Filmkritiken
Beim Schreiben von Filmkritiken lege ich weniger Wert auf ausführliche Beschreibungen, sondern eher auf ein kurzes, prägnantes Fazit.
» 2 Tage Paris
» 28 Days Later
» 28 Weeks Later
» 2012
» 300
» A Beautiful Mind
» About Schmidt
» Adam
» Alexander
» Alle Anderen
» Alles für meinen Vater
» Alter und Schönheit
» Am Ende kommen Touristen
» Anatomie 2
» Apocalypto
» Arac Attack
» Avatar
» Bee Movie - Das Honigkomplott
» Berlin 36
» Birdwatchers
» Blade II
» Bruce Allmächtig
» C'est la vie
2 Tage Paris
Der Amerikaner Jack und die Französin Marion sind ein Paar.
Nach einem gemeinsamen Venedig-Urlaub beschließen sie einen Abstecher bei Marion's Familie
in Paris zu machen, bevor sie wieder in ihre jetzige Heimat New York fliegen.
Was harmlos beginnt, offenbart immer tiefere Abgründe von Marion's Vergangenheit.
Jack hat nicht nur mit der Französischen Sprache zu kämpfen, sondern auch mit
allerhand Vorurteilen der Französischen Gesellschaft. Der Film begleitet das Paar
während ihrer beiden Tage, die sie in Paris verweilen.
Anfangs denkt man: "Oh nein - nicht dieses pseudo inteligente philosophische Geschwafel"
aber schnell entwickelt sich "2 Tage Paris" zu einer turbulenten Ansammlung skurriler
Personen und Begegnungen. Wer schon einmal in Frankreich als Tourist unterwegs war,
findet hier auch das wohlbekannte arrogante Verhalten wieder vor allem was eine
andere Sprache (als Französisch) angeht.
Allerorts treffen die beiden Ex-Liebhaber von Marion und das Hauptthema ist SEX.
Man fragt sich mit zunehmender Dauer warum die beiden überhaupt zusammen sind und
so steht ihre Beziehung mehr und mehr auf dem Prüfstand.
2 Tage Paris ist ein (Geheim-) Tipp für jeden, der sich im Kino gerne kurzweilig
amüsieren will.

28 Days later
In diesem düsteren Endzeit Horrorfilm, der sich thematisch etwas an dem
alten Zombie-Klassiker (dawn of the dead) orientiert verwandelt ein Virus
die Menschen innerhalb von Sekunden in blutdürstige Bestien. Einige Tierschützer
befreien die zu Versuchszwecken eingesperrten Affen, die das tödliche
Virus in sich tragen. So nimmt das Schicksal seinen Lauf. 28 Tage später
findet sich ein Überlebender der Katastrophe in einem einsamen Londoner
Krankenhaus wieder. Er zieht umher und trifft auf andere Überlebende, die
sich gemeinsam versuchen durchzuschlagen.
Im Gegensatz zu den klassischen Zombies sind die Infizierten hier schnell zu
Fuß unterwegs. In einer Radiomitteilung verspricht eine Militärbasis ein Gegenmittel
zu haben, also machen sich die Leute auf den Weg dorthin. Tatsächlich
befindet sich dort eine gut gesicherte Basis mit 9 Überlebenden Militärs, die
allerdings keineswegs ein Gegenmittel gegen die Seuche haben. Es kommt zu
sozialen Spannungen und nach einer Weile stellt sich heraus, dass die Radiomitteilung
nur gesendet wurde, um auch Frauen dorthin zu locken, denn nur Frauen
bedeuten eine Zukunft für die Menschheit. Der Schock saß tief und unsere "Helden"
wollen nur noch fliehen, bevor die beiden Frauen Opfer von Vergewaltigungen
werden. Es beginnt ein Finale, in dem es die Soldaten hinrafft und unsere 3 schließlich
fliehen können.
Splatterfans, die eine Blutorgie á la Zombie erwarten, werden enttäuscht sein.
Ansonsten verbreitet 28 days later eine Spannung und düstere Stimmung, die einen
nicht selten zusammenzucken lässt. Alles in allem ein gut gemachter Streifen, der
jedoch zum Ende hin etwas abfällt. Aber 4 Punkte sind allemal drin.

28 Weeks later
Der Nachfolger von "28 Days later" (wer hätte das geahnt?) fängt da an, wo der Vorgänger geendet hatte.
Die Infizierten haben nahezu die gesamte Weltbevölkerung dahingerafft und sind nun ihrerseits aufgrund
der Nahrungsknappheit am "Aussterben". In einem Teil Londons haben sich Überlebende zusammengerottet
und versuchen ein normales Leben zu führen, abgeschottet von der Außenwelt. Natürlich kommt das Virus
irgendwie doch in die abgesperrte Zone und der Kampf beginnt von neuem.
Klingt altbekannt? Ist es auch - spätestens Altmeister Romero schuf mit "Land of the dead" ein identisches
Szenario, das weitaus mehr begeistern konnte und schockierender war.
So bleibt ein recht überflüssiges Sequel, für das man den Kinobesuch meiden sollte.

2012
Der groß angekündigte Megablockbuster vom "Meister der Endzeit" Roland Emmerich. Durch
eine Sonneneruption sendet die Sonne gefährliche Strahlung, welche den Erdkern erhitzt
und schließlich die Erdkruste verschieben lässt. Was langsam beginnt, gipfelt in der
globalen Katastrophe. Dazwischen die Hauptfiguren: John Cusacks als Familienvater Jackson
Curtis, Danny Glover als US-Präsident und Chiwetel Ejiofor als Wissenschaftler und später
Präsidentenberater Adrian Helmsley.
Natürlich ahnten die oberen Politiker vom Bevorstehen der Apokalypse und haben bereits im
Geheimen mehrere Schiffe in Auftrag gegeben, welche einige wenige Auserwählte und
Superreiche für das Leben danach wappnen soll.
Was anfangs noch versucht wird wissenschaftlich anschaulich zu erläutern, wird mehr und
mehr zur hirnrissigen Farce. Ein John Cusack wirkt zwar bemüht, doch hat auch er keine
Chance gegen die gewaltigen Computertricks und Effekte, die uns bereits im Trailer den
Film schmackhaft machen sollen. Warum in aller Welt muss die aberwitzige Fahrt der
Limousine so dermaßen übertrieben sein? Gleiches gilt für die Szenen mit dem Flugzeug und
natürlich gegen Ende mit einer der Archen. Was vor 25 Jahren bei Indiana Jones noch für
Spannung gesorgt hat, wirkt anno 2009 nur noch peinlich. Doch es gibt noch eine
Steigerung: Das kindische Happy-End (auf einmal ist die Welt wieder genesen und von den
Milliarden Opfern spricht niemand??). Ganz sicher wird 2012 kommerziellen Erfolg haben.
Die Frage ist nur: wer verlässt wirklich zufrieden den Kinosaal?
Tipp: Geld sparen und die diversen Trailer ansehen, denn damit hat man alles gesehen, was
es zu sehen gibt.

300
300 ist eine Verfilmung des gleichnamigen Comicromans von Frank Miller
und erzählt die eine Episode aus den Perserkriegen, nämlich die Geschichte der ersten Schlacht bei den Thermopylen. Ebenso wie seine Comic-Vorlage orientiert sich der Film nicht an den historischen Fakten, sondern eher an der Schilderung des antiken Chronisten Herodot.
In einer Vorgeschichte erfährt man etwas über die Bräuche der Spartaner
und begleitet den künftigen König Leonidas beim Heranwachsen. Als Sparta
durch die Perser bedroht wird und die Gelehrten nur verhandeln
(gleichbedeutend mit kapitulieren), scharrt Leonidas seine 300 besten
Soldaten um sich, um den Feind aufzuhalten.
Landschaften und Hintergründe, sowie das Blut entstanden komplett am
Computer, was die Kosten für dieses Machwerk in Grenzen hielt. Dadurch
besitzt 300 aber auch eine einzigartige Atmosphäre und die Männer sowie
die Kreaturen wirken noch monströser.
Der martialische Erzählstil um viel Pathos und Ehre sind nicht jedermanns
Geschmack und so ist es nicht verwunderlich, dass nicht jeder diesem
zweistündigen Manowar-Video etwas abgewinnen kann. Mich hat der Streifen
aber total in seinen Bann gezogen und dafür gesorgt, dass ich ihn mir
sogar zweimal angesehen habe (das erste Mal seit Braveheart!). Einzig zwei
kleine Kritikpunkte: 1. Man hätte sich am Ende gewünscht die finale
Schlacht zwischen Griechen und Persern noch zu sehen und 2. Die Szene mit
dem jungen Leonidas und dem Wolf, in der er ein "Mann" wird ist
selten dämlich und kann man später auf DVD locker überspringen. Auf der
Berlinale 2007 wurde 300 vorgestellt und wohl von den Kritikern
überwiegend belächelt.

A Beautiful Mind
Russel Crowe in seiner nächsten großen Rolle. Ein überwiegend ruhiger,
intelligent gemachter Film der zeigt, wie dicht Genie und Wahnsinn beisammen liegen. Man
ist lange im Unklaren, was jetzt Real und was Einbildung ist. Ein brillanter Russel
Crowe, der fast schon übertrieben das schizophrene Genie spielt und glaubwürdig
gespielte Nebendarsteller machen A Beautiful Mind zu einem (nicht mehr ganz geheimen)
Tipp. Spätestens seit dem Oskargewinn für den besten Film, fand dieser
Streifen allgemeine Beachtung.

About Schmidt
Warren Schmidt (Nicholson) ist 66 Jahre alt, arbeitet bei einer großen Versicherung und ist
einfach nur noch müde, seiner Schufterei wie seiner zu einer reinen Routine verkommenen Ehe.
Mit der anstehenden Pensionierung jedoch soll alles anders, alles besser werden, und so
planen er und seine Frau, im Ruhestand mit einem Wohnmobil quer durch die USA zu reisen.
Doch dazu kommt es nicht, da Schmidt nur kurze Zeit darauf seine Gattin tot in der Wohnung
findet - und Briefe, die von einer Affäre sprechen. Völlig am Boden zerstört versinkt
Schmidt immer tiefer in Lethargie und Depression, bis er sich aufrafft und alleine mit dem
Wohnmobil aufbricht. Er will die Heirat seiner Tochter Jeannie mit dem erfolglosen
Wasserbettverkäufer Randall um jeden Preis verhindern, auch wenn sich vor Ort Randall's
Mutter Roberta in jeder Hinsicht um den (vermeintlich?) zukünftigen Verwandten kümmert.
Die Reise wird zu einer Suche nach einem neuen Sinn, mit dem er die ihm verbleibenden
Jahre ausfüllen könnte. Der ganze Film ist ein Schwanken zwischen Lachen und Weinen,
alles ist wie im realen Leben. Ein ruhiger, Tragikomischer Film, in dem Jack Nicholson
einmal mehr brillant aufspielt, ohne dass eigentlich viel außergewöhnliches passiert.
Der Top-Mime macht aus einem langatmigen, langweiligen Film, einen recht vergnüglichen
und auch ungewöhnlichen Streifen.

Adam
Die hübsche und intelligente Beth (Rose Byrne) ist gerade frisch eingezogen,
da läuft sie bereits dem "etwas seltsamen" aber sympathischen Adam (Hugh Dancy) über
den Weg. Die Begegnungen häufen sich und bald entwickelt sich mehr als nur eine
Bekanntschaft.
Später stellt sich heraus, dass der junge, einsame Mann Autist ist, doch das
beeinträchtigt die Gefühle nur unwesentlich. Zu sehr wurde Beth in der Vergangenheit
enttäuscht.
Die Hauptcharaktere erspielen sich mit Leichtigkeit die Sympathie des Zuschauers. Nahezu
Kitschfrei trifft "Adam" besonders in der vorweihnachtlichen Winterzeit mitten ins Herz.
Man hofft förmlich, dass Beth und Adam trotz aller Widrigkeiten und Zweifel speziell von
Beth's Eltern, dass die beiden zueinander finden. Selbst das Ende ist für eine
Amerikanische Produktion sehr klischeebefreit und weiß so zu Punkten. Ansprechendes
Romantik- und Gefühlskino.

Alexander
Die Geschichte führt uns durch das Leben Alexanders von Geburt bis zu seinem
Ende. Dabei werden uns die Träume von Ruhm, Abenteuer und seinem Herrschen über
das wohl größte Reich der Weltgeschichte vom alten Ptolemy (Anthony Hopkins)
erzählt, der ab und zu eingeblendet wird.
Geschichtlich recht authentisch
wird dieses Epos bildgewaltig in Szene gesetzt und mit erstklassigen
Schauspielern (Colin Farrell, Angelina Jolie, Val Kilmer...) gespickt dem
Zuschauer näher gebracht.
Dabei fällt auf, dass viel Wert auf die einzelnen
Personen und Charaktere gelegt wurde, ohne sich zu sehr im Schlachtgetümmel zu
verlieren. Es bleibt Zeit für Gefühle und für Details. Hatte Alexander
letztendlich eine Homosexuelle Ader? Wie lassen sich seine gegen Ende recht
sonderbaren Entscheidungen erklären?
Alexander ist ein Historisches
Großereignis, das weit mehr Atmosphäre besitzt als z.B. Troia. Die Kämpfe wirken
real und nicht so blutleer und staubfrei, wie etwa in den Familienkompatiblen
Herr der Ringe Filmen.
Zur Maximalpunktzahl gibt es jedoch zu viel Kritik zu
äußern. Eine Angelina Jolie als Mutter des Alexander mag ja anfangs noch passend
wirken, später allerdings scheint es, als wäre sie nur ein paar Jahre jünger,
wenn nicht gleich alt wie ihr Sohn – mehr Schminke hätte da Wunder gewirkt. Nach
der Pause muss sich der Film ein paar Längen gefallen lassen und was die
unsinnige Rückblende als Zwischensequenz soll, ist mir schleierhaft – diese
zerrupft den gefälligen Ablauf aufs Gröbste. Diese Szene hätte man durchaus auch
an der chronologisch richtigen Stelle einfügen können. Colin Farrell als
Alexander kann optisch nur bedingt überzeugen... er besitzt nicht das Charisma
eines Mel Gibson oder Russel Crowe
Trotzdem ein imposantes Kinoereignis, bei dem nicht zuletzt die Filmmusik von Vangelis fesselt.

Alle Anderen
Gitti und Chris, ein wirklich ungleiches und ungewöhnliches Paar verbringt seinen Urlaub auf
Sardinien. Endlich finden die beiden Zeit sich all die Dinge zu sagen und zu fragen, für die
der Alltag keine Zeit lässt. Die Beziehung wird ins Kleinste zerredet, aber was sich liebt,
das neckt sich - So wird sich gestritten und im nächsten Moment wieder geliebt. Pep kommt in
die Geschichte, als dem Paar "zufällig" ein Bekannter mit seiner Frau (Er beruflich höchst
beschäftigt und sie schwanger und etwas treudoof) über den Weg läuft. Auf einem Treffen wird
klar, wie langweilig normal die "Anderen" doch sind.
Da eine wirkliche Geschichte nicht erzählt wird, stellen sich gerade gegen Ende Längen ein.
Die brillanten Hauptdarsteller (vor allem die aufgedrehte Birgit Minichmayr) retten das Script
nur bedingt durch Action und Wortwitz. Am Ende stellt man sich die Frage, was man denn nun eigentlich
gesehen hat.
Leider haben die ganzen Vorschußlorbeeren hohe Erwartungen geschürt, die nicht gehalten werden.

Alles für meinen Vater
Tarek wird mit einem Sprengsatz, den er am Körper trägt nach Jerusalem gebracht, wo er auf
dem Markt möglichst viele Menschen mit in den Tod reißen soll. Er und seine Komplizen,
die den Sprengsatz auch fern steuern können sind wild entschlossen, ihre Tat auszuführen.
Als Tarek den Zündknopf betätigt, bleibt allerdings die Explosion aus. Er findet bei Katz,
einem kleinen Elektrobastler die Möglichkeit, den defekten Schalter auszutauschen.
Während er 2 Tage auf den bestellten Schalter wartet, muss er seine Mittäter überreden,
den Sprengsatz nicht fern zu zünden. Im Laden gegenüber lernt er die junge und sehr hübsche
Keren kennen, die Probleme wegen ihrer freizügigen Denkweise und Kleidung bekommt.
Tarek aber scheint sie zu verstehen und so freunden sich die beiden langsam an.
Die heikle Geschichte mit den Arabischen Attentätern in Israel ist sicher mutig gewählt.
Leider wurde hier die Chance vertan, auf die politische Situation näher einzugehen.
Stattdessen drängt sich die leichte Romanze zwischen Tarek und Keren in den Vordergrund,
was den Film arg glattgebügelt und leicht konsumierbar macht. Eine gewisse Spannung kann
man "alles für meinen Vater" nicht absprechen, denn die Momente, in denen der Zuschauer
nicht weiß, ob der Sprengsatz nun zündet oder nicht sind recht intensiv.
Eine weitere Schwäche ist stellenweise der Unrealistischmus, der in einer Komödie gut
aufgehoben ist, hier aber nur stören (Tarek läuft tagelang mit den gleichen Klamotten
rum und müsste schon stinken wie eine Ratte im Abwasserkanal - Keren bemerkt von dem
Sprengsatz nichts, trotzdem sie Tarek auf dem Fahrrad fast umklammert und natürlich
der Auftritt des dümmlichen Polizisten).
Mäßiger Film

Alter und Schönheit
Eine Ewigkeit haben sich vier alte Freunde nicht mehr gesehen.
Ein letzter Wunsch des schwerkranken Manni (Peter Lohmeyer) vereint sie nach Jahren wieder:
Die Freunde sollen Rosi (Sibylle Canonica) finden, Manni's ehemalige große Liebe, die er um
Verzeihung bitten will.
Das Wiedersehen der Männer weckt allerdings ihre kindliche Ader: Sie kurven in Manni's Ferrari
herum und genießen die Zeit in dessen Bungalow, bis sie Rosi gefunden haben.
Die Topbesetzung des reifen Deutschen Films weckt beim Zuschauer große Erwartungen, doch die
Schauspieler wechseln nur belanglose Phrasen, spielen ihren Part lustlos herunter und können
der sehr dünnen Geschichte nicht das nötige Leben einhauchen.
Die Nebenhandlungen wirken indes so gekünstelt, dass man nicht mit den Figuren fühlt.
Zurück bleibt ein ziemlich überflüssiges Stück Zelluloid, bei dem der eigentliche Hauptdarsteller
vier Räder und ein springendes Pferd auf der Kühlerhaube hat...
ein wenig mehr hätte es schon sein dürfen.

Am Ende kommen Touristen
"Oswiecim", eine polnische Kleinstadt die zunächst nichts Besonderes zu sein scheint bis man den deutschen Namen "Auschwitz" ausspricht. Der Film schildert das heutige Leben an diesem Geschichtsträchtigen Ort. Ein Deutscher Zivildienstleistender (Sven) soll im ehemaligen KZ auf den eigenwilligen KZ-Überlebenden Stanislaw Krzeminski aufpassen. Bei seiner täglichen Arbeit trifft er auch die junge Dolmetscherin Ania, die Touristen durch das Konzentrationslager führt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte.
Am Ende kommen Touristen beschreibt die Absurdität aus jedem noch so zweifelhaften Ort einen Gedenkstätten-Tourismus zu veranstalten und natürlich über die kleinen Konflikte, die aufgrund der Sprachbarriere entstehen. Er zeigt, wie die einheimischen
Jugendlichen mit ihrer Geschichte umgehen und am Ende kommen wirklich immer wieder die Touristen.
Dieses heiße Thema anzufassen, dazu gehört schon einmal viel Mut. Leider scheitert meiner Meinung nach der Versuch dieser anderen Herangehensweise. Die Atmosphäre des Films ist weder düster noch fröhlich, macht wenig nachdenklich und auch die Liebesgeschichte bleibt in ihrem Keim stecken. Vielleicht war auch meine Erwartungshaltung zu hoch, der "Am Ende kommen Touristen" nicht gerecht werden konnte. Den dritten Punkt
gibt's für das mutige Thema.

Anatomie II
Dieses mal führt uns die Geschichte nach Berlin. Die "Antihippokraten"
testen durch Selbstversuche den Einsatz von künstlichen Muskeln, um den Körper Leistungsfähiger
zu machen und die Lebensqualität zu steigern. Die Darsteller wirken überwiegend
etwas fehl am Platze, ganz zu schweigen von der Glaubwürdigkeit als Ärzte. Man meint
sie wären allesamt einer Teenyklamotte entsprungen. Oft sind die Dialoge recht
schlampig gesprochen, dass man erschwerend durch die Hintergrundmusik kaum versteht, was
gesagt wird. Eine gewisse Spannung kann man Anatomie 2 nicht absprechen, sowie
einiger "netter" Szenen, aber an den ersten Teil reicht dieses Sequel nicht ran... im
Zweifel für den Angeklagten, deshalb doch 4 Punkte.

Apocalypto
Unbestritten hat Mel Gibson einiges an Erfolgen vorzuweisen. Einmal mehr versucht er sich hier als Regisseur und entführt uns in den Dschungel von Mittelamerika zu den einstigen Hochkulturen des 15. Jahrhunderts. Ein Dorf wird von einem anderen grausamen Stamm verwüstet und die Bewohner niedergemetzelt bzw. gefangen genommen. Die spärlichen Dialoge lassen die Hintergründe dafür kaum erahnen. Die Gefangenen werden dann zum nächsten Stadtzentrum gebracht und dort verkauft bzw. geopfert.
Die zweite Hälfte von Apocalypto handelt ausschließlich von der Jagd auf einen der Gefangenen.
Wie für Mel Gibson Filme üblich zeichnet sich die Hauptperson durch aberwitzige Leidensfähigkeit aus. Das nimmt einen Großteil der spärlich vorhandenen Spannung. Und so entwickelt sich ein vorhersehbares Ende für den Zuschauer, der bis dahin durchgehalten hat. Wer mich kennt weiß, dass ich
selten etwas gegen eimerweises Blutvergießen habe und auch sinnlose Handlungen kann ich ab und zu verkraften, aber hier ist das Ganze
ziemlich uninteressant verarbeitet, dass man sich durch die 2 Stunden quält. Selbst der Eintritt am Kinotag ist dafür zu schade.

Arac Attack
Von der Story her wird der Trash/ B-Horrormovie der 70er Jahre
wieder aufleben lassen. Durch ein atomverseuchtes Fass wachsen in der nahegelegenen
Spinnenfarm die Tierchen zu Monstern heran, die ihre Opfer anspringen. Natürlich
büchsen die Achtbeiner aus und fallen über die Kleinstadt her. Das ganze ist versehen
mit den zeitgemäßen Computertricks.
Was gibt es zu sehen? Ein paar Ekel-Szenen, ein paar Schockeffekte, bei denen man so
herrlich zusammenzuckt. Und ein Ende, das so absehbar ist, wie der FC Bayern Deutscher
Fußballmeister wird. Die Schauspieler sind so schlecht, dass es nur so kracht, aber
auch bei Kassenschlagern wie Lord of the rings oder Star Wars sind die Darsteller vom
Oscar soweit entfernt, wie ihre Welten von der Erde. Wen interessieren bei einem
Monsterfilm die Schauspieler? Das ganze macht aber Spaß und ist so witzig, wie es z.B.
Men in Black gerne gewesen wäre.

Avatar
Pandora ist die
Heimat der Na'vi, eines naturverbundenen Volkes von gertenschlanken, blauen Wesen,
die an Elfen erinnern. Ihr Planet wird vom Mensch bedroht, da der Boden unter dem
Heiligtum der Na'vi, dem "Mutterbaum" wertvolle Rohstoffe birgt. Den Na'vi wird
angeboten, sie umzusiedeln, um einen bewaffneten Konflikt zu vermeiden. Dazu schlüpft
der Ex-Marine Jake Sully (Sam Worthington) in den Körper eines gezüchteten Na'vi,
fortan sein Avatar. Mit Hilfe der modernen Technik wird Jakes Bewusstsein in den Körper
transferiert. Als Na'vi soll er sich unters Volk mischen, Informationen sammeln und
letztendlich das Volk zur Umsiedelung bewegen. Je mehr Jake über die Na'vi erfährt,
umso mehr fühlt er sich als einer von ihnen. Der Konflikt ist unausweichlich.
Storymäßig wird der Zuschauer sofort an die Ewoks, Star Wars und Co. erinnert… primitives
Naturvolk widersetzt sich hoch technisiertem Waffenwahnsinn. So bietet Avatar in der
Beziehung eine wenig überraschende Geschichte, die aber von den unglaublichen visuellen
Effekten lebt. Die 3D-Effekte wurden hier nicht so plakativ, wie in früheren Produktionen
eingesetzt, sondern fast schon beiläufig und dadurch auch sehr viel realistischer.
Das Auge bekommt hierbei die Vollbedienung was grelle Farben und zauberhafte Welten
angeht. Das ist überzeugend, aber in seiner Länge auch anstrengend. Das Finale beschert
dann eine gewohnte Materialschlacht, die allerdings ihren Reiz besitzt.
Für weniger gelungen halte ich die politischen Botschaften und historischen Kontexte,
die hier nicht so recht passen wollen.
James Cameron schaffte hier mit immensem Aufwand einen cineastischen Meilenstein, der
seine Schwächen im Storyboard ausreichend gut kaschieren kann.

Bee Movie - Das Honigkomplott
Ein weiterer Animationsfilm, der sich mit dem Alltag der Bienen beschäftigt. "Hauptdarsteller" ist Barry, der gerade den Schulabschluss als Honigarbeiter geschafft hat und sich nun entscheiden muss, welche Tätigkeit er im Bienenstock ausüben soll. Dabei macht er sich Gedanken über den Nutzen seiner Entscheidung und dass diese Endgültig bis zum Lebensende sein soll. Ihm steht eigentlich der Sinn nach anderem und so zieht es ihn in die Welt außerhalb des Bienenstockes um in der Menschenwelt einige Abenteuer zu bestehen.
Bee Movie kann mit einigen netten Gimmicks aufwarten, die für so manchen Schmunzler Sorgen. Der Film
zielt allerdings eindeutig eher auf die jüngeren Zuschauer ab. Erwachsene werden sich durch die zunehmend alberne Story genervt fühlen. Die oberlehrerhafte Botschaft, was denn die Welt ohne die Bienen wäre rückt mehr und mehr in den
Mittelpunkt. Ein etwas dezenterer erhobener Zeigefinger wäre hier mehr gewesen.

Berlin 36
Die Olympischen Spiele von 1936 in Nazideutschland stehen an.
Gretel Bergmann, die beste Hochspringerin ihrer Zeit hat ein Problem: sie ist Jüdin.
Verbietet man ihr die Teilnahme, boykottieren die USA die Spiele und das will man
natürlich nicht, also muss eine Deutsche Hochspringerin her, die Gretel Bergmann
schlägt: Marie Ketteler. Diese aber ist eigentlich ein Mann, nur interessiert das den
Sportminister nicht sonderlich, wenn Marie nur Gretel schlägt...
Ein weiteres Kapitel, der Deutschen Geschichte, über das bis jetzt noch kein Film
entstanden ist.
Es geht eigentlich am allerwenigsten um Sport, eher um die große Politik dahinter.
Leider fehlt es Berlin 36 die Atmosphäre von großem Kino zu vermitteln und so findet
der Großteil des Films in der Frauenunterkunft des Trainingszentrums statt. Das hat
B-Movie Flair und sensibilisiert den Zuschauer wenig für das eigentlich brisante Thema.
Axel Prahl als Trainer der Hochspringerinnen ist natürlich ein Erlebnis, wenngleich seine
Besetzung in dieser Rolle nicht ganz ideal erscheint.
So bleibt doch nur ein Mittelmäßiger Streifen, den man anschauen kann, aber nicht muss.

Birdwatchers
Schizophren wirken die Szenen zu Anfang, als die Eingeborenen für die Touristen "Wilde"
spielen sollen und danach vom Veranstalter bezahlt werden. Man könnte sich durchaus
vorstellen, das es stellenweise so zu geht. Der Tourist hat bestimmte Erwartungen, was
Klischees angeht und diese gilt es zu erfüllen. Doch den Eingeborenen reicht es nicht mehr
abgeschoben in ihren immer kleiner werdenden Reservaten ihr Dasein zu fristen.
Sie suchen ein eigenes unabhängiges Leben, wie es bereits ihre Ahnen und Urahnen gelebt
haben. Doch an Jagd, Fischerei und Feldbestellung ist nicht mehr zu denken, stattdessen
gehört das Land jetzt Großgrundbesitzern, die ein "westlich" orientiertes Luxusleben führen.
Die Eingeborenen schlagen wild ihre Zelte auf und nach und nach gesellen sich immer mehr
hinzu. Ab und an lassen sie sich zum Teil als Leiharbeiter bezahlen, aber ansonsten wird
ständig der Gegensatz zwischen traditioneller Werte und moderner Errungenschaften deutlich.
Einige der Eingeborenen leben durchaus nicht mehr hinter dem Mond.
Birdwatchers behandelt ein Kapitel in Brasilien, das tiefgründig zum Nachdenken anregt.
Auch wenn die Geschichte fiktiv ist, so schwingt sie höchst glaubwürdig. Der Zuschauer
schlägt sich schnell auf die Seite der Eingeborenen, fühlt und leidet mit ihnen.
Sehenswertes Stück mit unverbrauchtem Thema!

Blade II
Wie auch schon der erste Teil spielt Blade II in einer surrealistischen
Welt. Man meint, es gäbe keine Menschen. Die Vampire haben es mit den Reapers zu tun,
die nur durch Sonnenlicht zu vernichten sind. Die Effekte sind ähnlich gut und
der Film ist um einiges rasanter, wie Blade I. Wesley Snipes ist wohl dermaßen
cool, das gibt´s gar nicht. Natürlich fließt das Blut in strömen und bei den Kampfszenen
merkt man, dass der Schauspieler schon etliche Titel und Auszeichnungen
in diversen Kampftechniken erworben hat. Alles in allem ein Film, der dem ersten
Teil in nichts nachsteht (bei welcher Fortsetzung kann man das schon sagen!). Das
Finale ist wieder dermaßen furios... da fällt einem nur folgendes ein: Die letzten
Worte des Vampirs - ich möchte die Sonne sehn!!...für verrückte Freaks ein toller
Film.

Bruce Allmächtig
Obwohl er recht erfolgreich ist, hat TV-Reporter Bruce Nolan (Jim Carrey) ständig
etwas zu nörgeln. Und die Schuld gibt er meistens Gott. Bis es selbst dem zu bunt
wird. Der Allmächtige (gespielt von Morgan Freeman) bietet Bruce für eine Woche
seinen Job an, es besser zu machen. Kein Problem - denkt sich Bruce und fängt an,
die Welt nach seinen Gutdünken zu ändern. Aber eigentlich zunächst einmal seine
Welt. Doch bald muss er feststellen, dass Gott spielen ganz schön anstrengend ist.
Eine originelle Story, Spaß ohne Ende und ein Jim Carrey, der seinem Ruf als Zappelphilipp
und Grimassenschneider einmal mehr gerecht wird, machen Bruce Allmächtig
zu einer tollen Komödie und einem Pflichtfilm für alle, die mal wieder richtig Spaß im
Kino haben wollen.

C'est la vie
Der französische Filmhit "C'est la Vie – so sind wir, so ist das Leben" folgt einer ganz
normalen Familie durch ihr ganz normales Leben.
In mehreren Episoden begleitet Rémi Bezançon eine durchschnittliche Familie von 1988 bis zum
Hier und Jetzt: Taxifahrer Robert (Jacques Gamblin), seine Frau Marie-Jeanne (Zabou Breitman),
den beiden Söhnen Albert (Pio Marmai), Raphael (Marc-André Grondin) und der Tochter Fleur
(Déborah François).
Diese Familie durchläuft einige Probleme: Der uralte Familienhund soll eingeschläfert werden,
der älteste Sohn Albert will in die erste eigene Wohnung ziehen, die Mutter versucht sich noch
mal als Studentin, der Vater bemüht sich erfolglos, mit dem Rauchen aufzuhören, der andere
Sohn Raphael bekommt wenig auf die Reihe ist aber trotzdem ein sympathischer Typ, Tochter
Fleur entdeckt die erste Liebe.
Es wird geheiratet, sich gestritten und wieder versöhnt... alle Krisen irgendwie durchstanden,
eben so, wie im Leben und in den meisten stinknormalen Familien. Geschwisterliebe und dickste
Familienbande – das ist die Botschaft, die uns C'est la vie vermittelt – und das tut sie
mitsamt der Laiendarsteller ausgesprochen amüsant, sympathisch, authentisch und lebensbejahend
inklusive der Schlussdramatik.


