimmt seinen Lauf, als die Dinobabys geboren sind und von ihrer Mutter gesucht werden. Prompt wird Sid mitsamt der Brut in die unterirdische Welt verschleppt, in der es von Dinos nur so wimmelt. Das fordert natürlich seine Freunde heraus, ihn zu suchen und zu befreien.
Auch im dritten Teil treffen wir die alten Bekannten wieder, sowie einige neue Charaktere: Das tollkühne Wiesel Buck, das sein Leben dem Kampf gegen einen fürchterlichen Fleischfresser gewidmet hat. Scrat hat Verstärkung bekommen: er entdeckt die Liebe und versucht diese für sich zu gewinnen, doch dabei steht ständig das Ringen um die Nuss im Vordergrund.
Der alternde Tiger Diego bekommt seine tollen Auftritte, genau wie die beiden Mammuts. Selbstverständlich ist nicht alles so böse und schrecklich, wie es zunächst scheint. Während im ersten Teil noch Story, Witz und Tricks gestimmt haben, wirkte der zweite Teil mit wenig Leidenschaft produziert. In Teil 3 stimmen die Zutaten wieder voll und so erhalten wir ein mit frischen Gags gespicktes Spektakel, technisch auf höchstem Niveau. Großer Spaß für große und kleine Kinder, der temporeich durch die 94 Minuten führt.

 

Ichi No Kao (Faces of a fig tree)

Ichi No Kao (Faces of a fig tree) Zu Beginn überwältigten die Farben, die Licht/Schatteneffekte und die Kameraeinstellungen gewaltig. Die Art wie die Gesichter in Nahaufnahme und von schräg oben gezeigt wurden in ihrer ganzen "Unperfektheit" das war schon etwas total anderes als das was man vom Mainstreamkino gewohnt ist. Leider erschöpfen sich die abstrusen Handlungen sehr schnell und nach spätestens einer halben Stunde quält man sich durch den Restfilm. Bin ich zu doof für diese Art "Kunst", verstehe ich nicht was uns die Regisseurin mit dem Film sagen will? Eigentlich besteht die "Geschichte" aus einer durchgeknallten japanischen Familie die fast ständig beim Essen sitzt und sich gegenseitig in schrägen Dialogen übertrifft. Bis auf ein paar Lachern aufgrund wirklich haarsträubender Sätze (Japanisch mit deutschen Untertiteln) und wahnwitziger Szenen kann man den Streifen getrost als überflüssig bezeichnen. Als Kurzfilm vielleicht noch erträglich, aber 94 Minuten von diesem Quatsch überschreitet schon merklich die Schmerzgrenze.

 

Identität

Identität Der sechsfache Mörder und Psychopath Malcolm Rivers wird zu einer letzten Anhörung gebracht. Sein Psychiater glaubt, Beweise für eine Schuldunfähigkeit seines Patienten gefunden zu haben und will ihn vor dem elektrischen Stuhl retten.
In der gleichen Nacht: Dauerregen, Verkehrschaos. Zufall oder nicht, dass dieses Unwetter zehn Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen dazu zwingt, diese Nacht gemeinsam in einem heruntergekommenen Motel verbringen müssen. Ein tödlicher Countdown beginnt.
Die unheimliche Stimmung ist der passende Rahmen für eine Inszenierung, die von Beginn an Konzentration und Denkarbeit erfordert. So hatte ich anfangs noch geglaubt (dank der Internet-Werbung zum Film) den Mörder schon zu kennen und musste am Ende erkennen, dass es nur ein Puzzleteil der Auflösung ist. Spätestens wenn man als Zuschauer die Glaubwürdigkeit der „zufälligen Morde" in Frage stellt, ist die Verwirrung perfekt. Exzellente Kameraführung und geschickte Zusammenschnitte aus Standbildern und Rückblenden sorgen für die richtige Spannung. Was verbindet die zehn Personen? Wer wird das nächste Opfer sein? Wer ist der Mörder? Warum verschwinden Leichen?
Fazit: Ein perfektes Verwirrspiel von Identitäten.

_apricum

 

In Berlin

In Berlin Der aus Süddeutschland vor Jahren zugezogene Michael Ballhaus zeigt uns „sein“ Berlin. Er begleitet Prominente und weniger Prominente und durchleuchtet Abschnitte ihres Lebens. So treffen wir unter anderem Klaus Wowereit, Maybritt Illner, Frank-Walter Steinmeier, Alexander Hacker (von den Einstürzenden Neubauten) und unbekannte Protagonisten, die uns ihr Berlin zeigen.
Fasziniert von der Hauptstadt, die (so meint er) ohne Hektik aber mit viel Enthusiasmus und Begeisterung sich immer wieder neu erfindet. Wer es hier schaffen will, braucht vor allem eines: Ideen.
Wer sich bisher noch nicht für die Hauptstadt erwärmen konnte, der wird sich spätestens jetzt (ein klein wenig) verlieben. Gewünscht hätte man sich vielleicht mehr gewöhnliche Leute, aber trotztem ein empfehlenswerter Film.

 

Inglourious Basterds

Inglourious Basterds Im von den Deutschen besetzten Frankreich muss Shosanna Dreyfus (Melanie Laurent) mit ansehen, wie ihre Familie durch den Nazi-Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) brutal hingerichtet wird. Nur knapp kann sie entkommen und flieht nach Paris, wo sie sich als Kinobesitzerin eine neue Identität und Existenz aufbaut.
Gleichzeitig formt Offizier Aldo Raine (Brad Pitt) eine schlagkräftige Elitetruppe aus jüdischen Soldaten, die gezielte grausame Vergeltungsschläge gegen Nazis durchführen. Schon bald werden sie von den Deutschen als "Die Bastarde" gefürchtet. Als der Plan reift, die Anführer des Dritten Reichs auszuschalten, nimmt Raines Einheit Kontakt zu einer deutschen Schauspielerin und Undercover-Agentin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) auf, die entscheidend für das Gelingen des Anschlags ist. Die Mission führt sie schließlich alle ausgerechnet in das Pariser Kino von Shosanna, die den Greuel an ihrer Familie längst nicht vegessen hat.
Man kann Quentin Tarrantino vorwerfen, was man will, aber seine Filme haben stets höchsten Unterhaltungswert und lassen die wenigsten kalt. Entweder man liebt, oder man hasst sie. So ist auch bei Inglourious Basterds deutlich die Handschrift des Meisters zu spüren. Gepaart mit einer großartigen Schauspielertruppe entfesselt sich ein Feuerwerk, dass einzig in der Mitte einig Längen aufweist.
Die ersten Skalpierungsszenen lassen den Kinosaal aufschreien, aber dafür bin ich im Kino - hier will ich sehen!
Der heimliche Star des Films ist eindeutig Christoph Waltz, der in Deutschland seit Jahren einen Namen hat, aber nun auch international wahrgenommen und abgefeiert wird. Seine Rolle, auch wenn sie aus historischer Sicht höchst bedenklich ist, verkörpert Waltz mit einer furchteinflößenden Souveränität, dabei höchst sprachgewandt und Ideenreich. Ein Muss für Freunde abgedrehter, aber nie lächerlicher Filmkunst.

 

John Rabe

John Rabe Nanking, China 1937: Seit vielen Jahren leitet John Rabe (Ulrich Tukur) eine deutsche Siemens-Niederlassung. Gerade als er nach Berlin zurück beordert wird, schicken sich die Japaner an, die Stadt einzunehmen. John Rabe hadert mit sich, entscheidet sich aber doch, in der Stadt zu bleiben und beim Einrichten einer Schutzzone zu helfen in Anbetracht der bevorstehenden Grausamkeiten der Japanischen Armee.
Eindrucksvoll wird dieses ziemlich unbekannte Stück Kriegsgeschichte in Szene gesetzt. Dabei wurden stellenweise auch Originalaufnahmen verwendet, um den Schrecken des Krieges noch zu unterstreichen. Leider sind einige Effekte und Aktionen dermaßen überzogen und sehr vorhersehbar. So wird größten Wert darauf gelegt, die Japanische Armee so grausam wie möglich und den Pathos von den Wänden triefen zu lassen. Trotz eines brillanten Ulrich Tukur als John Rabe und einiger weiterer Hochkaräter (Anne Consigny, Daniel Brühl, Steve Buscemi), gelingt es nicht ein zweites Schindlers Liste oder Der Untergang zu schaffen.
Ein sehenswerter Film - durchaus, aber kein Meilenstein.

 

Johnny English

Johnny English Der als Mr. Bean bekannt gewordene Rowan Atkinson nimmt in diesem Film das ganze James Bond und Agentengenre auf die Schippe. Als "der Agent der es versiebte" stiftet er überall, wo er auftaucht das totale Chaos. Der Schauspieler läuft dabei zu absoluter Höchstform auf und lässt kaum eine Minute zum Verschnaufen. Schon allein seine Bewegungen und Gestiken sind das Eintrittsgeld wert. Johnny English und sein Helfer sind dabei einem französischem Geschäftsmann auf der Spur, der in Verdacht gerät, die Kronjuwelen gestohlen zu haben. Trotz aller Widrigkeiten und Tollpatschigkeiten der Agenten gelingt es, den Schurken aufzuspüren und seine wahren Pläne auszukundschaften. In einem Irrsinnigen Finale nimmt der Film natürlich sein Happy end. Natalie lmbruglia ist nach ihrer schwächelnden Gesangskarriere als Gespielin von English der Augenschmaus des Films (was für eine Frau!). Alles in allem DER Klamaukfilm des Jahres und für alle Mr. Bean Fans (wie mich!) ein Riesenspaß und beste Kinounterhaltung.

 

Jud Süß - Film ohne Gewissen

Jud Süß - Film ohne Gewissen In Jud Süß - Film ohne Gewissen wird die Geschichte des Filmschauspielers Ferdinand Marian erzählt, der 1940 die Hauptrolle in dem erfolgreichsten Propagandafilm der Nazizeit, "Jud Süß" spielte. Marian, der zuerst die Rolle ablehnt, beugt sich aber doch dem Willen des Ministers und denkt schließlich vor allem an seinen eigenen Ruhm. Diese Rolle macht Marian in seiner Zeit weltberühmt.
Oskar Röhler schart die Topriege der deutschen Schauspielkunst um sich, um dem Stoff Nachdruck zu verleihen (Tobias Moretti - OK, er ist Österreicher, Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck, Armin Rohde, Rolf Zacher…), doch das alleine macht noch keinen guten Film aus. Gipfel der Peinlichkeiten: Moritz Bleibtreu als Göbbels. Viel zu überzogen mit immer denselben Gesten tötet jede Szene mit ihm schon bald den Nerv des Zuschauers. Dagegen brilliert und dominiert Tobias Moretti (als Ferdinand Marian), der seinerzeit als seichter Serienkommissar Rex im deutschen Fernsehen bekannt wurde das Geschehen. Ebenso Martina Gedeck verkörpert Marians Frau mit viel Stolz und Anmut. Armin Rohde kann sich hier mit seiner Nebenrolle leider nicht so recht in Szene setzen.
Jud Süß - Film ohne Gewissen weiß eigentlich nicht wirklich was er sein will. Er ist keine Dokumentation, dazu werden viele Ereignisse verfälscht und ins Lächerliche gezogen. Das passt nicht zum Grundtenor des Films. Dazu wird das Kriegsende einfach übersprungen und die Sexszene mit Gudrun Landgrebe am offenen Fenster vor fliegenden Bomben - da wird einem Angst um den Deutschen Film. Unterm Strich dominiert also die Provokation und das ist fürs heutige Kino zu wenig um zu bestehen.

 

Julia

Julia In diesem Roadmovie spielt Tilda Swinton die Hauptdarstellerin Julia. Mit einem ständigen Alkoholproblem und in nuttigem Outfit stöckelt und stolpert sie durch diesen Film. Es geht um eine Entführung des Jungen einer Bekannten, durch die sich Julia kurzerhand selbst etwas Geld verdienen will. Natürlich geht das schief und sie landet in den Slums von Mexiko, wo sie plötzlich zum Opfer wird.
In der ersten Hälfte entwickelt der Zuschauer ziemliche Antipathie gegenüber Julia. Später, als der Film Fahrt aufnimmt, aber auch mehr und mehr von Klischees durchzogen, überzogen und unrealistisch wird, ist Julia fast schon die angenehmste Erscheinung.
Zurück bleibt ein „Naja“. Ähnlich thematisierte Filme wie Monster oder Thelma & Louise konnten das gleiche um Längen besser.

 

Kampf der Titanen

Kampf der Titanen Perseus (Sam Worthington) wird als Halbgott geboren und wie könnte es anders sein? Seine Zieheltern werden Opfer des Hades. Die Menschen sind es leid, Götter anzubeten und trotzdem deren Gutdünken ausgesetzt zu sein. Während Zeus an das Gute im Menschen glaubt, will Hades die Menschheit vernichten und die Macht an sich reißen. Also muss Perseus nicht nur das Volk von Argos schützen, sondern auch Hades Ungeheuer besiegen.
Auf gefährlichen Pfaden führt Perseus seine Gruppe unerschrockener Krieger in die verbotenen Welten. Dabei muss er sich gegen fürchterliche Monster wehren (Riesenskorpione, einen Dämon und natürlich die Medusa) um am Ende gegen die Riesenkrake bestehen zu können.
Dieses Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1981 versprach einiges. Nach den gewaltigen Trailern durfte man gespannt sein, zumal auch Kampf der Titanen mit dem Zusatz "3D" lockt. Leider wurde schon schnell klar, dieses Remake hätte man sich besser gespart. Die Geschichte (so man sie noch nicht kannte) ist billigst vorhersehbar, die Effekte zwar ganz nett anzuschauen ("3D" nur stellenweise wahrnehmbar), allerdings mehr eine Aneinanderreihung von Schauplätzen als ein schlüssiger roter Faden, der den Zuschauer zu fesseln vermag. Dazu schwülstiger Pathos und wo sich etwas logisch nicht erklären lässt, wirken eben Götterkräfte. Mit dieser Hauptfigur hat sich Sam Worthington keinen Gefallen getan und auch die restliche hochkarätige Riege (Ralph Fiennes und Liam Neeson) bringt nicht mehr als steifes Geschwafel auf die Leinwand… setzen 6 ääh 1!

 

Keinohrhasen

Keinohrhasen Die deutsche Winterkomödie schlechthin sollte es sein. Eine enorme Ansammlung deutscher Topschauspieler (Nora Tschirner, Til Schweiger, Jürgen Vogel, Barbara Rudnik) und einige Gaststars (Vladimir Klitschko, Yvonne Catterfeld) geben sich hier die Ehre.
Die Hauptperson Ludo (Til Schweiger) wird verurteilt Sozialdienst in einem Kinderhort abzuhalten. Die dortige Anna (Nora Tschirner) erinnert sich an Ludo, der sie mit Freunden während der Schulzeit ständig gehänselt und ihr Streiche gespielt hat. Die Chance wollte sie nutzen, um sich auf ihre Weise zu rächen.
Nach und nach muss sie sich eingestehen, dass sie sich in Ludo verliebt hat und die turbulenten Dinge nehmen ihren Lauf.
Hat man die müden Anfangsgags überstanden entwickeln sich wirklich drollige Situationen, vor allem dann, wenn die Kinder in den Mittelpunkt rücken.
Es geht um Beziehungen, One-night-stands und das Nichtvorhandensein von Anna's Sexerfahrungen.
Eine Liebeskomödie die mit zunehmender Laufzeit immer mehr an Fahrt aufnimmt und auch das Gefühl kommt nicht zu kurz.
Sieht man über einige Ungereimtheiten (Til Schweiger ist eigentlich fast 20 Jahre älter als Nora Tschirner - die beiden können also kaum eine gemeinsame Schulzeit gehabt haben) und den superbescheuerten Titel hinweg, kann man jede Menge Spaß im Kinosaal haben.

 

Kirschblüten - Hanami

Kirschblüten - Hanami Dass ich mir mal freiwillig einen Kinofilm mit Elmar Wepper ansehen würde, hätte ich nicht gedacht. Er spielt den kurz vor der Rente stehenden Rudi, dessen Ehefrau Trudi (Hannelore Elsner) ihm in kleinen täglichen Ritualen für ihn die sorgende Ehefrau mimt. Der Alltag ist geprägt von starren immer gleichen Abläufen, bis Trudi von seinem Arzt erfährt, dass er Krebs hat. Daraufhin drängt sie ihn, gemeinsam in Urlaub zu fahren, die Kinder (die längst aus dem Haus sind) zu besuchen und das Leben zu genießen. Rudi wundert sich zwar, gibt dann aber doch nach. Während ihres Trips ergeben sich viele Situationen, die zum Schreien komisch sind (z.B. das Überfordertsein in der Großstadt – Berlin). Plötzlich stirbt nicht er, sondern unvermittelt Trudi. Von da an schlägt die Stimmung des Films gänzlich um. Es fällt schwer zu schmunzeln und man fühlt mit dem alternden, etwas hilflos wirkenden Rudi. In ihren Sachen entdeckt Rudi von den „heimlichen“ Wünschen seiner Ehefrau, auf die er in seinem Starrsinn nie Rücksicht genommen hatte. In Tokio (bei seinem Sohn) trifft er ein weiteres Mal auf eine chaotische Großstadt aber auch auf japanischen Butoh – zu dem Trudi eine Liebe hegte. Dabei trifft er auf die obdachlose Tänzerin Ju und merkt, wie er durch sie seiner verstorbenen Frau ganz nah ist. Kirschblüten – Hanami kann abgesehen von einigen Längen und Übertreibungen voll überzeugen. Man ist gefangen von der Stimmung und fühlt mit den Charakteren mit. Dazu kommen (erschreckende) kulturelle Erfahrungen im fernen Japan, die man so kaum glauben kann.

 

King Arthur

King Arthur Die schon mehrfach verfilmte Heldensage um König Arthur und den Rittern der Tafelrunde lieferte den Stoff zu diesem von Jerry Bruckheimer abgedrehten Streifen. Warum sollte ich mir also als Zuschauer den x-ten Abklatsch antun? Die Heldensaga wird dieses mal nahezu in komplett anderem Licht beleuchtet. Es wird weniger auf die Mystik, das Geheimnisvolle und das Magische Wert gelegt, vielmehr versucht Bruckheimer eine historisch realistische Geschichte auf die Leinwand zu zaubern, die natürlich nicht frei ist von allerhand Klischee und schwarz/weiß Malerei.
Hier ist Artus (Arthur) nun ein römischer Offizier namens Artorius, der einen kleinen Trupp Ritter befehligt. Der Dienst unter den Römern ist so gut wie beendet und die sechs Ritter freuen sich auf Freiheit und Heimat. Doch der hinterhältige Bischof Germanius will ihnen ihre Entlassungspapiere erst geben, wenn sie einen letzten Job für ihn erledigen: Eine römische Familie aus dem Feindesland nördlich des Hadrianswall evakurieren, wo die wilden Pikten leben und sich die Sachsen anschicken, die Insel zu erobern. Bei ihrer Reise, retten die Ritter die junge Piktin Guinevere (Keira Knightley) aus der Hand des römischen Tyrann Marius, die zufällig Tochter des piktischen Häuptlings Merlin ist. Zwischen ihr und Arthur entwickeln sich tiefere Gefühle und am Ende verbünden sich die Ritter mit den Pikten gegen die Sachsen.
Die Kostüme, der Soundtrack, die meisten Charaktere sowie die Landschaften wissen zu überzeugen und bringen dem Zuschauer einen monumentalen bildgewaltigen Genuss auf die große Leinwand. Die Hauptfiguren werden gut durchleuchtet und schaffen ein gewisses Identifikationspotential mit unseren Helden. Clive Owen als Arthur verleiht seinem Charakter königliche Erhabenheit und Sinn für Gerechtigkeit. Immer den richtigen Ton gegenüber seinen Rittern treffend, mit Selbstzweifeln kämpfend. Sein Gegenspieler, Stellan Skarsgard als Sachsenhäuptling führt seine Mannen mit grausamer Gelassenheit an. Natürlich gibt es auch Kritikpunkte. Aus der jämmerlichen Gestalt, die aus dem Kerker vor dem Tod gerettet wird, ist plötzlich die absolute Elite Kampfamazone geworden (Guinevere) und ein gewisser Til Schweiger als Sachsenfürst wirkt mit seinem ewigen Stimmbruch einfach nur peinlich.
Fazit: Alles in allem ist King Arthur ein lohnenswerter Streifen, wenngleich er weder an einen Excalibur herankommt noch epischen Historienfilmen wie Braveheart oder Gladiator das Wasser reichen kann.

 

Kleine Tricks

Kleine Tricks Goldene Sommertage auf dem Polnischen Land. Stefek ist 7 und beobachtet die Züge, die am Bahnhof vorbeirauschen - Züge und Gleise tauchen auch immer wieder auf. Er hofft, dass sein Vater zurückkommt, der sich vor Jahren aus dem Staub gemacht hat. Seine Schwester Elka wäscht das Geschirr in einer Kneipe und lernt nebenher Italienisch für einen besseren Job.
Ein Mann steigt aus dem Zug - Stefek's Vater? Er lässt nichts unversucht, um das Schicksal mit kleinen Tricks zu überlisten.
Kleine Tricks kann man mit Worten kaum fassen. Zu ideenreich und stark sind einige der Szenen, auch wenn Kleine Tricks ein sehr ruhiger Film ist, so entwickeln gerade diese Szenen enorme Tiefe (der Taubenschlag, oder die Zinnsoldaten), auch wenn der Streifen keine tragende Handlung aufweisen kann. Wer eine leichte Sommerbrise spüren will, ohne in Klischees zu baden und Unterhaltung fern ab vom Mainstream sucht, der wird in Kleine Tricks voll bedient. Der großen Masse werden die 96 Minuten zu lange vorkommen und zu Aktionsarm sein.

 

Kleine Verbrechen

Kleine Verbrechen Leonidas ist Polizist auf einer kleinen Griechischen Insel. Jeder kennt jeden, es geschieht nichts dramatisches und er selbst wird als Polizist nicht ernst genommen. Weil ihn das anödet, hat er seine Versetzung in die Stadt beantragt. Bis plötzlich wirklich etwas passiert: der alte Zaharias wird tod aufgefunden. Leonidas' Vorgesetzter geht von einem natürlichen Tod aus, doch Leonidas beezweifelt das und ermittelt weiter.
Kleine Verbrechen soll Griechischen Charme versprühen, doch das gelingt nur selten. Zu hölzern und gekünstelt agieren die Charaktere. Die seltsamen Synchronstimmen tun ihr Übriges dazu, dass der Film kein fesselndes Erlebnis bleibt. Die Rückblenden über den möglichen Tathergang sind originell und recht witzig eingestreut, aber hier sehen wir auch die Schwäche von Kleine Verbrechen: Der Film weiß nicht was er sein will. Für einen Krimi ist er nicht ernst genug, für eine Komödie viel zu müde und für einen Liebesfilm zu blass. Nahezu alle netten Szenen hat man bereits in der Vorschau gesehen, sodass man sich den kompletten Streifen gerne ersparen kann.

 

Kleine Wunder in Athen

Kleine Wunder in Athen Stavros besitzt einen Kiosk in Athen. Sein Leben droht immer mehr aus den Fugen zu geraten, denn seine Frau hat ihn verlassen und er wird von Schlaflosigkeit geplagt. Mit dem Schlaganfall seiner Mutter trifft Stavros ein weiterer Schicksalsschlag. Er muss sich nun rund um die Uhr um sie kümmern. Eines Tages taucht auch noch ein Albaner auf, der von seiner Mutter, als ihr Sohn, also Stavros' Bruder erkannt wird. Von da an ist das Chaos perfekt.
Der Film zeigt herrlich abstrus ein Stück südländischer Gelassenheit. Das Nichtstun, das in den Tag hineinleben, wie es wohl nur in Griechenland wirklich möglich ist. Dabei sieht man allerdings auch, dass die hiesigen Probleme mit Ausländern im Grunde nicht viel anders sind, als hierzulande auch. Leider nutzt sich der anfänglich subtile Humor über die Filmdauer ab und die Rolle des Albaners hätte ein präsenterer Schauspieler wohl besser ausgefüllt. Ein großes Wunder scheint die Antwort auf die Frage, womit die Protagonisten ihren Lebensunterhalt bestreiten. Das kleinere Wunder ist die Tatsache, dass Griechenland so natürlich pleite ist.

 

Königin der Verdammten

Königin der Verdammten Ein Vampirfilm - muss ich sehen, dachte ich mir. Die Story ist absolut an den Haaren beigezogen - Vampir wird Rockstar und gibt in seinen Texten Geheimnisse des Vampirdaseins preis. Das gefällt den anderen ihrer Art gar nicht. Sängerin Aaliyah in ihrer einzigen Rolle bevor ihrem Unfalltod... Böse Zungen könnten sagen: zum Glück bleiben uns so weitere "schauspielerische" Grausamkeiten erspart. Da der Film noch dazu nicht besonders viele "Blutszenen" aufweist, frage ich mich: was soll das Ganze? Ziemlicher Schrott unterhalb der Schmerzgrenze.

 

Königreich der Himmel

Königreich der Himmel Balian (Orlando Bloom), ein einfacher Schmied bekommt von Ritter Godfrey (Liam Neeson) eröffnet, dass er sein Vater ist. Er will seinen Sohn mit auf den Kreuzzug nach Jerusalem nehmen, um den wackeligen Frieden zwischen Moslems und Christen zu festigen. Als Godfrey schwer verwundet wird, überträgt er seinem Spross die Ritterwürde.
In Jerusalem macht Balian die Bekanntschaft mit der mysteriösen Sybilla (Eva Green) und dem kaiserlichen Berater Tiberius (Jeremy Irons), sowie den gierigen Tempelrittern Guy (Marton Csokas) und Reynald (Brendan Gleeson), die um jeden Preis einen Krieg gegen Moslemführer Saladin (Ghassan Massoud) anzetteln wollen. Als es zum offenen Krieg kommt, steht Balian vor der scheinbar unmöglichen Aufgabe, die Bevölkerung Jerusalems gegen die gewaltige Armee Saladins zu verteidigen.
Orlando Bloom als Hauptdarsteller zehrt noch von seinem Ruhm der Herr der Ringe -Trilogie, kann jedoch nie dem Anspruch der zentralen Figur gerecht werden. Sein bubihaftes Äußeres, der Flaum von einem Bart und die Verwegenheit einer Milchschnitte machen aus Bloom keinen Helden, schon gar keinen Ritter. Eine bessere Figur geben da Jeremy Irons und Liam Neeson ab.
Liebhaber von echten Schlachten, die dreckig, staubig, blutig und brutal sind werden die lächerlichen Ungereimtheiten, die schlechte Story und die an den Haaren herbeigezogenen Gründe für das Handeln der Personen nicht weiter stören. Allen anderen möchte ich den Film nicht empfehlen.
Königreich der Himmel ist definitiv kein zweiter Gladiator!

 

Kommissar Bellamy

Kommissar Bellamy Wie jedes Jahr verbringen der Pariser Kommissar Paul Bellamy (Gérard Depardieu) und seine Frau Françoise (Marie Bunel) die Sommerferien im südfranzösischen Nîmes. Obwohl Françoise viel lieber große Reisen anstrebt, beugt sie sich dem Willen ihres Mannes. In diesem Jahr jedoch ist alles anders, denn ein Fremder (Jacques Gamblin) drängt sich auf und behauptet, er habe einen Obdachlosen umgebracht, um danach ein neues Leben zu beginnen. Trotz Urlaub, fasziniert den Kommissar der Fall so sehr, dass er eigene Ermittlungen anstellt. Als schließlich Pauls Halbbruder Jacques (Clovis Cornillac), ein unbeherrschter Alkoholiker auftaucht und sich einnistet, ist schon bald nicht mehr an Ruhe zu denken.
Kommissar Bellamy will Kriminalfilm sein, doch der eigentliche Fall dümpelt im Hintergrund. Umso mehr verlieren sich die sichtlich unterforderten, aber dennoch brillanten Schauspieler mehr und mehr in intellektuellen Phrasen, welche den Plot nicht vorantreiben. Realitätsnahe Dialoge sucht man vergebens – vielleicht ist es auch nur die französische Art die Geschichte zu erzählen, oder die sonderbare Synchronisation. Einer der ödesten Filme, für die ich Eintrittsgeld auf den Tisch legen musste. Wenn man Kommissar Bellamy mit dem ebenfalls unaufgeregten kürzlich gesehenen Kleine Verbrechen vergleicht, so machte letzterer noch eine Spur mehr Freude, also kann die Wertung nur dementsprechend ausfallen.

 

Krabat

Krabat Der Film Krabat von Regisseur Marco Kreuzpaintner ist eine Realverfilmung des gleichnamigen Romans von Otfried Preußler. Dieser basiert auf der bekannten sorbischen Volkssage und erzählt die Geschichte des gleichnamigen Jungen, der Lehrling eines Zaubermeisters wird und sich gegen diesen behaupten muss. Am Ende siegt die Liebe über die dunklen Mächte.
Die Schauspielerbesetzung setzt sich aus der Toppriege des jungen deutschen Films zusammen: Daniel Brühl, Robert Stadlober und die Neuentdeckung David Kross als Krabat (von dem wohl noch e iniges zu erwarten ist) sorgen für mächtig Atmosphäre.
Die Geschichte wird märchenhaft und mit sonorer Stimme erzählt und wirkt für Deutsches Kino eher ungewöhnlich mystisch. Ähnlich thematischer Produktionen wähnt man stets in Hollywood zuhause. Dass man so etwas in Deutschland auch kann, beweist Krabat. Nach und nach fügen sich die Mosaikteilchen zusammen und dem Zuschauer wird zuteil, welcher Person man trauen kann und welcher nicht. Für Genrefreunde sicher ein Muss, für den Kinogänger, der reale Geschichten bevorzugt schwer zu verdauen, deshalb gibt es für Krabat den wohlwollenden Mittelwert.

 

Krieg der Welten

Krieg der Welten Die Menschheit wird von einer außerirdischen Macht, die technologisch tausende Jahre weiter entwickelt ist unterwandert. Systematische Ausrottung der Rasse Mensch ist das Ziel der Invasoren.
Währenddessen wird eine typische amerikanische Familie beleuchtet. Ray Ferrier (Tom Cruise), Dockarbeiter, gescheiterter Vater und Ehemann soll sich um seine beiden Kinder, die bei ihrer Mutter aufwachsen kümmern und ist damit zunächst vollkommen überfordert. Bis zu jenem Tag, als die Invasion beginnt und alles Gewesene zweitrangig wird.
Die Kamera begleitet die drei bei ihrem Versuch zu überleben und zeigt dabei schonungslos menschliche Abgründe auf.
Steven Spielberg setzt bewusst nicht auf globale Atomschlachten, Superheldentum und zerberstende Weltbauwerke, sondern zeigt die „kleine Welt“ der Familie auf der Flucht. Allgegenwärtig ist die Angst, die düstere Stimmung und die Spannung wenn die Aliens (optisch eine Mischung aus ET und Gollum) auftauchen. Das ist die Stärke von Krieg der Welten.
Die Schauspieler agieren durchweg glaubhaft, wenngleich man auf einige Kitschszenen sowie das unsägliche Happy - End gerne hätte verzichten können.
Krieg der Welten ist kein typischer Katastrophenfilm, aber ein Besonderer. Dafür 4 starke Punkte mit Tendenz nach oben.

 

Land of the Dead

Land of the Dead Da ist sie nun endlich: George A. Romeros Fortsetzung zu Day of the Dead von 1985.
Die Welt ist übervölkert von Zombies - lebenden Toten, die sich von Menschenfleisch ernähren. Einige wenige überlebende der Rasse Mensch versuchen sich in einem geschützten Terrain die Zombies vom Leib zu halten und ein halbwegs normales Leben zu führen. Gut ausgerüstete Trupps verlassen die Siedlung, um Müll zu entsorgen und den Nachschub an Lebensmitteln aufrecht zu erhalten. Über alledem tront Kaufman (Dennis Hopper), ein skrupelloser machtbesessener Geschäftsmann, der in einem gläsernen Hochhaus sein Domizil aufgeschlagen hat und von dort alles Treiben auf dem Fleckchen Erde bestimmt. Das führt ständig zu Spannungen.
Die Zombies beginnen zu lernen einfache Werkzeuge zu benutzen und sich einen Weg zu den Menschen zu bahnen.
Die (bis auf Hopper) unbekannten Schauspieler sind solide, aber ein Zombiefilm hat eh nur einen Hauptdarsteller: Den Zombie! Dass die Untoten anfangen zu lernen ist durchaus noch nachvollziehbar, im Rahmen und nicht zu lächerlich. Und das Blut... Man sieht die Zombies Gedärme fressen, Knochen abnagen und Hautfetzen ausbeißen – da bleibt niemand ruhig im Kinosessel sitzen.
Was soll ich sagen: Land of the Dead ist Zombie-Kino vom Feinsten! Sozialkritisch hintergründlich und spannend die Geschichte, blutdürstig und hungrig die Zombies. Noch stärker als das Remake von Dawn of the Dead, verhindert nur der Schluss die Maximalwertung. Trotzdem - Splatterfans.

 

Leergut

Leergut Der dritte Film der Trilogie von Jan Sverák. Während sich die beiden Vorgänger mit dem Heranwachsen bzw. dem Älter werden befassen, dreht es sich in Leergut um den Lebensabend.
Lehrer Beppo geht vorzeitig in Ruhestand, weil er dem Job nicht mehr gewachsen scheint. Da ihm zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, sucht er sich ein neues Betätigungsfeld und landet nach verschiedenen Versuchen schließlich bei der Leergutannahme eines Supermarktes. Hier blüht er förmlich auf, bis ein Leergutautomat seinen Arbeitsplatz überflüssig macht.
Sverák schafft mit dieser skurrilen, und auch feinfühligen Komödie eine sehr eigene Atmosphäre, die man weder in Amerikanischen, noch in Deutschen Filmen erleben kann.
Die Handlung regt zum Nachdenken über das Alter an. Der Hauptcharakter kommt über weite Strecken wenig sympathisch rüber und das verleiht Leergut ein großes Maß an Authentizität.
Ein Film der anregt, bewegt und viel Spaß bereitet.

 

Let's Make Money

Let's Make Money Vom Österreichischen Filmemacher Erwin Wagenhofer stammt dieser Dokumentarfilm. Let's Make Money deckt die Mißstände der weltweiten Finanzmachenschaften auf und zeigt anhand einer Reihe von Beispielen, wie die Arbeitskraft notleidender Menschen ausgenutzt und mißbraucht wird.
Grundsätzlich blendet der Film zwischen zwei verschiedenen Sequenzen hin und her: einmal werden diverse Finanzprofis befragt, die in teilweise recht wissenschaftlich anmutenden Abhandlungen über gängige Praktiken Auskunft geben, wie sich die "Erste Welt" am geschicktesten bereichern “legal” kann. Zum Anderen wird das ärmliche Leben und Schicksal der ausgenutzten billigsten Arbeitskräfte näher gebracht. Beeindruckendste und erschütternste Szenen ist der Baumwollraubbau in Burkina Faso und natürlich der spekulative Bauwahn an Spaniens Küste.
Ein wirklich sehenswertes und wertvolles Stück Film, das zwar stellenweise recht anstrengend zu verfolgen ist, dafür aber zum Nachdenken anregt.

 

Maria, ihm schmeckt's nicht

Maria, ihm schmeckt's nicht Jan lebt in Krefeld und hat die Halbitalienerin Sara zur Freundin. Als die beiden beschließen zu heiraten, ist es an der Zeit auch ihre Eltern kennenzulernen. Ihr Vater, Antonio kam in den frühen 70ern als Gastarbeiter nach Deutschland und ist mit einer Deutschen verheiratet. Als Hochzeitsort kommt natürlich nur Campobello in Frage. Als Jan dort eintrifft, tun sich Abgründe auf und zwei gegensätzliche Kulturen prallen aufeinander.
Aberwitzige Dialoge und Sprachprobleme gehen einher mit der Stellung der Familie in Italien. Die Deutschen und die Italiener werden in ihren Eigenheiten sehr überzeichnet dargestellt, aber wie immer, ist auch hier ein Quäntchen Wahrheit drin.
Ein Film, der nicht allzuernst genommen werden will und als Komödie mehr zu bieten hat, als plumpen Klamauk. Wer Italien liebt, wird auch Maria, ihm schmeckt's nicht lieben.

 

Master and Commander

Master and Commander Zu Beginn des 19.Jahrhunderts lag die Welt im Krieg. Napoleon herrschte über Europa. Nur das britische Königreich trotzte den Franzosen. Auf den Weltmeeren waren es vor allem mächtige, stark bewaffnete Schiffe, die den Sieg für das jeweilige Land sichern sollten. Eines dieser Schiffe, die HMS Surprise, angeführt vom furchtlosen Kapitän Jack Aubey (Russel Crowe) und seiner kampferprobten Crew schippert über die Weltmeere und trifft eines Tages urplötzlich auf das in allen belangen überlegene französische Kriegsschiff Acheron. Nur mit Hilfe des dichten Nebels entkommt die Surprise schwer beschädigt.
Auch bei der zweiten Begegnung mit der Acheron entkommen Aubey und seine Mannen nur durch eine List der Zerstörung. Von nun an gibt es für den furchtlosen Kapitän nur noch ein Ziel: die Vernichtung der Acheron. Nach dem Fluch der Karibik der zweite Schiff- und Seefilm in diesem Jahr. Im Gegensatz zu erstgenanntem zielt Master and Commander auf die brutale Realität. Die raue Wirklichkeit der Zeit und des Lebens an Bord eines Schiffes werden schonungslos und humorlos aufgezeigt. Operationen bei vollem Bewusstsein, das Leiden der Crew, aber auch der Respekt untereinander und das füreinander Einstehen. Einige Charaktere werden fein ausgeleuchtet und wachsen dem Zuschauer ans Herz. Die Schlachtsequenzen sind dermaßen authentisch. Man fühlt sich inmitten des Geschehens wenn die Masten brechen, die Planken bersten und die Kugeln einschlagen. Allerdings ist die Story etwas schwach und zwischen den Actionszenen, die für meinen Geschmack zu dünn gesät sind weist der Film einige Längen auf. Was bleibt ist solides, gut gemachtes Helden-Kino ohne Hollywood-Glamour. nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Matrix - Reloaded

Matrix - Reloaded Hier haben wir nun die Fortsetzung des Überraschungserfolges von 1999. Was damals noch kultig und undergroundig daherkam, wurde dieses mal von einer geschickten Marketingstrategie gehypt. Die Hauptcharaktere sind die selben geblieben und auch die Story (?) ist ähnlich verworren und unwirklich wie beim ersten Teil. Neo, Morpheus und Trinity sind dabei die Stadt Zion vor der Bedrohung durch die Maschinen zu bewahren. Die Spezialeffekte, Sounds und vor allem die slow motions sind absolute Oberklasse. Wer da nicht in den Sitz gedrückt wird muss ganz abgebrüht sein. Die wahnwitzige Verfolgungsjagd auf dem Highway kann man durchaus als einzigartig bezeichnen. Leider weist der Film dann doch einige Längen auf und vor allem die Kampfszenen wirken künstlich in die Länge gezogen (vielleicht, dass sich die Macher länger an ihren Effekten ergötzen können). Ich habe schon den ersten Teil nicht so richtig begriffen (vielleicht bin ich zu blöd?) und somit kann ich auch der Fortsetzung nicht wirklich viel abgewinnen, denn außer Effekten und Computertricks hat Matrix Reloaded nichts zu bieten. Die schauspielerische Leistung des Sonnenbrillengeschwaders bewegt sich nur unwesentlich über daily-soap Niveau und so bleiben nur schwache 3 Punkte für diesen Streifen.

 

Mein Führer

Mein Führer Ja, ich habe ihn mir angesehen - und dass trotzdem es eigentlich kein "Helge Schneider" Film im üblichen Sinne ist. Man merkt nur an einer Szene dass man es mit Helge als Adolf Hitler zu tun hat (als er gegen Ende einmal in die Tasten greift). Ich hatte mich im Vorfeld kaum über den Film informiert, liebe aber Helge und seine skurrilen Späße. Davon war allerdings sehr wenig (gar nichts) zu sehen, was den Film wohl auch für Helge-Hasser sehenswert machen kann. Der Film erzählt in recht seriöser und ernster Manier die Woche vor dem Jahreswechsel 1944/1945. Hitler soll eine ergreifende Rede halten und die Stärke Deutschlands vermitteln. Dabei ist er selbst nur noch eine jämmerliche Figur ohne Mumm. Diesen soll ihm ausgerechnet der Jude Grünbaum (Ulrich Mühe) "zurück geben". Goebbels (Sylvester Groth) zieht im Hintergrund die Fäden und will schließlich die Macht an sich reißen. Die Figuren sind sehr authentisch gespielt. Die Mimik, Gestik und Stimmen der Hauptfiguren sind einfach nur brillant. Ein Film weit weg vom Klamauk, aber voller situationsbedingter Komik, so man diese als Zuschauer zulassen kann.
Tipp: unbedingt bis zum Schluss sitzen bleiben!

 

Men in Black II

Men in Black II Nach Men in Black I, der ziemlich cool und amüsant war, wollte natürlich auch der zweiten Teil gesehen werden... und was soll ich sagen? Ich bin fast sprachlos - so einen ausgemachten blödsinnigen Quatsch hat man selten gesehen. Klar, Quatsch und Blödsinn kann auch spaßig sein, aber das hier ist einfach nur nervig. Total einfallslos nach dem Motto: komm, wir machen jetzt schnell einen Film. Selbst die kurze Laufzeit von gut 80 Minuten ist schon zu viel für diesen Mist. Schade um das Eintrittsgeld. Man erlöse uns von diesem cineastischen Abschaum und erspare uns einen dritten Teil.

 

Me too

Me too Daniel ist es gewöhnt, dass andere ihm nichts zutrauen und ihn mitleidsvoll anschauen. Er ist mit dem Down Syndrom zur Welt gekommen, ist deswegen aber nicht dumm. Gerade hat er mit 34 Jahren sein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen. Das nimmt Daniel wirklich kaum jemand ab.
Voller Energie beginnt er seinen neuen Job und trifft wieder einmal auf alte Vorbehalte bei den Kollegen und selbst bei seiner Familie, vor allem als sich zwischen seiner Kollegin Laura und ihm eine Freundschaft entwickelt. Doch je mehr Ablehnung der Öffentlichkeit auf die beiden stößt, umso enger rücken diese zusammen: sie verlieben sich!
Vorurteile und eingefahrene Verhaltensweisen werden kräftig auf den Kopf gestellt. Selten zuvor hat ein Film solch ein Selbstverständnis für behinderte Menschen entwickelt, woran neben der Geschichte auch ein hervorragender Pablo Pineda (Daniel) seinen Anteil hat. Der Zuschauer kann über die Zeit nachvollziehen, was Laura (Lola Dueñas) an Daniel findet und was die beiden verbindet. Sie hat nach diversen Männergeschichten ohne Gefühl einfach die Nase voll von Oberflächlichkeit. Aller Zweifel und Unkenrufen ihrer Kollegen und seiner Familie zum Trotz wirkt diese Freundschaft wie Balsam auf die durch ihren Vater geschundene Seele. Vielleicht ein wenig zuviel Märchen, vielleicht ein wenig zu wenig Gesellschaftskritisch, aber mit starken sensiblen Szenen über das Recht von behinderten Menschen auf Liebe und Gefühle.

 

Micmacs

Micmacs Bazil, der zufällig eine Kugel abbekommt und dessen Vater Opfer einer Landmine wurde, schwört den Waffenproduzenten Rache. Er trifft Canaille und dessen Bande, die im Untergrund tätig sind. Gemeinsam beschließen sie, die beidden großen Waffenmänner gegeneinander auszuspielen.
Ein Kenner des Französischen Films wird hier einige bekannte Gesichter wiedererkennen. Anlehnungen an Amelie... und Co sind gewollt, wenn hier auch gnadenlos überzeichnet. Ohne einen gewissen faible für Schwachsinn - liebenswerten Schwachsinn wohlgemerkt, lässt sich Micmacs schwer ertragen. Wer sich allerdings auf die Personen und die übertriebene Geschichte einlässt, den erwartet ein großer Kinospaß. Nicht für mehrmals, aber für einmal wundersame Unterhaltung.

 

Mondkalb

Mondkalb Nach Du bist nicht allein ein weiterer Film mit Axel Prahl (Kommissar Thiel - Tatort) in der Hauptrolle. Hier ist allerdings Juliane Köhler was die Präsents angeht mindestens gleichberechtigt. Alexandra (Juliane Köhler) zieht es nach ihrer Haftentlassung zurück in die Heimat ihrer Kindheit, um dort einen Neuanfang zu wagen. Dort trifft sie auf Piet (Axel Prahl) und dessen Sohn Tom, die das Nachbarhaus bewohnen. Dieser Tom drängt sich Alex ziemlich auf und lässt sie an den Sorgen der Kleinfamilie teilhaben. Nach und nach kommen sich auch Piet und Alex näher und die Schatten ihrer Vergangenheit werden immer größer.
Die beiden Hauptdarsteller und auch Leonard Carow als Tom brillieren in diesem überwiegend ruhigen Schicksalsdrama, dass nach ziemlich langem Anlauf in der zweiten Hälfte gewaltig an Fahrt aufnimmt. Vor allem dann, wenn man Details aus der Vergangenheit der Darsteller erfährt.
Eigentlich die besten Voraussetzungen für einen tollen Film. Leider ist die Grundhandlung sehr dünn, sodass weniger gezeigt wird, als sich der Zuschauer denken muss. Als Buch stelle ich mir die Geschichte sehr prickelnd vor, als Film vor allem für die große Leinwand trägt sie nicht genügend, als dass man den Kinobesuch als Erlebnis bezeichnen könnte.

 

Monster

Monster Aileen (Charlize Theron), das Opfer einer tragischen Kindheit voller Missbrauch, gefangen in einer grauenhaft trostlosen Existenz, verliebt sich in Selby (Christina Ricci) und klammert sich an sie, als gelte es, ihr eigenes Leben zu retten. Als sie von einem ihrer Freier brutal vergewaltigt wird, tötet sie ihn aus Notwehr. Aileen beschließt ein neues Leben zu beginnen, sich einen neuen Job zu suchen. Doch den verzweifelten Kampf um Achtung und Selbstbestimmung in der Gesellschaft verliert sie und wird zur Täterin - zum Monster.
Verfilmt ist hier die wahre Lebensgeschichte von Aileen Wuornos, einer Prostituierten, die 2002 in Florida für die Morde an sechs Männern hingerichtet wurde. Eine junge Frau wird zur Serienmörderin, zur Verkörperung des Bösen - die Geschichte selbst ist beklemmend genug und mangelt nicht an bitterer Sozialkritik. Charlize Theron liefert ein eindrucksvolles Portrait dieser Frau, ihr völliges Eintauchen in die Existenz von Aileen Wuornos macht es erst möglich hinter dem Monster auch den seelenwunden Menschen zu sehen. Für diese schauspielerische Leistung gewann sie einen Oscar, einen Golden Globe und einen Silbernen Bären - zu Recht.
Fazit: Auf den ersten Blick ein Monster und auf den zweiten ... ?!

_apricum

 

Mr Bean macht Ferien

Mr Bean macht Ferien Nach längerer Abstinenz endlich mal wieder Rowan Atkinson alias Mr. Bean auf der Kinoleinwand. In gewohnter Klassemanier sorgt Mr. Bean auch dieses Mal wieder für allerhand Chaos und Situationskomik. Die Geschichte ist schnell erzählt: Bean gewinnt einen Hotelaufenthalt in Cannes. Auf dem Weg dorthin begegnet er einem Jungen, der von seinem Vater getrennt wird, woran Bean nicht ganz schuldlos ist. Fortan fühlt er sich für den Jungen verantwortlich und die beiden finden nach anfänglicher Abneigung mehr und mehr zusammen.
Atkinson brilliert hier wieder mit seiner typischen Gestik und Mimik. Dass der komplette Film nahezu in Französischer Sprache gedreht ist schadet überhaupt nicht, im Gegenteil - es versetzt den Zuschauer eher in die Hilflosigkeit, die man erfährt wenn man der Sprache nicht mächtig ist. Den Filminhalt kann man auch so leicht erfassen.
Vor allem durch das sehr kitschige Ende nicht ganz so überraschend und witzig wie Mr. Bean in Amerika oder Johnny English, aber trotzdem solide 4 Punkte.

 

My name is Khan

My name is Khan … und ich bin kein Terrorist! Das ist der Grundsatz dieses Bollywood trifft Hollywood Streifens mit Bollywood Superstar Shah Rukh Khan in der Hauptrolle.
Rizvan Khan ist ein autistischer „Held“, sehr intelligent, aber mit seiner Kommunikationsfähigkeit ist es nicht so weit her. Außerdem bereiten ihm laute Geräusche, viele Menschen und die Farbe Gelb große Probleme durchs Leben zu gehen.
Nach einem kurzen Einstieg in die Geschichte, wird dem Zuschauer in Rückblenden das Leben des jungen Rizvan Khan nähergebracht. Die Probleme mit seiner „Krankheit“ und der Familie mit so einem Sohn. Nach dem Tod seiner Mutter tut er, was er ihr versprochen hat: er geht in die USA und wird glücklich. Sein Bruder, der schon vor Jahren ausgewandert ist und in den USA ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden ist, gibt Rizvan Hilfestellung und einen Job als Einstieg.
In einem Friseursalon lernt er die Hindu Mandira kennen, die nach mehrmaligem Kontakt verzaubert ist von Khans Ehrlichkeit und Unbekümmertheit und ihn als Mensch und nicht als Autist sieht. Die beiden kommen sich näher und heiraten sogar (eine Hindu und ein Moslem – das geht normalerweise gar nicht). Nach dem 11. September 2001 ändert sich aber alles. Der Hass schlägt den beiden überall ins Gesicht, bis schließlich Mandiras Sohn Todgeprügelt wird. Sie kommt damit nicht klar und trennt sich vorerst von Rizvan, so lange, bis dieser dem Amerikanischen Präsidenten sagt: „mein Name ist Khan und ich bin kein Terrorist“.
Die erste Hälfte des Films verzaubert den Zuschauer wie ein farbenfrohes Märchen. Die Stimmung kippt allerdings mit dem 11. September. Ab hier bekommt My name is Khan ein sehr ernstes Gesicht. Es wurde versucht, die Probleme der Moslems, die sie wohl auch heute noch vor allem in den USA haben aufzuzeigen und den Zuschauer dafür zu sensibilisieren. Die Botschaft ist einfach: Nicht jeder Moslem ist ein Terrorist und nicht jeder Christ ist ein guter Mensch. Tatsächlich regt der Film in diesen Sequenzen zum Nachdenken an, auch wenn er mitunter sehr überzeichnet. Was Khan alles widerfährt ist eine Anhäufung von Ereignissen, die immer unrealistischer wirkt. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen. Da Musikeinlagen auf ein für westliche Verhältnisse gedrosselt wurden, ist My name is Khan ein schönes und auch ungewöhnliches Stück Kinounterhaltung zwischen beschwingt und ernst.

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